Börsenschluss Dämpfer für den Dax

Nach dem knapp verfehlten Rekordhoch vom Vortag hat der Dax einen Rückschlag erlitten. Der Leitindex verlor rund 125 Punkte und rutschte deutlich unter die Marke von 8000 Zählern. Lediglich Infineon-Aktien machten Gewinne. Titel der Hypo Real Estate litten unter einer Abschwächung des Immobilienmarkts.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat sich heute weiter von seinem über sieben Jahre alten Rekordhoch entfernt. Er schloss mit einem Minus von 1,55 Prozent auf 7964,71 Zähler deutlich unter der Marke von 8.000 Punkten. Für den MDax  ging es um 1,68 Prozent auf 10.965,81 Punkte nach unten, und der TecDax  verlor 1,63 Prozent auf 922,07 Zähler.

"Nachdem wir gestern das Rekordhoch bei 8136 Punkten verfehlt haben, haben die Spekulanten auf steigende Kurse das Weite gesucht - das zeigt die erhöhte Nervosität am Markt", sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba. Die jüngste Entwicklung sei ein "klassischer Rücksetzer". Nach Einschätzung des Experten sollte der Markt sich in den kommenden Tagen etwas beruhigen und das Börsenbarometer dürfte bis zum Monatsende um die 8000-Punkte-Marke pendeln.

Gegen den negativen Markttrend gewannen Anteilsscheine von Infineon , dem einzigen Dax-Gewinner, 1,18 Prozent auf 12,81 Euro. Händler verwiesen auf positive Vorgaben aus Asien. Dort hätten einem Analysten zufolge Halbleiterwerte am Morgen deutlich von steigenden Speicherchip-Preisen profitiert. Außerdem habe der Chiphersteller auf der Investorenkonferenz der Deutschen Bank  mitgeteilt, dass das Kerngeschäft gut laufe, erklärte ein anderer Experte. Der Preisanstieg bei den Speicherchips habe auch die im TecDax gelisteten Papiere von Epcos  weniger stark als den Gesamtmarkt um 1,05 Prozent auf 16,09 Euro fallen lassen, hieß es.

Metro-Titel können sich einigermaßen behaupten

Aktien von Metro  konnten sich mit Minus 0,06 Prozent auf 62,37 Euro im schwachen Markt ebenfalls behaupten. Als möglichen Grund nannten Händler Kaufpläne privater Finanzinvestoren im Einzelhandelssektor. Am Vorabend hatte manager magazin exklusiv über das Interesse von KKR (Kurswerte anzeigen) an Deutschlands zweitgrößtem Handelskonzern Rewe berichtet.

Hypo Real Estate  (HRE) litten hingegen laut Händlern unter Sorgen um eine Abschwächung des Immobilienmarktes, die aus den USA nach Europa überschwappten - die Aktie verlor 2,15 Prozent auf 49,15 Euro. "Sollte sich der Häuserbau abschwächen, lässt auch die Nachfrage nach Finanzierungen nach und entsprechend leidet die Hypo Real Estate", sagte ein Börsianer. Zudem gebe es nach der jüngsten Kurserholung bei der HRE-Aktie Gewinnmitnahmen.

Im MDax verloren Aktien von Gagfah  als schwächster Wert 4,09 Prozent auf 16,89 Euro. Händler verwiesen auf Zinssorgen, die den Immobilienwert wegen des hohen Verschuldungsgrades belasteten.

Hedgefonds in Bedrängnis

In New York startete der Dow Jones  und Nasdaq Composite  ebenfalls mit leichten Verlusten. Die Talfahrt der beiden Indizes hatte bereits gestern im späten Handel begonnen.

Das steigende Zinsniveau und die Krise am US-Immobilienmarkt werden an der Börse erneut zum Gesprächsthema, nachdem diese beiden Faktoren wochenlang in den Hintergrund gedrückt worden waren. Auslöser sind die Schwierigkeiten zweier Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns: Mehrere Banken - darunter Merrill Lynch , Goldman Sachs  und JP Morgan - haben sich aus den angeschlagenen Hedgefonds von Bear Stearns zurückgezogen. Bear Stearns hatte Anfang der Woche eine Milliarden-Kapitalspritze als Teil eines Rettungsplanes für seine Fonds vorgeschlagen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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