Börsenschluss Trichet-Aussagen belasten

Nach dem EZB-Zinsentscheid haben die deutschen Aktien ihre frühen Kursgewinne wieder abgegeben. Die Aussagen von Präsident Jean-Claude Trichet zur Entwicklung der Inflation in Europa belasteten den Markt. Besonders Autowerte verloren deutlich.

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss am Donnerstag mit minus 0,05 Prozent auf 7941 Zähler kaum verändert. Der MDax  der mittelgroßen Werte gab 0,57 Prozent auf 9824 Punkte ab. Für den TecDax  ging es um 0,11 Prozent auf 978 Zähler abwärts.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe mit der Anhebung ihrer Inflationsprognose für 2008 Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkungen zerstört, sagte Aktienstratege Ralf Zimmermann von Sal. Oppenheim. Das habe die Stimmung der Marktteilnehmer gedämpft. Zuvor habe die Reaktion des Aktienmarkts auf die Zinssenkung der Bank of England gezeigt, welches Potenzial die Unterstützung der Zentralbanken habe. Insbesondere britische Bankenwerte hätten positiv darauf reagiert. In Deutschland brachte die britische Zinsentscheidung nur einen kurzen positiven Impuls.

RWE  markierten im Handelsverlauf bei 98,08 Euro neues Rekordhoch und schlossen mit einem plus von 1,49 Prozent auf 97,59 Euro als zweitstärkster Wert im Dax. Merck KGaA  verloren hingegen am Ende des Leitindex 2,91 Prozent auf 87,90 Euro. Händlern zufolge belastete den Titel die EU-Zulassung des Erbitux-Konkurrenzmittels Vectibix des US-Pharmaunternehmens Amgen . Vecitibix wurde für die Monotherapie bei Darmkrebs zugelassen.

Postbank-Papiere  verloren nach Aussagen vom Investorentag des Instituts 1,47 Prozent auf 58,88 Euro. "Die langfristigen Ziele liegen einen Tick über den Erwartungen - kurzfristig hat sich die Bank aber etwas vorsichtiger gezeigt", sagte Marktstratege Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Insgesamt gebe es aber keine neuen Impulse für die Aktie. Der Kursverlauf werde ohnehin von der Fantasie auf eine Übernahme bewegt.

Adidas  rutschten um 1,89 Prozent auf 45,56 Euro ab. Händler verwiesen auf Aussagen von Adidas-Chef Herbert Hainer. Die zugekaufte US-Tochter Reebok mache offenbar noch weiter Probleme. Außerdem seien Spekulationen über eine Übernahme von Adidas durch Nike  und Asics zurückgewiesen worden. Im Streit mit der US-Sportschuhkette Foot Locker sei laut Hainer eine Lösung in Sicht, sagten die Börsianer.

Autowerte unter Druck

Autowerte unter Druck

Autowerte gerieten unter Druck, nachdem der Verband der Automobilindustrie (VDA) erneut seine Prognose gesenkt hatte. Daimler  verloren 1,76 Prozent auf 68,20 Euro. Volkswagen  gaben 1,62 Prozent auf 157,56 Euro ab. BMW  sanken um 0,41 Prozent auf 41,12 Euro.

Im MDax gaben Beiersdorf  um 2,05 Prozent auf 53,92 Euro ab. Die Citigroup nahm ihr Votum von "Buy" auf "Hold" zurück und bestätigte das Kursziel 58 Euro. Deutz  legten dagegen um 1,96 Prozent auf 7,30 Euro zu, nachdem die WestLB die Aktien in einer Ersteinschätzung mit "Add" und einem Kursziel von 8,10 Euro bewertete. Premiere  gewannen an der Spitze des MDAX 2,83 Prozent auf 11,62 Euro. Ein Händler sprach von einer Fortsetzung der Erholungsbewegung vor dem Hintergrund der deutlichen Kursverluste von zeitweise über 50 Prozent seit Juli.

Nach Indexumstellungen rückten einige Werte der zweiten Reihe in den Blick. Gildemeister  wird Techem  zum 27. Dezember im MDax ersetzen, Centrotherm wird im TecDax den Platz von GPC Biotech  einnehmen. Techem zählten mit minus 2,26 Prozent auf 60,60 Euro zu den schwächsten MDax-Werten, GPC sackten im Technologie-Index um 8,65 Prozent auf 3,17 Euro ab. Centrotherm verloren 0,37 Prozent auf 57,14 Euro, Gildemeister kletterten um 2,03 Prozent auf 17,60 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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