Börsenschluss Dax hält sich über 8000 Punkten

Der Dax ist am Montag zeitweise über die Marke von 8090 Zählern geklettert und damit auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Am Nachmittag flaute der Handel ab, der Leitindex schloss leicht im Plus. Das im März 2000 erreichte Rekordhoch bleibt in Griffweite.

Frankfurt am Main - Der deutsche Leitindex hat sich am Montagnachmittag weiter über der Marke von 8000 Punkten gehalten. Bis zum Nachmittag stieg der Dax  um 0,50 Prozent, das Tageshoch hatte der Index am Vormittag bei 8096 Zähler erreicht. Zum Handelsschluss notierte er bei 8036 Punkten. Der MDax  legte um 0,33 Prozent auf 11.126 Punkte zu. Der TecDax  sank dagegen um 0,80 Prozent auf 930 Zähler.

Gegen 21 Uhr lagen Dow Jones  und Nasdaq Composite  fast auf dem Eröffnungsstand: 13.630 und 2626 Punkte.

"Einige hatten nach der Rally in der Vorwoche und dem Anstieg über 8000 Punkte wohl auf fallende Kurse gesetzt und sind short gegangen. Nun betreiben sie wieder Schadensbegrenzung", sagte ein Händler. Dem schloss sich ein weiterer Börsianer an. "Schon am Freitag wurden viele auf dem falschen Fuß erwischt", so sein Kommentar. Große Impulse seien für den Handelsverlauf aber nicht mehr zu erwarten. Es sei zudem schwierig zu sagen, ob und wann das bisherige Allzeithoch bei 8136 Punkten geknackt wird - eine Seitwärtsbewegung auf dem hohen Niveau sei wahrscheinlich.

Ein anderer Aktienhändler erklärte: "In den nächsten Tagen dürfte der Dax das Rekordhoch anpeilen." Die Stimmung sei weder zu euphorisch noch zu pessimistisch.

Gerüchte treiben Chemie-Aktien an

Die Aktien von BASF  gewannen dank Übernahmespekulationen im Sektor knapp zwei Prozent. Der niederländische Chemie- und Pharmakonzern Akzo Nobel  hat Übernahmepläne für den britischen Chemiekonzern Industrial Chemical Industries (ICI) bestätigt. "Das bringt natürlich Übernahmefantasie in den gesamten Sektor", sagte ein Händler. Teilweise gebe es in London sogar Gerüchte um ein Gegenangebot von BASF. Auch Wacker Chemie  kletterten im MDax  um 1,5 Prozent auf rund 169 Euro - hier stützte zusätzlich eine Kurszielerhöhung von Merrill Lynch von 180 auf 195 Euro.

SAP-Titel holen auf

Die Aktien von SAP  waren ebenfalls gefragt und verteuerten sich um 2 Prozent auf 37,30 Euro. "Sollte sich SAP über 37,50 Euro festsetzen, könnte die Aktie aus charttechnischer Sicht bis auf 40 Euro steigen", sagte ein Händler. Das Papier des Softwarekonzerns habe weiterhin im Vergleich zu anderen Dax-Aktien Nachholbedarf.

Unterdessen verloren die Aktien von Merck  an ihrem ersten Handelstag im Dax 3,6 Prozent auf 103 Euro. Händler verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge Konkurrent GlaxoSmithKline  Ergebnisse für ein Lungenkrebs-Mittel bekannt geben will. Hinzu kämen aber auch Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel vor der Aufnahme in den Leitindex bereits deutlich profitiert hätten.

Die Aktien der Münchener Rück  legten um 0,5 Prozent auf 136 Euro zu. Der Rückversicherer könnte durch Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen bis 2010 deutlich mehr als geplant an die Aktionäre zurückgeben. "Wir sind gut kapitalisiert und wenn sich die Erträge weiter so gut entwickeln, können wir mehr als acht Milliarden ausschütten", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider dem Wirtschaftsmagazin "Euro" (Vorabmeldung). Händler bewerteten die Nachricht als deutlich positiv.

Titel von Siemens  verloren 1,85 Prozent auf 105,20 Euro. Spekulationen um ein Gebot für die britische Invensys  drückten auf den Kurs, sagten Händler. Demnach wolle der Elektrokonzern 5 Pfund je Invensys-Aktie bieten. Das wäre doch eine hohe Prämie und diesen Schreck nutzten offenbar einige Investoren zu Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Anstieg, sagte ein Börsianer.

SGL Carbon  setzten sich unterdessen zuletzt mit plus 7,30 Prozent auf 32,20 Euro an die Spitze im MDax. Händler verwiesen auf charttechnische Gründe. Vor drei Tagen habe die Aktie ihren kurzfristigen Abwärtstrend gebrochen. Nachdem der Widerstand bei 27,40 Euro überwunden war, startete das Papier den starken Kursanstieg.

manager-magazin.de mit material von dpa und reuters

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