Börsenschluss Dax taucht ab

Die Börse in Frankfurt hat mit hohen Verlusten den letzten Handelstag dieser Woche beendet. Alle wichtigen Indizes verloren deutlich an Boden, der Leitindex Dax sackte fast um 2,5 Prozent nach unten. Die dazu nötigen schlechten Nachrichten kamen aus Amerika - und Besserung ist nicht in Sicht.

Frankfurt am Main - Deutschlands Anleger schauten heute mit bangen Blicken auf die Kursanzeige in Frankfurts Börsensaal. Tiefer und immer tiefer schien der deutsche Aktienleitindex Dax  zu sinken. Erst bei einem Minus in Höhe von 2,43 Prozent auf 7436,63 Dax-Punkte war der letzte Handelstag dieser Woche beendet; sie kostete das bedeutendste deutsche Börsenbarometer im Vergleich zur Vorwoche mehr als 2,6 Prozent - und die fast schon sicher geglaubte Aufwärtswende.

Mit dem Dax nach unten gingen zugleich die beiden anderen prominenten Frankfurter Aktienindizes. Der MDax  der mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften verlor 2,32 Prozent auf 10.020,99 Punkte und der Technologiewerteindex TecDax  büßte 1,98 Prozent auf 911,41 Zähler ein.

Grund für den heutigen Kurseinbruch waren die neuesten Konjunkturdaten aus Amerika. In den USA ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im August um 4000 im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Volkswirte hatten indes im Durchschnitt mit einem Anstieg um 118.000 gerechnet.

Die Nachricht reichte, um die nervösen Anleger weltweit in Schrecken zu versetzen. Der Eurostoxx-50-Index sank heute um 102 Zähler auf 4154,09 Zähler, an der Börse in Zürich gab der SMI  um 154 Punkte auf 8676,13 Stellen nach, in London sank der FTSE 100  um 122 Ticks auf 6191,20 Zähler und in Paris verlor der CAC-40-Index  147 Stellen auf 5430,10 Zähler. Auch die Kurse an der New Yorker Wall Street gaben im frühen Handel deutlich nach. Der Dow-Jones-Industrial-Index  verlor bisher 1,7 Prozent auf 13.134 Indexpunkte.

An der Börse in Frankfurt zogen heute vor allem die Kursverluste der Bank-Aktien den Dax nach unten, die für die Indexentwicklung eine wichtige Rolle spielen. So gaben Aktien der Commerzbank  am Indexende um 5,2 Prozent auf 28,61 Euro nach, Deutsche-Bank-Titel  verbilligten sich um 2,89 Prozent auf 89,70 Euro und Anteile der Postbank  rutschten um 3,61 Prozent auf 50,98 Euro ab. Dagegen verteuerten sich SAP-Papiere  als einer der wenigen Gewinner im Dax um 0,27 Prozent auf 40,38 Euro.

In der zweiten deutschen Börsenliga, dem MDax, stürzten vor allem die Titel der Wacker Chemie  ab, die sich um 5,7 Prozent auf 151,84 Euro verbilligten. Auf der anderen Seite verteuerten sich Wincor Nixdorf um 1,8 Prozent auf 64,46 Euro. Im TecDax standen dagegen vor allem Energiewerte unter Druck. Allen voran sanken die Kurse der Solon-Aktie  um 5,4 Prozent auf 62,69 Euro. Nordex-Titel  gaben 5,3 Prozent auf 32,43 Euro ab, und auch die Anteilsscheine von Conergy , Solarworld  und Ersol  verzeichneten deutliche Abschläge. Fester notierten lediglich die Aktien von BB Biotech  mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 61,08 Euro.

Der Ölpreis ist im Verlauf dieser Woche um 2 Dollar gestiegen - und der Preis zeigt weiter nach oben. Am Freitag legte der Preis im Computerhandel der New Yorker Rohstoffbörse um 10 Cent auf 76,40 Dollar pro Barrel zu. Am Montag hatte der Preis noch um 74 Dollar gelegen. Fachleute erwarten weitere Preissteigerungen, nachdem die US-Behörden unerwartet hohe Bestandsrückgänge gemeldet hatten.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere sank heute verglichen mit dem Vortag um drei Stellen auf 4,22 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 115,36 Punkte. Der Bund Future legte hingegen um 0,7 Prozent auf 114,42 Zähler zu, ebenso zog der Euro-Kurs  an: Die Europäische Zentralbank setzte íhren Referenzkurs heute auf 1,3696 Dollar fest, nach 1,3669 Dollar am Vortag. Ein Dollar kostete somit 0,7301 Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa, dpa-afx und reuters

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