Börsenschluss 130 Punkte Erholung

Die zuletzt heftig gebeutelten Aktienmärkte haben sich am Montag erholt. Nach den Interventionen der Zentralbanken ist der Markt trotz der US-Kreditkrise wieder liquide - der Dax gewann mehr als 130 Punkte.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktien haben am Montag einen Teil der deutlichen Kursverluste der vergangenen Woche wettgemacht. Für den Dax  ging es zum Handelsschluss um 1,78 Prozent auf 7474 Zähler nach oben. Der MDax  gewann 2,55 Prozent auf 10.186 Punkte. Der TecDax  stieg um 0,71 Prozent auf 889 Zähler.

Das größte Plus unter den Dax-Werten fuhr MAN  mit einem Zuwachs von 4,38 Prozent ein. Lufthansa  legte 4,18 Prozent zu, DaimlerChrysler  3,78 Prozent und ThyssenKrupp  3,72 Prozent. Auch die jüngst stark gebeutelten Finanzwerte waren gefragt: Die Titel der Hypo Real Estate  kletterten um 3,21 Prozent auf 40,50 Euro, für die Deutsche Bank  ging es um 2,06 Prozent auf 97,15 Euro nach oben. Auch die Commerzbank  legte kräftig zu.

Nach einem frühen Kursrutsch erholte sich auch die Aktie der Postbank  und gewann 0,89 Prozent auf 54,23 Euro. Hier gab es Nachrichten zu einem Engagement von 600 Millionen Euro bei zwei Gesellschaften des von der Krise schwer getroffenen Rhineland-Fonds der IKB . Von dem Engagement entfalle aber höchstens ein Drittel auf Immobilienkredite und die meisten davon seien von hoher Qualität, betonte ein Sprecher am Sonntag.

Die Aktien der Aareal Bank  sprangen nach der Vorlage der Halbjahresbilanz um 9,53 Prozent auf 32,53 Euro nach oben. Der deutsche Immobilienfinanzierer hatte wegen massiver Sondereffekte im ersten Quartal den Gewinn im ersten Halbjahr deutlich erhöht. Nach Experteneinschätzung war die Quartalsbilanz stark und vor allem das Neugeschäftsvolumen überraschend hoch ausgefallen.

Schwächster Wert im Dax war Siemens  mit minus 1,10 Prozent auf 91,13 Euro. Die Korruptionsaffäre des Konzerns könnte laut einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" noch viel größere Ausmaße haben als bislang bekannt.

Die Titel des Rückversicherers Münchener Rück  legten um 2,66 Prozent auf 129,30 Euro zu, während im SDax  die Papiere der Comdirect Bank  um 10,89 Prozent auf 8,86 Euro nach oben sprangen. Händler verwiesen auf Aussagen des angeblichen Investmentfonds AFC aus Dubai, der Ende vergangener Woche Interesse am Einstieg bei europäischen Unternehmen bekundet und Preise deutlich über den Börsenkursen in Aussicht gestellt hatte. Beabsichtigt sei unter anderem der Erwerb von bis zu 20 Prozent an der Münchener Rück sowie der Kauf wesentlicher Anteile an der Comdirect.

Premiere mit Verlusten

Premiere mit Verlusten

Das unerwartete Ausscheiden des Vorstandschefs Georg Kofler bei Premiere  brachte der Aktie des Bezahl-Fernsehsenders ein Minus von 3,06 Prozent auf 18,03 Euro ein. "Überraschungen bedeuten immer Unsicherheit für den Markt", sagte Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe und verwies darauf, dass bei Premiere nun Ungewissheit über die weitere strategische Vorgehensweiseherrsche.

Dass Kofler in der vergangenen Woche zudem seine etwa 1,2 Millionen Premiere-Aktien über die Börse verkauft hat, die insgesamt 1,25 Prozent des Grundkapitals des Unternehmens darstellten, ist laut einem Händler eine "negative Überraschung". Der Verkauf wirke Übernahmefantasien entgegen, sagte er.

Fraport  büßten unterdessen nach Verkehrszahlen 6,87 Prozent auf 51,27 Euro ein. Händler verwiesen aber insbesondere auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kurssprüngen - die Verkehrszahlen seien «in Ordnung» gewesen.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50  ging mit einem Plus von 2,27 Prozent auf 4255,79 Zähler aus dem Handel. Auch die Börsen in London und Paris verbuchten kräftige Kursgewinne. In New York zeigte sich der US-Leitindex Dow Jones  zum Handelsschluss in Europa etwas fester.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dow jones, reuters

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