Börsenschluss Dax landet sicher im Plus

Erneut schließt der Dax deutlich jenseits der 8000-Punkte-Marke. Getrieben wurde der Leitindex von kräftigen Kursgewinnen bei MAN, Siemens, Linde und Volkswagen wie auch der positiven Entwicklung an der Wall Street. Leiden mussten an diesem Dienstag allerdings SAP-Aktionäre.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Der Dax  schloss 1,2 Prozent fester bei 8051 Punkten und damit wieder über der 8000er Marke. Der MDax  verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 11.165 Zähler.

Der TecDax  legte 0,7 Prozent auf 966 Punkte zu, nachdem er zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch von 975 Zählern erreicht hatte. Positive US-Vorgaben und Analysteneinschätzungen sowie die Entspannung auf der Zinsseite haben Händlern zufolge für Auftrieb gesorgt.

Etwas fester zeigte sich auch die Wall Street. Der Dow Jones  stieg an diesem verkürzten Handelstag (Börsenschluss um 19 Uhr MEZ) um 0,3 Prozent auf 13.577 Punkte. Der Nasdaq Composite verzeichnet ein Plus von 0,5 Prozent auf 2644 Zähler. Händlern zufolge verlief der Handel ruhig, was nicht zuletzt dem Unabhängigkeitstag am Mittwoch geschuldet sei.

Euro macht eine Atempause

Der Euro pendelte am Dienstag um die Marke von 1,36 Dollar und konsolidierte damit etwas zu den Werten des Vortags von über 1,3630 Dollar. Gegen 17.45 Uhr MEZ lag er mit 1,3614 Dollar über dem am Nachmittag festgestellten Referenzkurs der Europäischen Zentralbank von 1,3601 Dollar.

"Nach den großen Kursgewinnen des Euro am Montag war eine Atempause angesagt", resümierte ein Händler. Zwar rechneten viele Marktakteure mit einem weiter steigenden Euro. Auf dem erreichten hohen Niveau schreckten Anleger jedoch vor einem Einstieg in den Euro zurück und warteten lieber niedrigere Kurse ab.

Im Dax wurden MAN  von einer positiven Bewertung durch Goldman Sachs  getrieben und zogen 4,1 Prozent auf 111,75 Euro an. Siemens  legten nach einer Hochstufung durch Lehman Brothers  3 Prozent auf 109,64 Euro zu. Auch Volkswagen  und Linde  verteuerten sich um rund 3 Prozent. SAP führten mit Verlusten von 2,1 Prozent auf 37,19 Euro die Verliererliste an. Der Konzern hatte am Morgen Verfehlungen gegenüber dem US-Konkurrenten Oracle  eingeräumt. Fresenius Medical Care gaben 1,1 Prozent auf 33,91 Euro ab, Hypo Real Estate  1,0 Prozent auf 47,50 Euro.

Wer den TecDax steigen ließ

Wer den TecDax steigen ließ

In der zweiten Reihe verbesserten sich Patrizia Immobilien  um 6,7 Prozent auf 13,68 Euro, nachdem der Konkurrent Deutsche Wohnen mit der Berliner Immobiliengesellschaft Gehag fusionieren will und damit laut Händlern Übernahmefantasie am Markt aufgekommen ist.

Heidelberger Druck  verteuerten sich um 6,5 Prozent auf 38,54 Euro, weil das Beteiligungsunternehmen Centaurus einen Einstieg in Höhe von 3,22 Prozent der Stimmen bekannt gegeben hatte. Mit SGL Carbon  und Leoni  legten noch zwei Werte mehr als 3,5 Prozent zu. Das Feld der Verlierer führten Aareal Bank  mit 1,2 Prozent auf 38,356 Euro an. Norddeutsche Affinerie  konsolidierten rund 1,0 Prozent auf 33,90 Euro.

Im TecDax lagen Wirecard vorn, die sich um 6,1 Prozent auf 10,79 Euro verteuerten. United Internet  stiegen um 3,5 Prozent 15,87 Euro. Händler verwiesen auf charttechnische Gründe, die die Aktien steigen ließen. Stark waren auch erneut Solarwerte, die am Vortag bereits starke Gewinne verzeichnet hatten: Solon  und Ersol  legten jeweils 2,8 Prozent zu. Schlusslichter waren dagegen Adva  und Singulus , die 3,4 beziehungsweise 3,3 Prozent nachgaben.

Skepsis der Aktionäre zu Kraft Foods Milliarden-Einkauf

Die wichtigsten US-Börsen haben sich am Dienstag freundlich gezeigt. Händler verwiesen auf Übernahmeberichte, die weiterhin für positive Stimmung am Markt sorgten. Im Tagesverlauf wurden noch die US-Autoabsatzzahlen für Juni erwartet. Sie gelten nach Händlereinschätzung als Indikator für die Konsumentennachfrage.

Aktien von Kraft Foods gaben nach der Bestätigung der Pläne für die Übernahme der Gebäcksparte von Danone 1,52 Prozent auf 34,99 US-Dollar ab. Der US-Lebensmittelkonzern will den Bereich des französischen Konkurrenten für 7,2 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) in bar übernehmen. Beide Unternehmen rechnen mit einem Abschluss der Transaktion zum Ende des Jahres.

Die Aktien von Ford  verloren 3,42 Prozent auf 9,31 Dollar. Das Unternehmen will im dritten Quartal Rückstellungen in Höhe von 1,47 Milliarden Dollar vornehmen. In schwedischen Medienberichten wurden zudem Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Personenwagen-Tochter Volvo durch Ford als "nicht unwahrscheinlich" eingestuft. Im Handelsverlauf könnte die Aktie auch noch auf die US-Absatzzahlen für Juni reagieren.

18,4 Prozent Plus für Avanir Pharma

Die Aktien von Caterpillar  sanken 3,10 Prozent auf 77,96 Dollar. UBS  hatte den Maschinenbauer in einer aktuellen Studie von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft.

Titel von Avanir Pharmaceuticals sprangen um 18,14 Prozent auf 2,80 Dollar nach oben. Das Unternehmen verkauft nach eigenen Angaben sein Antidepressiva FazaClo an die nicht börsennotierte Azur Pharma, um die Entwicklung eines anderen Medikaments zu finanzieren. Der Preis belaufe sich auf 42 Millionen Dollar und könne durch Lizenzgebühren und andere Kosten bis auf 54 Millionen Dollar steigen.

Aktien von Oracle  legten 0,20 Prozent auf 19,96 Dollar zu. Der US-Softwarekonzern wirft seinem deutschen Konkurrenten SAP vor, sich über die Kundenbetreuungs-Website Softwareprodukte herunter geladen zu haben. SAP, deren Aktie wie erwähnt deutlich nachgab, räumte "unangemessene Downloads" ein.

Die Titel der kanadischen Minengesellschaft Teck Cominco sanken nach Bekanntgabe eines Übernahmeangebots um 3,87 Prozent auf 42,74 Dollar. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben die kanadische Kupfermine Aur Resources übernehmen. Die Offerte belaufe sich auf 4,1 Milliarden kanadische Dollar für sämtliche ausstehende Anteile des Unternehmens.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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