Börsenschluss Flüstermarkt mit Gewinnern

Ob SAP, Telekom oder Commerzbank: Viele Gewinne gründeten heute auf Börsengerüchte. Ganz lautstark wurde so ein neuer Jahresrekord aufgestellt - auch dank einer vernehmbar brummenden Konjunktur.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat am Dienstag die Kursgewinne der letzten Wochen weiter ausgebaut und stieg um 0,53 Prozent auf 7.659,39 Punkte. Auch der MDax  der mittelgroßen Werte schloss freundlich und legte um 0,31 Prozent auf 10.974,60 Punkte zu. Für das Technologiebarometer TecDax  ging es um 0,68 Prozent auf 878,84 Punkte nach oben.

Analystin Annemarie Schlüter von der Hamburger Sparkasse zufolge trieben vor allem Einzeltitel den Markt an. "Mit der Deutsche Telekom  und SAP  standen Papiere im Fokus, die in den letzten Tagen nicht so stark gestiegen waren wie der Gesamtmarkt", sagte die Expertin. Am Vormittag wirkten sich positive Konjunkturdaten unterstützend aus. Die Konjunkturerwartungen der deutschen Finanzexperten hatten sich im Mai deutlicher als erwartet aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind von 16,5 Punkten im Vormonat auf 24,0 Zähler geklettert. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf lediglich 21,0 Punkte gerechnet

Will die Telekom verkaufen?

Mit plus 2,69 Prozent auf 12,97 Euro war die Deutsche Telekom-Aktie stärkster Dax-Wert. Auf dem Parkett kursierte das Gerücht, Blackstone wolle die Telekom dazu bringen, das T-Mobile Geschäft in den USA zu verkaufen.

"Ausgelöst wurde diese Spekulation durch den Kauf von Alltel in den USA durch Texas Pacific und Goldman Sachs  für rund 27,5 Milliarden Dollar". Das sorge für Fantasie bei der Telekom und deren Bewertung. Nach Angaben aus Branchenkreisen will das Telekomunternehmen jedoch an ihrer amerikanischen Mobilfunktochter festhalten.

SAP-Titel gewannen 2,01 Prozent auf 34,94 Euro. Am Markt gibt es Händlern zufolge Spekulationen, der Konkurrent Oracle  wolle einen 8,2-prozentigen Anteil an den Walldorfern erwerben. "In dieser Höhe müsste das Paket schon von einem der Gründer kommen - und das ist nun mehr als unwahrscheinlich", sagte ein Händler.

MLP unter Druck

MLP unter Druck

Commerzbank-Aktien  verteuerten sich nach Übernahmespekulationen im Bankenbereich um 1,04 Prozent auf 36,76 Euro. Händler verwiesen auf Gerüchte, wonach die Citigroup  an dem Kreditinstitut interessiert sei, um eine größere Rolle bei der Konsolidierung der europäischen Bankenlandschaft spielen zu können.

Im MDax stiegen Aktien von Premiere  um 2,75 Prozent auf 17,55 Euro. Ein Händler verwies auf eine Einschätzung der UBS , wonach das Kartellamt mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent der weit reichenden Kooperation mit Unity Media im Bereich der Bundeliga-Übertragungsrechte zustimmen dürfte. Falls es zu einer Einigung kommen sollte, könnten die Premiere-Aktien nach Einschätzung des Bankhauses auf 18 bis 20 Euro steigen.

Unter Druck gerieten MLP-Papiere  mit minus 2,02 Prozent auf 17,44 Euro. Bernhard Termühlen, Großaktionär des Finanzdienstleisters, hatte den Verkauf von 3,9 Millionen Aktien bestätigt.

Gerücht um QSC-Übernahme

QSC  gaben einen Teil ihre Gewinne ab und legten zu Handelsschluss um 1,80 Prozent auf 5,08 Euro zu. Der Telekomanbieter Freenet  plant nach Angaben aus Branchenkreisen keinen Einstieg bei QSC. An entsprechenden Spekulationen sei nichts dran, verlautete aus Kreisen. An der Börse war zuvor über eine Akquisition des Netzbetreibers spekuliert worden, was den Aktienkurs von QSC angetrieben hatte. Freenet verloren 2,03 Prozent auf 23,70 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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