Börsenschluss 8000 Punkte zu Weihnachten

Rechtzeitig zu Weihnachten gab es noch einmal Bewegung am deutschen Aktienmarkt: Der Dax zog am Freitag deutlich an und schloss über der Marke von 8000 Zählern. Grund ist unter anderem der sogenannte Hexensabbat. Größter Gewinner war die BMW-Aktie.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag deutliche Kursgewinne verzeichnet. Der Leitindex Dax  schloss mit plus 1,70 Prozent bei 8002,67 Punkten und ging damit über der 8000er-Marke ins Weihnachtsfest. Im Wochenvergleich stehen damit plus 0,68 Prozent zu Buche. Der MDax  mittelgroßer Werte stieg um 1,22 Prozent auf 9741,14 Punkte. Der TecDax  legte 1,82 Prozent auf 972,04 Zähler zu.

"Nun sehen wir doch noch eine verspätete Jahresendrally", sagte Marktstratege Robert Halver von der Bank Vontobel. Zudem positionierten sich viele Anleger schon für das kommende Jahr, das für den deutschen und den europäischen Markt recht erfolgsversprechend sei. "Insofern könnte kann man von der Vorbereitung für eine 'Jahresanfangsrally' sprechen", sagte Halver. Der große Verfall von Terminkontrakten auf die Indizes, auch als "Hexensabbat" bezeichnet, hatte beim Dax am Mittag für einen kaum merklichen kleinen Rücksetzer gesorgt.

Stellenabbau bei BMW löst Kurssprung aus

Tagessieger waren BMW-Aktien  mit plus 5,22 Prozent auf 42,52 Euro. Trotz eines Rekordabsatzes bei dem Autobauer werden Tausende Arbeitsplätze vor allem in Deutschland wegfallen. BMW habe bereits im September eine neue Strategie bekanntgegeben und hierbei Kostensenkungen in einigen Bereichen angekündigt, sagte ein Börsianer. Der Stellenabbau dürfte hierbei ein Schritt sein.

Staatsfonds retten Bankentitel

Die deutschen Bankenwerte gehörten dank eines Presseberichts über eine Kapitalspritze für die krisengeplagte US-Investmentbank Merrill Lynch  zu den Favoriten. Spitzenreiter in dem Sektor waren Postbank-Aktien  mit einem Aufschlag von 4,10 Prozent auf 60,92 Euro. Die staatliche Singapurer Investmentgesellschaft Temasek wolle bis zu fünf Milliarden US-Dollar bei Merrill Lynch investieren, schreibt das "Wall Street Journal". Einem Börsianer zufolge bringt dies langsam wieder mehr Vertrauen in Banktitel zurück.

MAN baut Einfluss bei Scania aus

MAN baut Einfluss bei Scania aus

Aktien von MAN  zählten dagegen mit minus 0,22 Prozent auf 109,99 Euro zu den Verlierern. Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern hat seine Beteiligung am schwedischen LKW-Bauer Scania  auf 15,57 Prozent der Stimmrechte erhöht. Vorher hatte MAN 14,83 Prozent an Scania gehalten.

Übernahmefantasie um MLP

MLP-Aktien  profitierten im MDax von Übernahmefantasien in der Finanzdienstleister-Branche und gewannen 3,68 Prozent auf 10,72 Euro. Die "Financial Times Deutschland" und DER SPIEGEL hatten berichtet, auch die Postbank habe Interesse am MLP-Konkurrent AWD  gehabt. "Da die Postbank nicht den Zuschlag für AWD bekommen hat, könnte es ja sein, dass sie sich in der Branche nach anderen Zielen wie MLP umsehen", sagte ein Börsianer. Analysten verwiesen aber darauf, dass Manfred Lautenschläger als Großaktionär von MLP mehrfach betont habe, seine Beteiligung "dauerhaft" zu halten.

Kontron verhandelt um Zukauf in Frankreich

Papiere von Kontron  stiegen im TecDax um 9,94 Prozent auf 13,94 Euro. Die Titel des Minicomputer-Herstellers profitierten von dem geplanten Kauf einer Thales-Tochter , mit der Kontron aktuell Verhandlungen führe. Analyst Bernd Laux von Cheuvreux bewertete den Zukauf positiv.

Renten- und Devisenmarkt liegt lahm

Die Geschäfte am Renten- und Devisenmarkt sind Händlern zufolge kurz vor Weihnachten nahezu zum Erliegen gekommen. "Es haben sich fast alle Marktteilnehmer schon verabschiedet", sagte ein Händler. "Kaum einer hat noch offene Positionen, und vor den Feiertagen will sich wohl auch niemand mehr überraschen lassen." Neue US-Inflationsdaten vermochten kaum noch Reaktionen am Markt hervorzurufen. Der Euro  pendelte um 1,4380 Dollar. Die EZB legte am Mittag den Referenzwert mit 1,4380 (1,4349) Dollar fest.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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