Börsenschluss Schaukelbörse

Gerade einmal 16 Punkte haben dem Dax am Montag bis zu seinem Rekordhoch von 8136 Zählern gefehlt. Zum Handelsschluss rutschte der Index wieder unter 8100 Punkte. Besonders gut liefen Stahlaktien.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag freundlich geschlossen. Der Dax  legte bis zum Abend um 0,36 Prozent auf 8077 Zähler zu. Mit 8120 Punkten im Handelsverlauf verfehlte das Börsenbarometer sein Allzeithoch von 8136 Punkten vom März 2000 nur knapp. Für den MDax  ging es um 0,63 Prozent auf 11.377 Punkte nach oben. Bei 11.415 Zählern hatte der Index im Tagesverlauf einen Rekordstand erreicht. Der TecDax  rückte um 0,72 Prozent auf 975 Zähler vor.

Händler sprachen von einem ruhigen Marktumfeld. Für eine nachhaltigere Entwicklung fehlten zur Zeit die Kurstreiber. "Auch die Wall Street hilft uns nicht wirklich", sagte ein Händler mit Blick auf die wichtigsten US-Aktienindizes, die nach einem Start im Plus bis zum Xetra-Börsenschluss leicht abbröckelten. Angesichts fehlender fundamentaler Nachrichten rückten wieder einmal Studien und Übernahmegerüchte in den Mittelpunkt.

Stahlaktien gehörten nach positiven Studien zu den größten Gewinnern. Im Dax  gewannen ThyssenKrupp  1,61 Prozent auf 46,14 Euro. Die Deutsche Bank hatte in einer Studie zu Stahlwerten das Kursziel von 45 auf 54 Euro erhöht und die Titel mit "Buy" bestätigt. Im MDax  legten die Anteilsscheine von Salzgitter  um 2,66 Prozent auf 153,79 Euro zu. Die Deutsche Bank hob das Kursziel von 150 auf 175 Euro an und bestätigte die Aktie mit "Buy". Analyst Johan Rode verwies auf die starke Stahlnachfrage und seine deutlich nach oben angepasste Prognose für Stahlpreise.

Gerüchte um RWE-Übernahme

Übernahmespekulationen trieben Aktien von RWE  in die Höhe: Die Titel des Versorgers sprangen zwischenzeitlich bis auf 81 Euro an, schlossen jedoch mit einem Plus von 0,81 Prozent auf 79,70 Euro etwas weniger fest. Händler verwiesen auf Gerüchte, wonach Electricité de France (EdF) 90,28 Euro je RWE-Aktie biete. Ein Börsianer hielt die Spekulationen jedoch für "reichlich unbegründet".

Tui hingegen verloren 1,75 Prozent auf 20,80 Euro und waren damit Schlusslicht im Dax. Händler verwiesen auf einen "Handelsblatt"-Bericht, wonach Europas größter Reiseveranstalter vor der geplanten Fusion mit dem britischen Touristikkonzern First Choice Probleme mit seiner erst zum Jahresbeginn geschaffenen Flugtochter Tuifly hat. "Auf den ersten Blick ist die Strategie des Reiseveranstalters gescheitert, die Fluggesellschaften HLX und Hapagfly in das neue Unternehmen Tuifly zu integrieren", sagte Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet.

Depfa machten im MDax das Rennen

Papiere der Depfa  stiegen an die Spitze des MDax  um 6,80 Prozent auf 14,30 Euro. Händler verwiesen auf Gerüchte, dass Dexia an einer Übernahme interessiert sein soll. Am Markt würden 20,10 Euro je Depfa-Aktie als Preis gehandelt.

Im SDax  gewannen Aktien von Air Berlin  4,23 Prozent auf 17,00 Euro. Ein Händler verwies auf erneute Gerüchte, wonach Air Berlin übernommen werden könnte. Angeheizt wurden die Spekulationen zuletzt durch eine Meldung, wonach die Deutsche Bank von ihrem derzeitigen 12,5 Prozent-Anteil an der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft zehn Prozent im Fremdauftrag hält. Als Käufer kämen sowohl Air France-KLM  als auch Ryanair  in Frage, hieß es von Börsianern. Bereits in der vergangenen Woche waren ähnliche Gerüchte aufgekommen, die viele Börsianer aber als unwahrscheinlich einstuften.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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