Börsenschluss SAP schiebt den Dax

SAP sei Dank - der Dax hat heute deutlich zugelegt. Das Softwareunternehmen meldete so gute Geschäftszahlen, dass die SAP-Aktie dem gesamten Index auf die Sprünge half. Der Rückenwind reichte allerdings nicht, um Deutschlands bedeutendsten Aktienindex auch noch über eine psychologisch wichtige Hürde zu hieven.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat die Marke von 8000 Zählern heute nicht ganz erreicht. Obwohl Deutschlands wichtigster Aktienindex gleich zu Beginn einen kräftigen Schub von den SAP-Aktien erhielt, reicht die Kraft nicht ganz für den Sprung über die psychologisch wichtige Indexmarke.

Der Dax stieg schließlich um 1,24 Prozent auf 7991,21 Zähler. Für den MDax  mittelgroßer Werte ging es um 0,95 Prozent auf 11 219,60 Punkte nach oben. Der TecDax  gewann 1,68 Prozent auf 963,31 Zähler. "Nach den Kursverlusten der Vortage greifen die Anleger jetzt wieder verstärkt bei Aktien zu", sagte Analyst Björn Wolber von Independent Research.

An der New Yorker Börse legte der maßgebliche Dow-Jones-Industrial-Index  im frühen Handel zu: Er stieg 78,61 Punkte oder 0,56 Prozent auf 13.996,83 Zähler und nahm damit erneut die 14.000er Marke ins Visier, die er am Dienstag erstmals überschritten hatte. In Japan erholten sich die Kurse wieder: Der Nikkei-225-Index  stieg um 100,99 Punkte oder 0,56 Prozent auf 18.116,57 Zähler.

An Deutschlands bedeutendster Börse in Frankfurt am Main honorierten Anleger die hohen SAP-Lizenzverkäufe des weltgrößten Herstellers von Businesssoftware mit einem Kursplus von 6,1 Prozent auf 40,06 Euro. Weltweit verkaufte SAP  im zweiten Quartal Programme für 715 Millionen Euro. Von Nachrichtenagenturen befragte Analysten hatten dem Konzern nur Verkäufe im Wert von 674 Millionen Euro zugetraut.

Von neuen Übernahmefantasien profitierten die Titel des Automobilzulieferers Continental  mit einem Plus von knapp 3,4 Prozent auf 108,81 Euro. "Es gibt halt die Spekulationen, dass Blackstone  den Autozulieferer Continental übernehmen könnte, und in dem aktuellen Marktumfeld ist das ein idealer Nährboden", sagte ein Händler mit Blick auf einen Zeitungsbericht. Die "FAZ" hatte geschrieben, dass der hannoversche Konzern die Übernahme durch den Finanzinvestor fürchte.

Ebenfalls gut entwickelten sich heute Siemens-Aktien , die um 2,8 Prozent auf 108,66 Euro zulegten. Der Siemens-Kurs wurde von der Aussicht auf ein mögliches Bietergefecht von Continental und eine Blackstone-Tochter um die Siemens Autozuliefersparte VDO getrieben. Mit Verlusten schlossen dagegen lediglich zwei Werte: Der Preis für Deutsche-Post-Anteilsscheine  fiel um 0,7 Prozent auf 22,70 Euro und BMW-Titel  um 0,4 Prozent auf 47,77 Euro.

In der zweiten Reihe standen Deutz-Aktien  nach einer positiven Analysteneinschätzung mit einem Plus von 6 Prozent auf 9,65 Euro an der Spitze der Gewinner. Salzgitter-Papiere  verteuerten sich um 5,3 Prozent auf 157,15 Euro. Dagegen verloren Premiere-Titel  nach einer Gewinnwarnung 3,6 Prozent auf 19,15 Euro.

Im TecDax stieg der Kurs der Nordex-Aktien  um 5,5 Prozent auf 33,11 Euro, nachdem der Windenergieanlagenhersteller neue Aktien platzierte. Software-AG-Papiere  legten im Sog von SAP 3,7 Prozent auf 77,20 Euro zu. Schwächer schlossen unter anderem Freenet-Anteilsscheine, die einen Tag vor der Hauptversammlung 1,9 Prozent auf 24,35 Euro verloren.

Der Euro notierte am Abend mit 1,3809 Dollar nur noch knapp über der Marke von 1,38 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag einen Referenzkurs von 1,3820 Dollar festgestellt. Die Gemeinschaftswertung hatte am Mittag knapp unterhalb des am Vortag erreichten Allzeithochs von 1,3834 Dollar notiert.

Der Höhenflug des Ölpreises ist nicht zu stoppen, und das seit Januar. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete heute im Computerhandel an der New Yorker Rohstoffbörse 75,65 Dollar. Das waren 51 Cent mehr als am Vortag. Bereits am Mittwoch hatte die Notierung deutlich angezogen. Auch der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent blieb heute hoch. Er erreichte in London 77,33 Dollar, etwa 57 Cent mehr als am Mittwoch. Die deutschen Kunden werden zur Zeit noch durch den kräftigen Euro vor extremen Hochpreisen bei Benzin und Diesel bewahrt.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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