Märkte Dax taucht ab - Finanztitel schwach

Die US-Börsen starten mit Verlusten in die neue Woche. Die Zahlen der Citigroup und die geplante Gründung eines Rettungsfonds belasten. Auch Dax-Anleger nehmen Geld vom Tisch - der Index fällt wieder unter die Marke von 8000 Punkten.

Frankfurt am Main - Die US-Aktienmärkte haben bis Montagabend ihre Verluste ausgebaut. Experten sprachen von einer allgemeinen Zurückhaltung der Investoren angesichts hoher Ölpreise, schwacher Zahlen der Citigroup sowie der bevorstehenden Veröffentlichung von Quartalszahlen in dieser Woche, vor allem aus der Technologiebranche.

Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte gab bis 17.30 Uhr 0,9 Prozent nach und fiel unter die Marke von 14.000 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  gab ebenfalls um 0,9 Prozent ab.

Finanztitel stehen im Blick. Verschiedene US-Großbanken - darunter die Citigroup  - erklärten, sie hätten sich gemeinsam auf den Aufbau eines Fonds geeinigt, mit dem etwa marode Hypothekendarlehen zurückgekauft werden könnten. Damit sollten größere Schäden an den internationalen Finanzmärkten im Zuge der Kreditkrise verhindert werden. In Kreisen war von einem 80 Milliarden Dollar schweren Fonds die Rede.

Hypothekenkrise: Rettungsfonds geplant

Am Markt wurde die Nachricht indes kritisch aufgenommen. Sie sende das Signal aus, dass die Banken noch immer besorgt seien, was die Hypotheken- und Kreditthemen angehe, sagte etwa Investment-Stratege Subodh Kumar von Subodh Kumar & Associates.

Citigroup schwach nach Gewinneinbruch

Die Citigroup  wies außerdem für das turbulente dritte Quartal einen Gewinneinbruch um 57 Prozent aus. Die Bank hatte zwar bereits Anfang des Monats die Anleger mit einer Gewinnwarnung darauf vorbereitet, und Experten hatten noch Schlimmeres befürchtet. Die Aktie verlor dennoch um 1,9 Prozent auf 46,98 Dollar, nachdem die Bank erklärte, bis auf weiteres keine Aktienrückkäufe zu planen.

Deutliche Aufschläge verzeichneten dagegen Papiere von Biogen , die sich um fast 20 Prozent auf 83,22 Dollar verteuerten. Das Biotechnologie-Unternehmen hat sich am Wochenende selbst zum Verkauf angeboten. Aktien von Tektronix schnellten um 32,5 Prozent in die Höhe auf 37,56 Dollar. Das Elektronikunternehmen soll vom Mischkonzern Danaher für 2,8 Milliarden Dollar gekauft werden.

Dax verliert knapp 1 Prozent

Dax gibt nach

Der Dax  baute angesichts der schwachen US-Börsen seine Verluste in den letzten Handelsminuten deutlich aus und fiel bis zum Xetra-Schluss um 0,9 Prozent auf 7967 Zähler zurück.

Anleger trennten sich überwiegend von Finanztiteln sowie von der Siemens-Aktie. Die Deutsche Bank  setzte ihre Talfahrt auch am Montag fort und gab um weitere 1,9 Prozent nach.

Versorger gegen den Trend

Von positiven Analystenkommentaren profitierten dagegen die Versorger RWE  und Eon . Beide Papiere legten gegen den schwachen Gesamtmarkt zu. Bei RWE verwies ein Händler zudem auf einen Magazinbericht, demzufolge der Energieriese den kleineren Konkurrenten EWE übernehmen will.

Siemens leidet unter Philipps-Zahlen

Titel von Siemens gaben dagegen deutlich nach. Konkurrent Philips  hatte angekündigt, die Medizintechnik-Sparte werde wohl ihre Ziele für 2007 nicht erreichen. "Das hat Siemens  wohl in Mitleidenschaft gezogen", sagte Christian Schmidt von der Helaba. Aktien des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI standen ebenfalls auf den Verkaufslisten der Investoren. "Immer wenn etwas Positives zu Konzernchef Michael Frenzel kommt, verliert die Aktie", analysierte ein Händler. Einem Magazinbericht zufolge soll der Vertrag des 60-Jährigen um fünf Jahre verlängert werden.

Der Euro hat sich am Freitagabend kaum verändert. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,41-74 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4173 (Donnerstag: 1,41-99) Dollar festgesetzt.

Der US-Ölpreis hat sich am Montag trotz leichter Kursverluste auf seinem erhöhten Niveau von deutlich über 83 Dollar gehalten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über