Börsenschluss Dax im Sturzflug

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach schwachen Immobiliendaten aus den USA kräftig verloren. Der Dax büßte 134 Zähler ein und rutschte unter die 7600-Punkte-Marke. Alle 30 Indexwerte schlossen im Minus.

Frankfurt am Main - Fröhliche Gesichter waren am Mittwoch Mangelware an den deutschen Börsen, die Aktien haben zum Großteil deutliche Kursverluste verzeichnet. Der Dax  fiel um 1,73 Prozent auf 7588 Zähler. Der MDax  sank um 2,14 Prozent auf 10.239 Punkte. Der TecDax  gab 1,84 Prozent auf 922,18 Zähler ab.

Börsianern zufolge drückten neue negative Daten vom US-Immobilienmarkt die Aktienkurse am Nachmittag weiter ins Minus. Im Juli war der Index für noch offene Hausverkäufe auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gefallen. Er gilt als Frühindikator auf dem Häusermarkt.

Die Schwankungsbreite am Markt sei derzeit sehr hoch, sagte Marktstratege Robert Halver von Vontobel. Negative Nachrichten wie die vom US-Immobilienmarkt wirkten sich entsprechend stark aus. Auch die Äußerungen der Europäische Zentralbank (EZB) zur Schwankungsanfälligkeit am Geldmarkt hätten die Stimmung am Markt belastet. Es gebe zunehmend Zeichen die auf eine Konjunkturabschwächung hindeuteten, sagte ein Marktteilnehmer.

Keinen Einfluss auf die Kursbewegung hatten Händlern zufolge allerdings Meldungen von der Festnahme von drei mutmaßlichen islamistischen Terroristen. "So lange es nicht tatsächlich zu Anschlägen kommt, warten die Anleger ab", sagte Halver. Am Markt werde vor allen Dingen auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag gewartet.

Aktien der Commerzbank  verloren 2,42 Prozent auf 30,24 Euro. Händler sahen ein mögliches Interesse der Bank an der Übernahme des Anteils von Nordrhein-Westfalen an der WestLB skeptisch. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller sagte am Mittwoch, er sehe die Voraussetzungen für einen Einstieg privater Banken bei der WestLB noch nicht für gegeben. In einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeine Zeitung" war auf ein Gespräch zwischen Müller und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verwiesen worden.

Altana und Leoni im MDax vorn

Altana und Leoni im MDax vorn

Tui  verloren 1,55 Prozent auf 19,02 Euro, nachdem bekannt wurde, dass der Touristikkonzern das Joint Venture mit dem Kreuzfahrtanbieter Carnival (Aida) auf Eis legen will. Nach Einschätzung von M.M.Warburg-Analyst Eggert Kuls zeigten sich Marktteilnehmer enttäuscht darüber, dass die im Dezember letzten Jahres angekündigte Zusammenarbeit nun nicht zustande kommen werde.

Im MDax stemmten sich Aktien von Leoni  gegen den negativen Markttrend und legten als zweitstärkster Wert um 0,91 Prozent auf 41,00 Euro zu. Ein Händler verwies auf Anschlusskäufe, nachdem die Aktie des Autozulieferers am Dienstag auf ein neues Rekordlevel gestiegen war. An der Spitze des Index gewannen Altana  1,61 Prozent auf 17,68 Euro. Fundamental gebe es keine neue Nachrichten, sagte ein Analyst. Die Aktie habe aber noch Nachholbedarf.

Stärkster Wert im TecDax waren die Papiere von GPC Biotech  mit einem Plus von 5,52 Prozent auf 9,18 Euro. Ein Händler verwies auf die günstige Stimmung für Biotechnologie-Werte in den USA, wo der Nasdaq Biotechnology-Index einen wichtigen technischen Widerstand überwunden habe, was weltweit zu Zukäufen in dieser Branche geführt habe.

Die Europäische Zentralbank setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,3588 (Dienstag: 1,3580) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7359 (0,7364) Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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