Börsenschluss Wall Street treibt Dax

Gestützt auf Kursgewinne an der Wall Street hat der Dax den Handel im Plus beendet. Die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke zeigte kaum Auswirkungen. Nachrichten von der Automobilmesse IAA in Frankfurt lockten dagegen Investoren an.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag etwas von seinen Verlusten der vergangenen zwei Handelstage erholt. Mit Spannung hatten die deutschen Anleger auf die Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke in Berlin gewartet,

Der deutsche Leitindex Dax  eroberte die 7400-Punkte-Marke zurück und schloss mit plus 1,12 Prozent auf 7457,90 Zähler. Der MDax  kletterte um 1,81 Prozent auf 10.029,30 Punkte nach oben. Der TecDax  legte um 1,56 Prozent auf 914,28 Zähler zu.

Mit Spannung erwartete Reden von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wurden in den Handelsräumen lediglich als Randnotizen wahrgenommen und blieben daher ohne nachhaltige Auswirkungen. Stattdessen stand vor allem die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt im Fokus.

Bernanke ging bei einer Rede in Berlin nicht auf die künftige Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) ein. Die meisten Auguren rechnen damit, dass die Fed in der kommenden Woche den Leitzins senken wird, um die Auswirkungen der Immobilienkrise abzufedern. Trichet sagte vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments, er glaube, die europäischen Banken würden die aktuelle Krise mit einem blauen Auge überstehen.

"Die Gewinne im Dax an diesem Tag waren im Grunde nichts anderes als eine Gegenreaktion", sagte Händler Ascan Iredi von der Postbank . Insgesamt sei es ein "unspektakulärer Handelstag" gewesen. "Dass Bernanke vor der Fed-Sitzung in der kommenden Woche im Ausland neue Kommentare abgeben wird, war nicht ernsthaft erwartet worden", ergänzte er.

BMW, Daimler und Porsche legen zu

Mit Blick auf die Unternehmen standen laut Händler Iredi vor allem die Autowerte im Mittelpunkt. "Aber auch da wurde nichts Aufregendes berichtet", meinte er. BMW  gewannen 1,99 Prozent auf 43,61 Euro, nachdem der bayerische Autobauer seine Prognosen für das Geschäftsjahr bestätigt hatte. DaimlerChrysler  stiegen um 1 Prozent auf 64,52 Euro. Dass den Aktionären auf der Automesse IAA eine höhere Dividende in Aussicht gestellt wurde, war laut Händler Frank Schneider von Alpha "nicht überraschend".

Die Aktien von Porsche  verteuerten sich um 3,33 Prozent auf 1276,62 Euro und profitierten von der Nachricht, dass der Sportwagenhersteller im Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr zum 13. Mal in Folge einen Rekordgewinn erzielt hat.

Gefragt waren auch die Titel von MAN , die um 1,31 Prozent auf 100,51 Euro stiegen. Analysten und Händler beurteilten die Bekanntgabe eines Auftragsschubs für die Lastwagen- und Bussparte in den vergangenen acht Monaten positiv und sehen es als "willkommenen Schritt zur Kostensenkung" an, dass MAN seine defizitäre Busproduktion nach Polen verlagern will.

Merck führt Gewinnerliste an

Merck führt Gewinnerliste an

Favorit im Dax war jedoch der Titel der Merck KGaA , der nach positiven Nachrichten zum Medikament Erbitux um 5,90 Prozent auf 97,70 Euro nach oben sprang. Das Unternehmen hatte neue Ergebnisse in einer Phase-III-Studie für das Krebsmittel bei der Behandlung von nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) vorgelegt. Mehrere Analysten reagierten mit einer Anhebung ihrer Umsatzschätzungen für das Medikament.

Im MDax legten die Immobilienwerte zu: Gagfah  gewannen 5,93 Prozent auf 14,30 Euro und Patrizia Immobilien  stiegen um 2,87 Prozent auf 10,05 Euro. Ein Händler sprach von einer technischen Reaktion dieser Aktien nach den Kursverlusten der jüngsten Zeit.

Im SDax zählten Vivacon  mit plus 3,26 Prozent auf 19,95 Euro zu den Favoriten. Deutsche Wohnen  rückten um 4,63 Prozent auf 26,68 Euro vor.

Charttechnische Gründe trieben nach Einschätzung von Händlern die Solon-Aktie  nach oben. Der TecDax-Wert stieg um 10,87 Prozent auf 66,41 Euro. Nach dem Scheitern der Aktie an der Marke von 67,30 Euro vor einigen Tagen habe es eine Korrekturbewegung gegeben, sagte ein Händler. Die Aktien von Air Berlin  gewannen im SDax 6,84 Prozent auf 13,12 Euro. Die Deutsche Bank  hatte am Morgen mitgeteilt, sie habe ihre Stimmrechte auf 16,36 Prozent erhöht. Händler meinten, dass dies nun neue Übernahmefantasien geschürt habe, da die Bank möglicherweise Aktien für einen Dritten kaufe.

Opec beschließt Erhöhung der Erdölfördermenge

Die Ölpreise sind am Dienstag nach der Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), die Förderquoten zu senken, etwas gefallen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um sieben Cent auf 75,41 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Auslieferung im Oktober sank um 36 Cent auf 77,14 Dollar.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte am Nachmittag eine Anhebung der Förderquote um 500.000 Barrel je Tag beschlossen. Die Erhöhung der Fördermenge solle am 1. November in Kraft treten. Vor Beginn des Treffens hatte es noch so ausgesehen, als ob die Fördermenge unverändert bleibt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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