Märkte Dax bleibt stabil

Der Dax hat die Marke von 8000 Zählern erneut durchbrochen und verteidigt. Unternehmen wie MAN haussieren. Gegenwind gibt es jedoch für SAP: Der Softwarekonzern hat im Rechtsstreit mit Oracle "unangemessene Downloads" einräumt.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes haben sich am Dienstag fest präsentiert. Der Dax  stieg bis zum Mittag um 0,99 Prozent auf 8037,29 Zähler. Der MDax , der mittelgroße Werte bündelt, gewann 0,86 Prozent auf 11.139,78 Punkte. Und der Technologiewerte-Index TecDax  legte um 1,12 Prozent auf 969,34 Punkte zu. Händler verwiesen auf positive Vorgaben aus den USA.

"Vor dem verkürzten Handel in den USA und dem US-Feiertag morgen sind die Umsätze hier sehr, sehr dünn", sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba. Nach der Konsolidierung am Montag probe der Dax nun einen neuen Anlauf auf frühere Rekordstände. Angesichts des geringen Geschäftsvolumens sei aber fraglich, wie solide die aktuelle Aufwärtsentwicklung sei.

An der amerikanischen Börse wird wegen des Unabhängigkeitsfeiertags am Mittwoch schon am Dienstag verkürzt gehandelt. Die Schlussglocke läutet nur anderthalb Stunden später als in Europa. Am 4. Juli bleibt der US-Markt geschlossen. "Wegen der absehbaren Flaute versuchen die Investoren, sich jetzt zu positionieren", sagte ein Händler.

"Wir haben schon im frühen Geschäft die Marke von 8000 geknackt, das hat wohl viele überrascht und zu Anschlusskäufen bewogen", sagte ein Börsianer.

SAP  verloren am Dax-Ende 1,21 Prozent auf 37,52 Euro. Europas größter Softwarehersteller hat "unangemessene Downloads" auf Webseiten des Erzrivalen Oracle  eingeräumt. Die SAP-Tochter TomorrowNow habe Wartungsdokumente von Oracle in "unangemessener Weise" heruntergeladen. "Es ist schon ein kleiner Schock, dass wirklich Downloads stattgefunden haben", sagte ein Händler. Nun sei ein materieller Schaden wahrscheinlich, der sich allerdings doch in Grenzen halten dürfte.

Dagegen gewannen MAN -Titel beflügelt von einer positiven Studie 2,51 Prozent auf 110 Euro. Händler verwiesen einstimmig auf einen Kommentar von Goldman Sachs als Antrieb. Die Investmentbanker setzten das Papier auf ihre "Pan-Europe Conviction Buy List". Das Kursziel hoben die Experten von 113 auf 125 Euro. Als Grund für den Schritt nannten die Goldman-Analysten die jüngsten Äußerungen von LKW-Vorstand Weinmann. Danach will MAN bei anhaltender Nachfrage auf aktuellem Niveau seine für 2010 angepeilten Produktionsziele bereits 2008 erreichen

Deutsche Börse steigt

Deutsche Börse steigt

Für die Aktie der Deutschen Börse  ging es um 1,28 Prozent auf 85,47 Euro hoch. Der Börsenbetreiber hat im Juni im Xetra-Handel und an der Terminbörse Eurex die Umsätze kräftig gesteigert. "Ein Großteil der Umsätze kam von heimischen Investoren, die sich am Ende des sehr starken Quartals positionieren mussten. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das im Juli fortsetzen wird", lautete ein Kommentar. Die starken Zahlen sollten die Aktie Händlern zufolge dennoch kurzfristig stützen.

Aktien von Heidelberger Druck  gewannen nach positiv aufgenommenen Aussagen von Konkurrent MAN  6,17 Prozent auf 38,40 Euro. MAN Roland rechnet einem Bericht der "FAZ" zufolge mit zwei Milliarden Euro Umsatz im laufenden Jahr, das EBIT soll um 10 Prozent steigen. "Das zieht Heidelberger Druck mit nach oben", sagte ein Händler. Zudem heizte ein Einstieg des Hedgefonds Centaurus mit einer Anteilsaufstockung auf über 3 Prozent die Stimmung zusätzlich an. Nun hofften die Anleger auf eine Erhöhung dieses Anteils, sagten Händler.

Für Patrizia Immobilien  ging es um 7,49 Prozent auf 13,78 Euro hoch. "Die Titel haben in der Vergangenheit nur verloren - jetzt kommt die deutliche Erholung", sagte ein Händler. Hinzu komme eine gewisse Fantasie im Immobiliensektor durch einen Zukauf der Deutsche Wohnen. Die Immobiliengesellschaft übernimmt die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gehag.

Aktien von Balda  haben am Dienstag mit einem Plus von zeitweise über 8 Prozent zu den Favoriten im SDax gezählt. Gegen 11.05 Uhr stiegen die Titel des Handyausrüsters noch um 4,93 Prozent auf 11,70 Euro, das bisherige Tageshoch hatte bei 12,12 Euro gelegen. Der SDax legte zur gleichen Zeit um 0,66 Prozent auf 6570,22 Zähler zu.

Händler verwiesen auf Medienberichte, in denen das Researchinstitut iSuppli dem Handyausrüster einen wesentlichen Anteil an der Zulieferung für das Mobiltelefon "iPhone" von Apple  bescheinigt. Zudem gebe es Spekulationen um eine Bestätigung des US-Konzerns, dass Balda wirklich Zulieferer für das "iPhone" sei. Apple hatte bereits am ersten Verkaufswochenende mit dem neuen Gerät in den USA große Erfolge erzielt. Bereits in der vergangenen Woche hatte Balda ein Kursplus verzeichnet, nachdem das "Handelsblatt" berichtet hatte, Apple habe seine Order für "iPhone"-Bildschirme bei dem deutschen Zulieferer deutlich erhöht. Balda kommentierte dies nicht.

Anderen Börsianern zufolge muss ein größerer Anleger seine Leerverkaufsposition glattstellen. Es handele sich um einen Hedge-Fonds, hieß es. Dies treibe die Aktien zusammen mit dem nun deutlich verbesserten Chartbild zusätzlich an.

Für die Aktie der Deutschen Börse  ging es um 1,32 Prozent auf 85,50 Euro hoch. Der Börsenbetreiber hat im Juni im Xetra-Handel und an der Terminbörse Eurex die Umsätze kräftig gesteigert. "Ein Großteil der Umsätze kam von heimischen Investoren, die sich am Ende des sehr starken Quartals positionieren mussten. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das im Juli fortsetzen wird", lautete ein Kommentar. Die starken Zahlen sollten die Aktie Händlern zufolge dennoch kurzfristig stützen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters