Börsenschluss Hoher Ölpreis belastet

Der Handel in Frankfurt hat sich am Mittwoch bei dünnen Umsätzen uneinheitlich gezeigt. Der starke Euro und der hohe Ölpreis drückten auf die Kurse. Erst zum Börsenschluss kletterte der Dax in die Gewinnzone.

Frankfurt am Main - Erst die steigenden Kurse an der Wall Street haben am Mittwoch die Anleger am deutschen Aktienmarkt aus der Reserve gelockt. Der Dax  schloss 0,2 Prozent höher bei 7473 Punkten. Zuvor hatte der Index die meiste Zeit des Tages leicht im Minus gelegen.

Der MDax  legte 0,4 Prozent auf 10.074 Zähler zu. Dagegen büßte der TecDax  0,1 Prozent auf 914 Punkte ein.

Auslöser des Aufschwungs an den US-Börsen waren Händlern zufolge Äußerungen von US-Finanzminister Henry Paulson. Dieser hatte betont, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht durch Probleme der Realwirtschaft, sondern durch die Kreditbranche verursacht worden seien.

Davor hatten gleich mehrere Faktoren den Dax belastet und die Anleger zurückgehalten: Der Euro stieg immer weiter in Richtung 1,39 Dollar, und auch der Ölpreis für US-Leichtöl ging auf Rekordjagd.

Preis für US-Leichtöl erstmals über 80 Dollar je Barrel

Ungeachtet der jüngsten Anhebung der Opec-Fördermengen stieg dieser Preis auf den höchsten Stand aller Zeiten. Der Preis für US-Leichtöl kletterte an der New Yorker Rohstoffbörse erstmals über 80 Dollar je Barrel (159 Liter). Das bisherige Rekordhoch lag bei 78,77 Dollar.

Händler machten sich vor allem Sorgen über einen überraschend starken Rückgang der US-Ölvorräte zu Beginn der Heizperiode. Die Lagerbestände nahmen nach Behördenangaben vom Mittwoch in der vergangenen Woche um sieben Millionen Barrel ab - Experten hatten lediglich mit einem Rückgang von gut zwei Millionen Barrel gerechnet.

Und schließlich sei das Thema Immobilienkrise noch nicht ausgestanden, sagte ein Händler. Viele Anleger hätten daher Angst, ihre Depots umzuschichten oder Aktien zu kaufen. "Niemand weiß, ob sich die Lage vielleicht doch noch zuspitzt, und jeder will deshalb auf der sicheren Seite sein."

FMC gewinnen 3,2 Prozent

An der Spitze des Dax standen mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 37,36 Euro die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) . Sie profitierten von einer Entscheidung eines Beratergremiums der US-Arzneimittelbehörde FDA, wie Händler sagten. Das Gremium sah von einer Empfehlung von Obergrenzen für den Einsatz dreier Blutarmut-Mittel der Hersteller Amgen sowie Johnson & Johnson ab. Bei der Vermarktung der beiden Medikamente Aranesp und Epogen arbeitet Amgen auch mit FMC zusammen.

Die Papiere des hannoverschen Autozulieferers Continental  lagen 1,5 Prozent im Plus. Unternehmenschef Manfred Wennemer sagte auf der IAA in Frankfurt, Conti habe die Kredite für die Übernahme der Siemens-Sparte VDO so gut wie in der Tasche.

Auch die Tui  ging auf der Gewinnerseite aus dem Handel, der Titel verteuerte sich um 1,6 Prozent. Der norwegische Großreeder John Fredriksen hat vor kurzem seinen Anteil an dem Reise- und Schifffahrtskonzern auf etwas über 5 Prozent aufgestockt. "Eine solche Meldung weckt immer Aufstockungsfantasien", sagte ein Händler.

Lufthansa verlieren 3,5 Prozent

Merck  setzten ihre Aufwärtsbewegung vom Vortag mit einem Plus von 2,2 Prozent fort. Am Dienstag hatten gute Nachrichten im Zusammenhang mit einem Medikament gegen Lungenkrebs den Aktienkurs um knapp 6 Prozent in die Höhe getrieben. Das MAN-Papier  profitierte von einer Kaufempfehlung der Citigroup-Analysten und verteuerte sich um 1,7 Prozent.

Auf der anderen Seite des Tableaus gaben Lufthansa  um 3,5 Prozent auf 19,86 Euro nach. Händler erklärten den Kursabschlag mit einer Herabstufung des Papiers durch Morgan Stanley. Die Analysten hätten den Titel auf "Underweight" abgestuft und trauen der Aktie nun nur noch ein Kursziel von 22 Euro zu. "Außerdem belastet auch der hohe Ölpreis. Schließlich wird Kerosin dadurch nicht billiger", sagte ein Händler.

Auch für Papiere des Halbleiterkonzerns Infineon  ging es bergab. Händler erklärten das Minus von 1,8 Prozent mit einer enttäuschenden Marktprognose des Konkurrenten Texas Instruments .

manager-magazin.de mit Material von reuters

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