Wochenausblick Pendelbewegungen

Den Investoren am deutschen Aktienmarkt dürfte eine eher ruhige Handelswoche bevorstehen. Während der TecDax immerhin erstmals die 1000-Punkte-Marke anpeilt, dürfte der Dax in einem nach wie vor nervösen Umfeld Experten zufolge um die 8000 Punkte pendeln.

Frankfurt am Main - "Wenn keine negativen Nachrichten vom US-Immobilienmarkt kommen, dann hält sich der Dax  sicher über der 8000er-Marke - aber wenn doch, dann wohl nicht", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB.

"Generell geht es weiter darum: Wie steht es um die Perspektiven der US-Konjunktur und wie stark fällt die Abschwächung aus", konstatiert LBBW-Stratege Michael Köhler. "Und als Gegenpol steht die Frage, wie gehen die Notenbanken damit um."

Die Krise am US-Hypothekenmarkt und deren Auswirkungen beschäftigen Investoren seit Monaten. Inzwischen haben einige Banken wie UBS , Goldman Sachs  und die Deutsche Bank  ihre voraussichtlichen Belastungen beziffert und damit für Erleichterung an den Börsen gesorgt. "Die massiven Abschreibungen können niemanden mehr schrecken, und im Moment scheint herrschende Meinung zu sein, dass es nicht zu einem nachhaltigen Einbruch bei den Gewinnen kommt, sondern alle Belastungen mit dem dritten Quartal abgehakt sein werden", sagt Köhler.

Ein unerwartet robuster US-Arbeitsmarktbericht verstärkte zuletzt die vorsichtige Zuversicht an den Aktienmärkten. In den vergangenen Tagen haben Bankwerte die Erholung an den Börsen angeführt. Am Freitag legte der Dax 0,7 Prozent zu auf 8002 Zähler. Im Schatten der US-Hypothekenkrise hat sich der Technologieindex TecDax  nach vorn geschoben und steht zum ersten Mal seit seiner Einführung im März 2003 an der Schwelle zur 1000-Punkte-Marke.

Alcoa eröffnet Berichtssaison

Neue Hinweise zur künftigen Geldpolitik erhoffen sich Investoren vom Protokoll zum Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) im September, das am Dienstag veröffentlicht wird. "Die kräftige Senkung war ja doch überraschend, und insofern werden die Marktteilnehmer schon genau hinschauen, was da diskutiert wurde und wie die Entscheidung zustande kam", sagt LBBW-Analyst Köhler. Zur Stützung der US-Wirtschaft hatte die Fed sowohl Leitzins- als auch Diskontsatz um 50 Basispunkte gesenkt. Die EZB hatte zuletzt den Leitzins unverändert belassen.

Auch die Statistik zu den US-Einzelhandelsumsätzen im September dürfte in den Fokus der Anleger rücken. "Bisher gab es von der Konsumentenseite ja keine Anzeichen einer nachhaltigen Schwäche", sagt NordLB-Experte Basse. "Jetzt wird geschaut werden, ob sich die Krise am Immobilienmarkt doch allmählich bei den Absätzen von Baumaterialien und Möbeln niederschlägt." Außerdem werden aus der weltgrößten Volkswirtschaft die Erzeugerpreise für September und der von der Universität Michigan erfasste vorläufige Index zum Verbrauchervertrauen im Oktober veröffentlicht.

Die Berichtssaison zum dritten Quartal wird am Dienstag traditionsgemäß vom US-Aluminiumhersteller Alcoa  eingeläutet. "So richtig Impulse kommen von diesen Zahlen aber diesmal wohl nicht, da stehen die Banken viel zu sehr im Fokus", sagt Köhler. In Deutschland veröffentlicht Südzucker  Quartalszahlen. Lufthansa , Air Berlin  und Fraport  veröffentlichen Passagierzahlen für September.

Kirsti Knolle, reuters

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