Börsenschluss Wende auf der Schussfahrt

Nach mehreren verlustreichen Handelstagen hat der deutsche Aktienmarkt wieder Boden gutgemacht - und das obwohl der Ölpreis erstmals seit September vergangenen Jahres wieder zeitweilig über die Marke von 70 Dollar kletterte. Sämtliche Dax-Aktien gewannen heute an Wert, alle bedeutenden Frankfurter Indizes rangierten im grünen Bereich.

Frankfurt am Main - Das führende Frankfurter Börsenbarometer, der Deutsche Aktienindex (Dax ), stieg heute um 1,4 Prozent auf 7910,55 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen börsennotierten Gesellschaften kam 1,92 Prozent auf 10.964,40 Zähler voran und der Technologieindex TecDax  verbesserte sich um 1,85 Prozent auf 922,73 Punkte.

Die Liste der Gewinner im Dax wurde angeführt von Linde-Aktien , die 4,3 Prozent teurer wurden und jetzt 88 Euro kosten. Händler begründeten den Anstieg mit vagen Gerüchten, wonach Experten der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs  das Kursziel für die Aktien des Industriegase-Herstellers bald anheben würden. Ein Marktteilnehmer verwies auf technische Gründe. Die Papiere hätten die Marke von 84,70 durchbrochen, was Nachfolgekäufe ausgelöst habe.

Postbank-Anteilsscheine  gewannen heute 3,96 Prozent auf 64 Euro. Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann hatte zuvor in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, dass die Tochter der Deutschen Post  exzellent zur Commerzbank passen würde. Allerdings antworte die Deutsche Post umgehend, ihre Mehrheitsbeteiligung auf keinen Fall verkaufen zu wollen.

Im MDax gewannen Papiere der Norddeutschen Affinerie an der Index-Spitze 4,52 Prozent auf 32,15 Euro. Händler verwiesen auf Spekulationen über eine weitere Anteilsaufstockung durch A-Tec. Der Österreicher Mirko Kovats habe weitere Käufe in einem Interview nicht ausgeschlossen und er könnte damit seine Position in dem Kupferunternehmen weiter stärken, sagte ein Händler.

Die Papiere des Börsenneulings VTG  haben ihren ersten Handelstag an der Frankfurt Börse mit Verlusten beendet. Der Schlussstand von 17,60 Euro lag unter dem Ausgabepreis von 18,00 Euro und weit unter dem ersten Kurs von 19,00 Euro. Aus dem Emissionsvolumen (inklusive Mehrzuteilungen) von rund 200 Millionen Euro sollen der Gesellschaft brutto rund 160 Millionen Euro zufließen.

Kaum Bewegung gab es im frühen Handel am New Yorker Aktienmarkt, wo man auf die für den Abend angesetzte Zinsentscheidung der US-Notenbank wartete. Allgemein wurde damit gerechnet, dass die Währungshüter den Leitzinsen auf dem derzeitigen Stand von 5,25 Prozent belassen würden. Im frühen Handel notierte der Dow-Jones-Industrial-Index  der 30 führenden Industriewerte praktisch unverändert bei 13.435 Punkten.

In Japan konnten die Kurse nach vier Verlusttagen in Folge wieder zulegen. Der Nikkei-Index  der Börse in Tokio stieg bis Handelsschluss um 0,47 Prozent auf 17.932,27 Zähler.

Der Euro  legte gegenüber dem Dollar heute ebenfalls zu. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3467 Dollar festgesetzt nach 1,3438 Dollar am Vortag. Zudem kletterte der Ölpreis heute erstmals seit dem 1. September 2006 kurzzeitig über die Marke von 70 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor war bekannt geworden, dass Amerikas Benzinvorräte deutlich gefallen waren.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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