Börsenschluss Dax steigt - Vorfreude auf Zinsentscheid

Mit Hilfe fester US-Börsen hat der Dax deutlich über der Marke von 8000 Zählern geschlossen. Anleger erwarten eine Zinssenkung der Fed am morgigen Dienstag. Auch Milliardenabschreibungen der UBS können die Stimmung nicht trüben - Finanztitel legen sogar zu.

Frankfurt am Main - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Montag von den milliardenschweren Abschreibungen der Schweizer Großbank UBS  nicht schrecken lassen. Besser als erwartet ausgefallene Daten vom krisengeschüttelten US-Immobilienmarkt gaben am Nachmittag zusätzlichen Auftrieb. Dow Jones  und Nasdaq Composite  notierten um 18 Uhr MEZ jeweils 0,6 Prozent im Plus.

Der Dax  schloss 0,5 Prozent im Plus bei 8033 Punkten. Der MDax  kletterte um 0,9 Prozent, der TecDax  um 0,8 Prozent. "Der Markt hat sich die Hoffnung erkämpft, dass damit nun zumindest bei UBS alles vom Tisch ist", sagte ein Händler.

Staatsfonds aus Singapur stützt UBS

Die größte Bank der Schweiz hatte wegen der Kreditkrise weitere Abschreibungen über zehn Milliarden Dollar gemeldet und für 2007 einen Verlust angekündigt. Die UBS  erhält jedoch Hilfe aus Asien: Der Staatsfonds des Stadtstaates Singapur und ein Investor aus dem Nahen Osten steigen bei der Bank ein.

"Man sieht, dass Investoren sofort parat stehen, um Schwächephasen auszunutzen", sagte ein Börsianer. Er wertete den Einstieg von Singapur als positives Zeichen. "Das ist kein Spekulant. Das ist ein klassischer Investor, der sehr bedacht ist, was er mit seinem Geld macht."

Deutsche Bank gefragt

Im Dax drehten die Finanzwerte vormittags ins Plus und stützten damit den Gesamtmarkt. Deutsche Bank  stiegen um 1,4 Prozent, Postbank  um 1,5 Prozent und Commerzbank  um 2,1 Prozent. "Bei der Commerzbank hilft die Nachricht, dass das Privatkundengeschäft gut zu laufen scheint", sagte ein Händler. Nach Angaben des für die Sparte zuständigen Vorstands Achim Kassow hat die Bank in den vergangenen zwölf Monaten 650.000 Privatkunden gewonnen.

Siemens klettern weiter

Gefragt waren auch Siemens , die 1,7 Prozent gewannen. Händler verwiesen auf den eingeleiteten Umbau des Technologiekonzerns und die Maßnahmen zur Bewältigung der Korruptionsaffäre. Zudem kündigte Siemens-Chef Peter Löscher an, dass größere Firmenübernahmen oder Verkäufe in nächster Zeit kein Schwerpunkt seien. Der Vorstandschef machte in einem Interview aber klar, dass er unrentable Geschäftsfelder auf Dauer nicht dulde.

Energietitel schwächer

Verkauft wurden dagegen Aktien von Eon  und RWE , die jeweils 0,7 Prozent verloren. "Die Versorger sind zuletzt gut gelaufen, da nehmen einige nun ihre Gewinne mit."

Schlusslicht im Dax waren Linde  mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. Auch die Papiere des Gasekonzerns hatten in den vergangenen Tagen deutlich an Wert gewonnen.

Spekulationen treiben Premiere

Spekulationen treiben Premiere an

Übernahmespekulationen trieben bei den Nebenwerten im MDax die Aktien von Premiere  um zeitweise 7,6 Prozent nach oben. Händlern sprachen von Gerüchten, wonach der französische Medienkonzern Vivendi Interesse an dem Bezahlfernsehsender habe. "Premiere an sich gilt als heißer Übernahmekandidat. Und vielleicht ist jetzt tatsächlich bei dem Preis wieder jemand auf die Idee gekommen, dass Vivendi interessiert sein könnte", sagte ein Händler. Bis Handelsschluss schmolz der Gewinn auf ein Plus von 3,8 Prozent zusammen.

TecDax: Q-Cells mit neuem Vertrag

Im TecDax  zählten Q-Cells  mit einem Kursanstieg von 5,4 Prozent zu den begehrten Werten. Sie profitierten damit von der Bekanntgabe eines Liefervertrags mit der chinesischen LDK über zusätzliche Siliziummengen. Nach Einschätzung der LBBW ist der Vertrag "bahnbrechend" für den deutschen Solarzellenhersteller.

Der vorzeitige Aufstieg in den MDax  trug den Aktien von Gildemeister  ein Plus von 4,9 Prozent ein. Die Titel des Werkzeugmaschinenbauers werden schon ab Mittwoch die Aktien von Techem  im Nebenwerteindex ersetzen - und nicht wie ursprünglich geplant am 27. Dezember

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa