Märkte Dax schließt über 8000 Punkten

Nachdem die meisten deutschen Aktien nach überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten etwas fester geschlossen haben, beendet der Dax die Woche oberhalb der 8000-Punkte-Marke. Zu den Favoriten zählten am Freitag Deutsche Börse, Volkswagen und Premiere. Infineon dagegen musste Federn lassen.

Frankfurt am Main - Der Dax  legte am Freitag letztlich um 0,72 Prozent auf 8002,18 Zähler zu. Auf Wochensicht bedeutete dies einen Aufschlag von 1,92 Prozent. Für den MDax  ging es um 0,9 Prozent auf 10.631,37 Zähler hoch. Der TecDax  scheiterte knapp an der Marke von 1000 Punkten und kletterte schließlich um 0,88 Prozent auf 997,51 Zähler.

Eine große Überraschung sei die Revision der US-Beschäftigtenzahlen für August nach oben gewesen. Dies habe den Dax in die Höhe schließen lassen, sagte Helaba-Marktstratege Christian Schmidt. Die Sorgen über ein Abflauen der Konjunktur seien vor diesem Hintergrund nicht mehr haltbar.

Damit dürften sich auch die Hoffnungen auf eine Zinssenkung erledigt haben. Sal.Oppenheim-Analyst Matthias Jörss sah die Daten deshalb auch weniger positiv. Gerade der Anstieg der Stundenlöhne sei nicht sehr vorteilhaft.

Hintergrund: Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor bekanntgegeben, dass die Zahl der Arbeitsplätze in den USA im September stärker als erwartet gestiegen ist. Zudem revidierte das Ministerium seine Angaben für die beiden Vormonate deutlich nach oben.

An den Märkten wurden die Daten als Indiz gewertet, dass weitere Zinssenkungen der US-Zentralbank Federal Reserve unwahrscheinlicher würden. Die US-Börsen starteten mit Gewinnen.

An der Dax-Spitze stiegen die Aktien der Deutschen Börse  um 4,64 Prozent auf 105,15 Euro. Die Titel von Volkswagen  (VW) rückten um 4,38 Prozent auf 167,97 Euro vor.

Händler verwiesen auf Spekulationen, dass beide Titel für Endesa  und ABN Amro  in den europäischen Leitindex EuroStoxx 50  aufrücken könnten, sollten diese Unternehmen übernommen werden oder fusionieren. Bei VW gebe darüber hinaus der erneute Ausbruch auf einen Rekordstand Impulse, hieß es.

Premiere-Aktien preschen vor

Premiere-Aktien preschen vor

Aktien der Münchener Rück  verteuerten sich nach einem positiven Analystenkommentar um 0,97 Prozent auf 135,70 Euro. Die UBS  hat ihre Einschätzung für die Papiere des Rückversicherers von "Neutral" auf "Buy" angehoben und das Ziel von 148 auf 155 Euro hochgeschraubt.

JP Morgan erhöhte das Kursziel von 168 auf 173 Euro und bestätigte die Einschätzung mit "Overweight". Titel von Hannover Rückversicherung gerieten hingegen im MDax unter Druck und verloren 2,59 Prozent auf 36,10 Euro. Die Experten von JP Morgan hatten ihre Gewinnerwartung für den Rückversicherer um fünf Prozent gesenkt und die Titel von "Overweight" auf "Neutral" zurückgestuft.

Infineon-Papiere  gaben 2,28 Prozent auf 11,14 Euro ab. Händler verwiesen auf die Senkung der Prognose der US-Technologieberatung Gartner für die weltweiten Ausgaben für Halbleiterausrüstungen im Jahr 2008 um 4,3 Prozent. Das habe auch schon die Branchenkollegen Intel  und Advanced Micro Devices (AMD)  in den USA belastet.

Die Titel von Premiere  schossen in dem freundlichen Marktumfeld um 7,12 Prozent auf 16,70 Euro in die Höhe und waren damit Favorit der Anleger im MDax. Ein Börsianer verwies auf einen positiven Kommentar der UBS in einer Studie zum europäischen Mediensektor.

Die Experten sehen den Bezahlsender als eine der zentralen Empfehlungen und raten mit einem Ziel von 27 Euro zum Kauf. Eine verbesserte operative Entwicklung treibe die Neubewertung voran, hieß es.

Titel von Klöckner & Co.  verbilligten sich nach der Gewinnwarnung des schwedischen Konkurrenten BE Group um 3,72 Prozent auf 50,28 Euro und setzten sich damit ans Index-Ende. In Folge stark fallender Nickelpreise habe auch der Edelstahlpreis deutlich gelitten, so das Unternehmen.

Hohe Lagerbestände bei sinkenden Preisen hätten zu einer außerordentlichen Belastung im dritten Quartal geführt. Papiere der BE Group rutschten in Stockholm zeitweise um rund 6,50 Prozent ab.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afxp und reuters

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