Börsenschluss Kreditkrise belastet Bankaktien

Kräftige Kursverluste bei Bank- und Finanztiteln haben am Freitag die Aktienmärkte in Europa belastet. Neben den Liquiditätsproblemen des britischen Hypothekenfinanzierers Northern Rock sorgten US-Konjunkturdaten für schlechte Stimmung.

Frankfurt am Main - Der Dax  schloss mit minus 0,51 Prozent auf 7497,74 Zähler. Damit erholte er sich aber deutlich von seinem Tagestief bei rund 7445 Zählern, nachdem sich die Börsen in den USA bis zum europäischen Handelsschluss recht stabil zeigten und nur sehr moderat nachgaben. Im Wochenverlauf verzeichnete der Leitindex ein Minus von 0,7 Prozent.

Der MDax  ging mit einem Abschlag von 0,75 Prozent auf 9990,41 Punkte aus dem Tag. Der TecDax  verlor 0,57 Prozent auf 902,92 Zähler.

Der Handel war während des gesamten Tages geprägt von der Sorge um die Lage an den europäischen Immobilienmärkten, deren Auslöser die finanzielle Schieflage des fünftgrößten englischen Immobilienfinanzierers Northern Rock sowie eine Gewinnwarnung des Münchener Baufinanzierers Interhyp  waren.

"Das nährt Spekulationen, dass die Krise am US-Immobilienmarkt nun auch Blasen an den europäischen Märkten zum Platzen bringen könnte", sagte ein Händler. Beide Werte waren um mehr als 20 Prozent eingebrochen.

Auch die in den USA veröffentlichten Konjunkturdaten gaben keine positiven Impulse. Insbesondere der Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze um lediglich 0,3 Prozent lag unter den Erwartungen.

Die Aktien an der New Yorker Wall Street notierten daraufhin im frühen Handel geringfügig schwächer. Der Dow Jones  verlor zunächst 0,2 Prozent auf 13.402 Punkte und der Nasdaq Composite  sank um 0,3 Prozent auf 2593 Zähler.

Der Euro  wurde durch die US-Konjunkturdaten nur kurzzeitig beflügelt. Insgesamt stand er unter Druck und notierte mit 1,3860 Dollar am Abend auf dem am Nachmittag von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgestellten Referenzkurs. Die europäische Gemeinschaftswährung hatte im Handelsverlauf am Donnerstag ein Allzeithoch bei 1,3930 Dollar erreicht.

Was macht die Fed?

Was macht die Fed?

Die Blicke der Anleger richten sich bereits voller Spannung auf die Leitzinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche. Eine Zinssenkung gilt dabei als ausgemachte Sache. Die Frage sei lediglich, ob diese 25 oder 50 Basispunkte betragen werde, war an der Börse zu hören.

Im Dax verbuchten vor allem Finanztitel Abgaben. die Aktien der Commerzbank  rutschten 4,1 Prozent ins Minus auf 27,23 Euro. Die Papiere der Hypo Real Estate  verloren 1,9 Prozent auf 37,50 Euro, die Deutsche Bank-Aktien  gaben um 1,3 Prozent auf 89,97 Euro nach.

Stärkster Gewinner war hingegen die Deutsche Post AG , deren Aktien sich um 1,9 Prozent auf 21,10 Euro verteuerten. Gefragt waren auch die Versorger. Eon-Aktien  stiegen um 0,8 Prozent auf 125,82 Euro und RWE-Papiere  ebenfalls um 0,8 Prozent auf 82,54 Euro. Eon-Chef Wulf Bernotat sieht auch in Zukunft weiter steigende Strompreise.

Auch im MDax waren Auswirkungen der Kreditkrise zu spüren. Die Aktien des Finanzdienstleisters AWD  gaben 5,9 Prozent auf 22,90 Euro ab. Auf der anderen Seite sprang der Kurs von Kali und Salz  nach dem Einstieg eines russischen Industriellen 9,8 Prozent auf 111,25 Euro. Händler sprachen von aufkeimenden Übernahmespekulationen.

Im TecDax standen GPC Biotech-Aktien  unter Druck und verloren 3,8 Prozent auf 9,71 Euro. Auf der anderen Seite kletterte Morphosys um 14 Prozent auf 45,08 Euro.

Außerhalb der großen Indizes brachen die Aktien von Interhyp  wegen gesenkter Jahresziele um 33,35 Prozent auf 55,20 Euro ein. Der Baufinanzierungsdienstleister begründete dies mit "einem nochmals schwierigeren Marktumfeld für private Wohnimmobilien".

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und ddp

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