Börsenschluss Kursrutsch in Frankfurt

Anleger haben am Mittwoch wegen der schwachen Zahlen des US-Chipherstellers Intel und der weiter schwelenden Krise am US-Hypothekenmarkt Aktien verkauft. Zudem stimmten Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke nachdenklich - der Dax verlor fast 2 Prozent.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch im Einklang mit einer gedämpften Stimmung an den internationalem Märkten Verluste verbucht. Der Dax  sank um 1,80 Prozent auf 78934 Zähler. Für den MDax  mittelgroßer Werte ging es um 1,43 Prozent auf 11.114 Punkte nach unten. Der TecDax  verlor 1,11 Prozent auf 947 Zähler.

In den USA fielen Konjunkturdaten gemischt aus: Die Baubeginne stiegen im Juni überraschend, allerdings brachen die Baugenehmigungen ein. Auch so blieben die Impulse aus den USA durchwachsen: Zahlreiche Unternehmen legten Zahlen vor und enttäuschten den Markt. Zudem blieben die Aufwärtsrisiken für die Inflation die vorherrschende Sorge der US-Notenbank, sagte Fed-Chef Ben Bernanke.

Darüber hinaus beunruhigt Anleger weiter die Situation um den US-Immobilienmarkt und die Entwicklung der Kredite mit geringerer Bonität. Angesichts der Sorgen um einen Einbruch der US-Immobilienmärkte stieg Händlern zufolge in der Anlegergemeinde die Angst vor höheren Zinsen, so dass Bankenwerte teils unter Druck gerieten.

Von Unternehmensseite her sorgte Intel  für Verstimmung bei den Investoren. Der weltgrößte Chipkonzern hatte wegen des anhaltenden Preiskampfes seine angepeilte Gewinnmarge verfehlt. Daraufhin verloren die Papiere des Münchener Chipherstellers Infineon  2,1 Prozent an Wert.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien des Touristikkonzerns Tui . Sie fielen um 3 Prozent und zehrten damit ihre Vortagesgewinne wieder auf. Börsianer machten für die Kursverluste geplatzte Übernahmespekulationen verantwortlich. Am Dienstagabend hatte die als möglicher Kaufinteressent für Tui genannte spanische Hotelkette Sol Melia entsprechenden Gerüchten eine klare Absage erteilt.

Ganz oben auf der Verliererliste stand der Autohersteller DaimlerChrysler  mit einem Kursrückgang von 3,1 Prozent. Auch die Papiere von Konkurrent BMW  gerieten unter Druck und fielen um 2 Prozent. "Offenbar glauben viele Investoren nun doch, dass der starke Euro Spuren in den Bilanzen hinterlassen könnte und verkaufen", sagte ein Händler. Aktien von Firmen, die wie die Autobauer sehr stark vom Export abhängen, leiden in der Regel besonders unter einer Aufwertung des Euro.

In der zweiten Reihe profitierten Premiere  davon, dass das Bundeskartellamt eine Kooperation des Bezahlfernsehsenders mit dem Konkurrenten Arena bei der Übertragung der Fußball-Bundesliga akzeptiert. "Als Premiere die Bundesliga verloren hat, sind sie stark unter Druck geraten. Wenn sie sie jetzt wieder zeigen dürfen, können sie wieder Kunden gewinnen", sagte ein Händler. Premiere-Aktien setzten sich mit einem Plus von 3,6 Prozent an die Spitze im MDax.

Zu den größten Verlierern im MDax zählte der Stahlhändler Klöckner & Co.  mit einem Kursrückgang von 4,9 Prozent. Händler begründeten das Minus mit der Ausgabe einer Wandelanleihe und einer Herunterstufung durch UBS. "Außerdem sind KlöCo zuletzt sehr gut gelaufen. Wenn der Markt dann fällt, geraten solche Aktien besonders stark unter Druck", sagte ein Börsianer.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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