Börsenschluss Dax zu Thanksgiving erholt

Die Wall Street konnte wegen des Thanksgiving-Feiertages die europäischen Indizes nicht ausbremsen. Der Dax legte denn auch, gestützt von Pharmawerten, wieder zu. Doch für Anleger gibt es noch keine Entwarnung.

Frankfurt am Main - Am amerikanischen Thanksgiving-Feiertag haben die Anleger in Europa wieder zugegriffen und Aktien gekauft. Der Dax  stieg bis zum Handelsschluss auf Xetra um 0,6 Prozent auf 7562 Punkte und glich damit einen Teil der Vortagesverluste aus. Der Eurostoxx50 kletterte um 0,9 Prozent. Der MDax  legte ebenfalls leicht zu, während der TecDax  seine Talfahrt fortsetzte.

Unterstützung bekam der Index von den Pharmawerten. Die Titel gelten als nicht konjunktursensitiv und werden daher in schwierigen Zeiten ähnlich wie die Versorgerwerte von den Anleger als sicherer Hafen betrachtet. Zudem habe eine Empfehlung der Citigroup  für den gesamten europäischen Gesundheitssektor einige Investoren angelockt.

Größte Gewinner im Dax  waren Bayer  mit einem Aufschlag von 3,8 Prozent auf 57,38 Euro, Merck KGaA  mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 88,22 Euro und Fresenius Medical Care  mit einem Tagesgewinn von 2,4 Prozent auf 36,67 Euro. Im MDax legten Stada  um 6,7 Prozent zu.

Auch die im Dax schwer gewichteten Versorger profitierten von der Risikoscheu der Anleger. Aktien von Eon  stiegen um gut ein Prozent, RWE  um 0,6 Prozent.

Germanwings im Team mit Tuifly?

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten zudem die Lufthansa-Aktien, die um 3,5 Prozent auf 17,78 Euro stiegen. Händler sagten, ein möglicher Zusammenschluss der von Lufthansa  geführten Billigfluggesellschaft Germanwings mit dem Ferienflieger TUIfly werde positiv gesehen. Zudem gab der Lufthansa-Konkurrent Air France-KLM  dank eines robusten weltweiten Wachstums einen unerwarteten Gewinnsprung bekannt.

Zu den Schlusslichten im Dax  zählten dagegen die Aktien der Deutschen Börse , die Händlern zufolge aufgrund von Gewinnmitnahmen knapp zwei Prozent verloren.

Gerüchte über eine angeblich anstehende Kapitalerhöhung drückten die Aktien von Henkel  um drei Prozent. Der Kosmetikkonzern will im nächsten Jahr sein Klebstoffgeschäft mit der vier Milliarden Euro teueren Übernahme von Geschäften der ICI-Tochter National Starch ausbauen und dies voraussichtlich mit Fremdkapital finanzieren.

Kurssprünge bei Nebenwerten

Der MDax  stabilisierte sich am Nachmittag, nachdem er am Morgen die Talfahrt vom Vortag noch fortgesetzt und mit 8931 Punkten ein Jahrestief erreicht hatte. Mit 9086 Punkten ging der Nebenwerte-Index 0,5 Prozent höher aus dem Handel - am Vortag hatte er allerdings vier Prozent verloren.

Nach starken Quartalszahlen und einem positiven Ausblick schossen die Titel der Beteiligungsgesellschaft Arques Industries  um bis zu 17 Prozent nach oben. Bis zum Handelsschluss schmolz der Kursgewinn auf 4,4 Prozent zusammen.

TecDax: Zocker spielen mit GPC

Der TecDax  setzte seinen Abwärtstrend dagegen fort und verlor 0,6 Prozent auf 873 Zähler. Für ratloses Kopfschütteln sorgten die Aktien von GPC Biotech mit einem Kurssprung von zuletzt 32 Prozent auf 3,48 Euro. "Da gibt es keine Gerüchte, keine Nachrichten, das ist völlig unerklärbar", sagte ein Händler. Seit das Unternehmen mit seinem Prostatakrebsmittel Satraplatin Schiffbruch erlitten hat, wird über die Zukunft von GPC Biotech  an der Börse spekuliert. "Da wird viel gezockt", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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