US-Notenbank "Abwärtsrisiken haben zugenommen"

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen am Dienstag unverändert belassen. Gleichzeitig weisen die Währungshüter auf Abwärtsrisiken der US-Wirtschaft hin: Dow und Nasdaq reagieren mit einer Achterbahnfahrt.

New York - Die geldpolitische Ausschusss der US-Notenbank (FOMC) hat den Leitzins wie erwartet unverändert belassen.

Der Zielsatz für Tagesgeld liege weiterhin bei 5,25 Prozent, teilte die Federal Reserve (Fed) am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet.

Damit hat die Notenbank zum neunten Mal in Folge den Leitzins nicht verändert. Zuvor war der Leitzins 17 Mal nacheinander um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben worden. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins im Juni 2006 um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Bedingungen für Kreditvergabe können sich verschärfen

Die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum in den USA hätten "etwas zugenommen", heißt es in dem Kommentar der Notenbanker. Zudem könnten sich die Bedingungen für die Kreditvergabe bei Firmen und Verbrauchern verschärfen. Dies führte am Markt zu Sorgen, dass die Firmengewinne darunter leiden könnten.

Die Wirtschaft dürfte in den kommenden Quartalen jedoch weiter moderat wachsen, so die Notenbank. Gestützt werde die Konjunktur durch ein solides Wachstum der Beschäftigung und der Einkommen. Zudem bleibe die Weltwirtschaft robust.

Die Hauptsorge der US-Notenbank bleibe, dass sich die Inflation nicht wie erwartet abschwächt. Die jüngsten Daten zur Kerninflation hätten sich in den kommenden Monaten zwar leicht verbessert. Eine nachhaltige Abschwächung des Inflationsdrucks sei aber bisher noch nicht überzeugend nachgewiesen. Die Fed betonte erneut, dass künftige geldpolitische Entscheidungen vom Ausblick für Inflation und Wachstum abhingen.

Dämpfer für Zinssenkung-Phantasien

Auf Grund der jüngsten Turbulenzen an den US-Hypothekenmärkten spekulieren einige Investoren bereits wieder darauf, dass die Notenbank noch in diesem Jahr die Zinsen senkt. Diese Hoffnungen haben aber einen Dämpfer erhalten, weil die Lohnstückkosten und damit auch die Inflationssorgen zuletzt angestiegen sind.

Der Dow Jones  tendierte zum Zeitpunkt der Zinsentscheidung (20.15 Uhr MEZ) unverändert. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  legte 0,1 Prozent zu. Bis 20.40 Uhr MEZ drehten beide Indizes 0,7 Prozent ins Minus, um bis 21 Uhr wieder deutlich ins Plus zu drehen: Die Schwankungsbreite betrug im Dow Jones knapp 200 Punkte.

Der Dax  hatte am Dienstag 0,9 Prozent fester geschlossen, konnte aber nicht mehr auf die Zinsentscheidung reagieren.

Der Dollar präsentierte sich zum Euro etwas fester: Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,3737 Dollar nach 1,3755 vor der Fed-Mitteilung. Zum

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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