Börsenschluss Dax schließt fest

Milliardenschwere Übernahmen und Gerüchte haben die Anleger am Montag auf Trab gehalten. Kursgewinne an der Wall Street gaben dem Dax am Montagnachmittag zusätzlichen Schwung. Im Fokus der Anleger standen wegen Übernahmeplänen vor allem die Aktien von Hypo Real Estate, Depfa und Tele Atlas.

Frankfurt am Main - Der Dax  ging 0,88 Prozent höher auf 7944,21 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Freitag noch deutlich nachgegeben hatte. Der MDax  mittelgroßer Werte stieg um 0,33 Prozent auf 11.147,55 Zähler. Der TecDax  rückte um 1,39 Prozent auf 953,54 Zähler vor.

"Zunächst sah es so aus, als ob die Talfahrt weitergehen würde. Nach dem Start des Handels an der Wall Street haben dann aber auch hierzulande wieder mehr Investoren zugekauft", sagte ein Händler. Dennoch blieb die Skepsis hoch. Ein Börsianer wies auf den starken Euro hin, dessen Rekordjagd die Stimmung trübe. Zudem sei die Krise am US-Hypothekenmarkt weiter in den Köpfen der Investoren, sagte ein weiterer Händler.

Analysten sehen Depfa-Übernahme skeptisch

Großes Interesse der Anleger zog der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate  auf sich, der den Staatsfinanzierer Depfa  für 5,7 Milliarden Euro übernehmen will. Bei Analysten stießen die Pläne auf ein geteiltes Echo. Die Experten der LBBW zweifelten, ob das Geschäft strategisch sinnvoll sei.

"Die Staatsfinanzierung ist ein margenschwaches Geschäft, und die Synergien mit der Immobilienfinanzierung sind auf die Refinanzierung beschränkt", erklärte LBBW-Analyst Robert Mazzuoli. Den Kursrückgang von 6,22 Prozent auf 46,11 Euro führten Börsianer überwiegend auf die geplante Kapitalerhöhung zurück, mit der der Münchener Konzern den Zukauf unter anderem finanzieren will. Dagegen schossen die Aktien der Depfa-Bank um rund 12 Prozent auf 15,46 Euro nach oben und setzten sich an die Spitze im Nebenwerteindex MDax .

Erneut Spekulationen um SAP

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Papiere von SAP  mit einem Plus von 2,85 Prozent auf 41,14 Euro. Händler verwiesen auf einen Artikel im US-Anlegermagazin "Barron's", der Übernahmefantasien ausgelöst habe. "Im 'Barron's' gibt es einen Bericht, wonach SAP Übernahmeziel für Private-Equity-Investoren wäre", sagte ein Händler. Allerdings seien diese Spekulationen nichts Neues. Sie träten immer auf, wenn SAP zuvor starke Geschäftszahlen vorgelegt habe.

Die Aktien des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care  schlossen den Handel mit einem Plus von 2,29 Prozent auf knapp 34 Euro. Im Handelsverlauf hatte das Kursplus zeitweilig mehr als 3 Prozent betragen. Die Titel profitierten davon, dass das staatliche US-Krankenversicherungsprogramm Medicare am Freitag die Unsicherheit über die künftige Erstattungspraxis für die Behandlungen von Dialysepatienten mit Anämiemitteln beendet hatte.

Auch Premiere-Aktien profitieren von Gerüchten

In der zweiten Reihe zogen Premiere  kurz vor Handelsschluss um fast 6 Prozent an. Grund waren Spekulationen über ein angebliches Interesse des französischen Medienkonzerns Vivendi an dem Bezahlfernsehsender. Eine Händlerin sagte: "Das Gerücht ist, dass Vivendi 27 Euro je Premiere-Aktie bieten soll." Beide Unternehmen lehnten einen Kommentar ab. Premiere-Aktien schlossen 4,33 Prozent höher bei 19,75 Euro.

TomTom bietet für Tele Atlas

Die im Technologieindex TecDax  notierten Aktien von Tele Atlas  schossen nach Ankündigung einer Kaufofferte um 30,4 Prozent auf 21,75 Euro in die Höhe. Der niederländische Navigationsgeräte-Hersteller TomTom  will den Konkurrenten Tele Atlas für rund 1,8 Milliarden Euro übernehmen. "Die beiden passen von der Struktur her gut zusammen, die Synergieeffekte sind da, und der Preis scheint auch zu stimmen", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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