Börsenschluss Leichte Gewinne

Die hohen Verluste der US-Investmentbank Bear Stearns beeindrucken Börsianer in Frankfurt nicht. Im Gegenteil: Der Dax verzeichnete moderate Kursgewinne. Gewinner des Tages waren die Papiere von Continental.

Frankfurt am Main - Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt nochmals in Kauflaune gezeigt. Der Dax  beendete den Xetra-Handel am Donnerstag 0,4 Prozent im Plus bei 7869 Punkten. Händler sprachen allerdings von einem dünnen Geschäft mit geringen Umsätzen.

Es würden nur noch kleinere Anpassungen in den Portfolios vorgenommen, die meisten Anleger hätten bereits mit dem Jahr abgeschlossen, sagte ein Börsianer. "Wenn nicht der große Verfall an den Terminmärkten am Freitag wäre, wäre am Markt gar nichts mehr los", merkte an anderer Händler an.

Die Gewinnerliste im Dax führte Continental  mit einem Kursplus von 3,25 Prozent an. Börsianer begrüßten die Entscheidung des Konzerns, die Elektromotorsparte des jüngst übernommenen Autozulieferers VDO an Brose weiter zu verkaufen. "Insgesamt könnte der Verkauf die Zuversicht etwas erhöhen, die bis 2010 geforderte Rendite von 10 bis 12 Prozent auch erreichen zu können", erklärten die Analysten der LBBW.

Die ebenfalls stark gefragten Titel des Sportartikelherstellers Adidas  profitierten von guten Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Nike  und kletterten um 1,2 Prozent. Nike hatte im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn überraschend deutlich gesteigert. "Das zieht Adidas mit", sagte ein Händler.

Der Softwarekonzern SAP  verdankte das Kursplus von 0,4 Prozent nach Einschätzung von Börsianern den Quartalszahlen des Erzrivalen Oracle . Der US-Softwarekonzern hatte Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal kräftig gesteigert und sich für den weiteren Geschäftsverlauf optimistisch geäußert.

Finanzwerte werden gemieden

Gemieden wurden dagegen die Finanzwerte. Händler verwiesen auf den unerwartet hohen Quartalsverlust der US-Investmentbank Bear Stearns i nfolge von Milliardenabschreibungen durch die US-Hypothekenkrise. Die Papiere der Commerzbank  verloren 0,2 Prozent, Deutsche Bank  gaben 0,3 Prozent nach und die Anteilsscheine des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate  fielen um 0,65 Prozent.

Bei Werten aus der zweiten Reihe stand der Bezahlfernsehsender Premiere  Scheinwerferlicht. "Das ist das alte Lied", sagte ein Händler. "Offenbar spekulieren einige nach wie vor auf eine Übernahme." Premiere-Aktien stiegen in der Spitze um rund neun Prozent, ehe die Gewinne auf ein Plus von 2,8 Prozent zusammenschmolzen.

Größter MDax-Gewinner war die Baumarktkette Praktiker  mit einem Kursanstieg von 3,8 Prozent. Händler verwiesen auf eine Hochstufung der Aktie. Die rote Laterne bei den Nebenwerten übernahm nach einer Verkaufs-Empfehlung von UBS der Motorenhersteller Deutz  mit einem Abschlag von 6,6 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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