Börsenschluss Zu kurz gesprungen

Anlauf genommen, gescheut, dann zu kurz gesprungen - der Dax konnte seine Höchstmarke von 8136 Zählern nicht überwinden. Doch Gewinne bescherte der Index den Anlegern trotzdem.

Frankfurt am Main - Der Dax  ist am Mittwoch knapp an einem neuen Allzeithoch vorbeigeschrammt. Der deutsche Leitindex stieg im Handelsverlauf bis auf 8132 Punkte und näherte sich damit bis auf 4 Zähler seinem bisherigen Rekordstand vom März 2000. Fehlende Unterstützung aus den USA ließ das Börsenbarometer dann bis zum Handelsschluss auf 8090 Punkte zurückfallen. Das entsprach einem Plus von 0,7 Prozent.

"Manche Anleger wollten wohl ein neues Rekordhoch sehen, aber die Entwicklung war heute nicht fundamental untermauert", sagte ein Händler. Angesichts fehlender Unternehmens- und Konjunkturnachrichten sollte der Handel auch in den kommenden Tagen eher richtungslos verlaufen. Klare Aufwärtsimpulse könnten am ehesten noch Fusions- und Übernahmegeschichten bringen.

Der MDax  verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 11.153 Zähler, und der TecDax  stieg um 0,8 Prozent auf 937 Punkte. Die gute Stimmung am Markt werde von anhaltenden Übernahmefantasien in zahlreichen Sektoren wie auch von positiven Nachrichten, etwa der Einigung zwischen der Telekom und Verdi, gestützt, sagten Händler.

An der Wall Street tendierten die Kurse gegen 17.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit nach zwischenzeitlichen Verlusten etwas fester. Der Dow Jones  stieg um 0,1 Prozent auf 13 647 Punkte. Der Nasdaq Composite  notierte kaum verändert bei 2627 Zählern. Händler meinten, die Stimmung werde nun wieder von steigenden Zinsen am Anleihenmarkt belastet. Zudem gebe es technisch orientierte Verkäufe.

Stärkster Wert im Dax waren Infineon , die um 3,1 Prozent auf 12,66 Euro stiegen. Lufthansa  verteuerten sich um 2,3 Prozent auf 20,89 Euro. Allianz  gewannen 2,1 Prozent auf 178,64 Euro. Deutschen Telekom  verbesserten sich nach der Tarifeinigung um 0,6 Prozent auf 13,84 Euro. Schwächer notierten vor allem RWE , die 1,8 Prozent auf 79,79 Euro nachgaben. Defensive Titel wie die Versorger seien derzeit nicht gesucht, hieß es im Handel. Die Anleger schichteten wieder in aggressivere Aktien um.

In der zweiten Reihe waren vor allem GEA gesucht, die um 7,6 Prozent auf 25,18 Euro anzogen. Die UBS hat ihr Kursziel auf 31 Euro angehoben. Dagegen verbilligten sich Gagfah  um 2,6 Prozent. Schwächer schlossen auch KarstadtQuelle  und EADS . Im TecDax führten United Internet  die Gewinnerliste mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 15,50 Euro an. Tele Atlas  legten 3,2 Prozent auf 16,64 Euro zu. Schlusslicht waren IDS Scheer , die 1,8 Prozent auf 17,92 Euro verloren.

Der Euro gab bis zum Abend gegenüber der US-Währung leicht nach und notierte bei 1,34-25 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag einen Referenzkurs von 1,34-27 Dollar festgestellt.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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