Börsenschluss Und wieder abwärts ...

Der Dax hat am Dienstag nach einer Achterbahnfahrt im Minus geschlossen. Das Auf und Ab könnte anhalten. Der Markt sei "hochgradig" nervös, sagen Händler. Siemens-Aktien zählten zu den wenigen Gewinnern im Leitindex - Börsianer schenkten den Übernahmegerüchte um den Konzern allerdings wenig Glauben.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes haben am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Der Dax  ging mit minus 0,36 Prozent auf 7678 Zähler aus dem Handel. Er schwankte hierbei in einer Spanne von 7629 bis 7740 Punkten. Für den MDax  ging es um 1,51 Prozent auf 10.727 Punkte nach unten. Der TecDax  schloss knapp unter der Marke von 900 Zählern, ein Minus von 0,13 Prozent.

Die Märkte seien vor dem großen Verfallstermin am Freitag sehr volatil und nervös, sagte Stefan Söllner, Aktienhändler bei der Postbank. Die Kurse würden derzeit kaum durch fundamentale Nachrichten bewegt. Zudem verbuchten die US-Börsen am Nachmittag ebenfalls Verluste - das bremse zusätzlich, hieß es am Markt. "Der Markt ist hochgradig nervös", sagte ein anderer Händler. "Es gibt einfach keine einheitliche Richtung. Jetzt, wo die Quartalsergebnisse durch sind, fehlen die Impulse für einen weiteren Anstieg." Nach Ansicht vieler Börsianer werde der Dax in den kommenden Wochen weiter schwanken.

Siemens-Titel profitieren von Spekulationen

Aktien von Siemens  hielten sich gegen den Markttrend mit 1,09 Prozent auf 97,43 Euro im Plus. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach der US-Konzern General Electric  (GE) Interesse an einer Übernahme von Siemens haben könnte. Ein Analyst äußerte sich allerdings skeptisch: "Derzeit ist zwar viel vorstellbar, aber diese Spekulation gehört doch mehr in die Kategorie Märchenstunde." Daneben stützten Kurszielerhöhungen von Morgan Stanley sowie der Credit Suisse.

T-Aktie schließt im Minus

Unterdessen fielen die Titel der Deutschen Telekom  um 0,29 Prozent auf 13,61 Euro - sie schlossen damit aber leicht über ihrem Tagestief von 13,52 Euro. Die Telekom und die Gewerktschaft Verdi wollen die Verhandlungen über den geplanten Konzernumbau wieder aufnehmen. Händlern zufolge ist diese Nachricht leicht positiv - nun bestehe die Möglichkeit einer Einigung und für ein Ende des Streiks.

Im MDax  legten Wacker Chemie  um 2,94 Prozent auf 154,30 Euro zu. Merrill Lynch hatte die Titel mit "Buy" und einem Kursziel von 180 Euro gestartet. Die Ausrichtung auf Solarenergie-Anwendungen sei für die gute Entwicklung entscheidend, schrieb Analyst Andrew Stott in einer aktuellen Branchenstudie.

Immobilienwerte leiden unter Zinssorgen

Einige deutsche Immobilienwerte gerieten unter Druck: Gagfah  verloren 5 Prozent auf 18,23 Euro und Patrizia Immobilien fielen um 2,43 Prozent auf 14,48 Euro. Händler verwiesen auf die aktuellen Zinssorgen am Markt. "Sollten die Zinsen weiter steigen, wirkt sich das auf die Immobilienunternehmen aufgrund des hohen Fremdkapitalanteils negativ aus", so der Börsianer. IVG Immobilien  hielten sich unterdessen mit 0,43 Prozent auf 30,11 Euro noch im Plus. Händler verwiesen auf Presseberichte, wonach die Immobilien-Gesellschaft plant, ihr komplettes deutsches Portfolio in einen Reit zu integrieren und 25 Prozent davon an die Börse zu bringen.

Im TecDax  rutschten Nordex  mit 2,04 Prozent auf 26,84 Euro ins Minus. Händler verwiesen auf schwindende Übernahmefantasie. Der französische Atomkonzern Areva verhandelt mit dem Minenausrüster UraMin über eine Übernahme. "Mögliche Spekulationen, dass Areva ein Auge auf Nordex geworfen haben könnte, kühlen sich damit ab", sagte ein Händler.

Außerhalb des Technologie-Index zeigte sich der TecDax-Kandidat Versatel  sehr fest. Die Aktien profitierten von einer Reihe positiver Studien und gewannen 2,49 Prozent auf 23,88 Euro. Unter anderem bewertete die Citigroup Versatel-Aktien in einer Ersteinschätzung mit "Buy" und einem Kursziel von 29 Euro. Das Telekomunternehmen profitiere stark von der anhaltenden Schwäche der Deutschen Telekom und könnte die Kostenführerschaft im deutschen Breitbandmarkt erreichen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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