Märkte Finanztitel stützen Dax

Deutliche Gewinne bei Finanzwerten wie Deutsche Bank, HRE und Commerzbank haben den Dax am Dienstag wieder über die Marke von 7500 Zählern getrieben. Doch Anleger bleiben nervös.

New York/Frankfurt am Main - Nach enttäuschenden Produktivitätsdaten aus den USA hat der deutsche Leitindex Dax  am Nachmittag eine Schwächeperiode erlitten, bis Handelsschluss auf Xetra seine Gewinne jedoch wieder auf 0,9 Prozent ausgebaut und auf 7513 Zählern geschlossen.

Der MDax  der mittelgroßen Werte rutschte 0,3 Prozent ab, während der TecDax  dank der Gewinne bei Solarwerten um 1,4 Prozent vorrückte.

Die Produktivität in den USA außerhalb des Agrarsektors war laut US-Arbeitsministerium im zweiten Quartal moderater als erwartet gestiegen. Der Dow Jones  rutschte im frühen Handel um 0,5 Prozent, tendierte bis 18 Uhr MEZ jedoch ebenso wie der Technologieindex Nasdaq Composite  wieder um den Vortagesschluss.

Fed-Kommentar zur Hypothekenkrise erwartet

Insgesamt sei der Handelstag ruhig, sagte ein Händler. Im Fokus stehe die Entscheidung der Fed zu den Leitzinsen, die gegen 20 Uhr 15 MEZ veröffentlicht werde. Eine Änderung des Zinsniveaus wird nicht erwartet. Gewartet werde vor allem auf Aussagen der Fed zur Hypothekenkrise in den USA.

Im Dax  zeigten sich vor allem die Finanztitel erholt. Sie legten um 3 bis 5 Prozent zu, nachdem sie in den vergangenen Tagen wegen der Krise am US-Hypothekenmarkt unter Druck gestanden hatten.

Commerzbank, Deutsche Bank und HRE sehr fest

Die größten Gewinne verzeichnete das Papier der Commerzbank  mit einem Plus von mehr als 5 Prozent. Hypo Real Estate , Deutsche Bank  und Postbank  legten ebenfalls deutlich zu.

Im MDAX gaben die Titel der IKB  einen Großteil ihrer frühen Gewinne ab und legten noch um 0,56 Prozent auf 14,30 Euro zu.

BMW mit gestiegenem Absatz

Aktien von BMW  legten nach der Veröffentlichung der Juli- Absatzzahlen kräftig um 1,76 Prozent auf 43,87 Euro zu. Der Absatzzuwachs im Juli sei erfreulich hoch ausgefallen, auch wenn dies nicht ganz unerwartet sei, sagte ein Händler.

Die Aktie von Bayer  gab nach einem frühen Kursplus ihre Gewinne ab und fiel um 0,80 Prozent auf 51,81 Euro. Der Chemie- und Pharmakonzern steigerte im zweiten Quartal das operative Ergebnis etwas stärker als erwartet und bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr.

Nebenwerte: Kuka, Solon und Qiagen gefragt

Zu den prozentual stärksten Werten im Index der mittelgroßen Werte zählte nach starken Zahlen der Titel des Maschinenbauers Kuka  (vormals IWKA) mit plus 4,37 Prozent 26,30 Euro. Die Prognosen seien allesamt deutlich übertroffen worden, hieß es am Markt.

Die Aktie von Beiersdorf  gab nach einem kräftigen Kursplus am Morgen nach und verlor 0,63 Prozent auf 48,60 Euro. Die Quartalszahlen waren Analysten zufolge dennoch erfreulich ausgefallen.

TecDax: Solon und Qiagen gefragt

Zahlreiche erfreuliche Zwischenbilanzen wurden von TecDax- Unternehmen vorgelegt. Der Titel von Qiagen  war mit plus 6,77 Prozent auf 13,24 Euro Favorit im Index. Das Biotechnologieunternehmen steigerte Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal deutlicher als von Analysten erwartet und erhöhte die Prognosen für das Gesamtjahr.

Solon  stiegen nach starken Halbjahreszahlen um 5,00 Prozent auf 46,20 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,39 (Vortag: 4,35) Prozent.

Der Rentenindex Rex sank um 0,19 Prozent auf 114,34 Punkte. Der Bund Future legte um 0,05 Prozent auf 112,72 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3794 (Montag: 1,3818) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7250 (0,7237) Euro.

Das Öl wird dagegen billiger. Ein Barrel der US-Sorte WTI zur Auslieferung im September kostete im asiatischen Handel am Morgen 71,58 Dollar. Das waren 48 Cent weniger als zum Handelsschluss am Montag. Händler verwiesen auf eine mögliche Abschwächung der US-Wirtschaft im Zusammenhang mit der Immobilienkrise. Das könnte den Ölbedarf des Landes dämpfen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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