Börsenschluss Dax verharrt auf Vortagsniveau

Nach schwachen Konjunkturdaten hat der deutsche Leitindex am Dienstag zwei Punkte im Minus geschlossen. Auch MDax und TecDax blieben fast punktgenau auf Vortagsstand. Nennenswerte Gewinne im Dax konnten lediglich Bayer und SAP verbuchen. Die Aktien von ThyssenKrupp fallen dagegen deutlich ab.

Frankfurt am Main - Der Dax  scheut nach dem Höhenflug der vergangenen Tage vorerst vor weiteren Kurssprüngen zurück. Der Leitindex notierte am Dienstag praktisch unverändert und verlor bis 17.30 Uhr minimal 0,03 Prozent auf 8033,52 Punkte.

Sein Allzeithoch hatte der Dax im März 2000 mit damals 8.136 Punkten erreicht. Der MDax notierte unverändert bei 11.126,80 Zählern. Der TecDax  verlor minimal um 0,01 Prozent auf 929,94 Zähler. Die stärksten Gewinne im Dax verbuchte das SAP -Papier  nach positiven Analysteneinschätzungen mit einem Plus von 1,6 Prozent.

Bayer  verbesserten sich um 1,1 Prozent, nachdem der Leverkusener Konzern seine Ergebnisprognose angehoben hat. ThyssenKrupp  verloren dagegen 1,5 Prozent und Adidas  1,7 Prozent und führten damit die Liste der Verlierer an.

Der Euro notierte gegenüber dem Dollar praktisch unverändert. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3403 Dollar festgesetzt nach 1,3404 Dollar am Vortag. Der New Yorker Aktienmarkt eröffneten nach negativen Nachrichten zur Verbraucherstimmung und vom Immobilienmarkt leichter. Der Dow Jones  stieg aber bis 19.20 MEZ um 0,1 Prozent auf 13.692 Punkte, der Nasdaq Composite  lag mit 0,1 Prozent knapp im Minus bei 2627 Punkten. In Japan stieg der Nikkei  minimal um 0,08 Prozent auf 18.163,61 Punkte. Banktitel standen auf den Verkaufslisten der Anleger, gefragt waren dagegen die Aktien von Schiffsbauern und Papierherstellern.

Belastet von einem überraschenden Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen waren die deutschen Standardwerte bis Dienstagmittag nach einer gut behaupteten Eröffnung auf ihr Vortagesniveau zurück gerutscht.

Der Markt reagierte am Vormittag säuerlich auf den ZEW-Index und rutschte in die Verlustzone. "Der ZEW-Index hat in der Vergangenheit nie eine nachhaltige Reaktion an der Börse ausgelöst - diesmal wurden die Daten als Vorwand genutzt, um Gewinne mitzunehmen", sagte Marktstratege Heino Ruland von Steubing. Dies signalisiere eine steigende Nervosität der Anleger auf dem erhöhten Kursniveau.

ThyssenKrupp  rutschten mit zuletzt minus 1,5 Prozent auf 45,12 Euro deutlich ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den starken Kursgewinnen der Vortage. Siemens gaben 0,72 Prozent auf etwa 105 Euro ab. Die Titel legten alleine in der Vorwoche 13 Prozent zu und entsprechend werde auch hier das Kursplus versilbert, hieß es am Markt. Fresenius Medical Care  sackten gegen Mittag um mehr als 2 Prozent auf 34,50 Euro ab, notierten aber zum Handelsschluss bei 35,15 Euro - und damit nur noch 0,34 Prozent in der Verlustzone. Händler verwiesen auf Berichte, dass in den USA möglicherweise eine Zivilklage gegen die die Renal Care Group drohe. Hiervor habe der Dialysespezialist gewarnt und das habe die Aktien deutlich ins Minus gedrückt, so die Händler.

Bayer  schoben dagegen mit einer Prognoseerhöhung die eigenen Aktien um zuletzt rund 1,12 Prozent auf 56,86 Euro an. Das Pharma- und Chemieunternehmen erhöhte wegen verbesserter Ertragsaussichten für sein Gesundheitsgeschäft die Gewinnprognosen für 2007 und 2009. Zum aktuellen Investorentag komme die Erhöhung natürlich gut an, sagte ein Händler. Allerdings sei das Papier bereits sehr gut gelaufen und dies limitiere das Plus.

Im MDax standen Papiere von KarstadtQuelle  mit plus 1,71 Prozent auf 26,23 Euro an mittags noch an der Spitze. "Die Aktie profitiert vom guten Börsenstart von Thomas Cook", sagte ein Händler - zum Börsenschluss schrumpfte das Plus allerdings auf 0,43 Prozent (25,90 Euro). Der mit MyTravel  fusionierte Touristikkonzern Thomas Cook startete an der Börse in London - Karstadt hält noch 52 Prozent an dem Unternehmen. Air Berlin  sackten dagegen im Tagesverlauf um mehr als 7 Prozent. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart durchsuchte am Morgen die Berliner Zentrale der Fluggesellschaft und Privatwohnungen von Managern wegen Verdacht des Insiderhandels. Doch die Börsianer beruhigten sich schnell wieder, vielleicht auch, weil das Delikt erstens schwer nachweisbar ist, zweitens handelte es sich bei der für mögliche private Vorteile eingesetzten Summe lediglich um 1,5 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa, vwd

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