Börsenschluss Gestählter Dax

Der Dax hat zum Wochenauftakt die 7500-Punkte-Marke verteidigt. Zum Senkrechtstarter entwickelte sich Altana mit einem deutlich zweistelligen Tagesgewinn. Auch Metallaktien stiegen; für Rückenwind sorgte die geplante Milliardenübernahme von Alcan durch Alcoa.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt ist sehr ruhig in die neue Handelswoche gestartet. Der Dax schloss am Montagabend bei 7525,69 Punkten - ein Plus von 0,12 Prozent. Der Leitindex bewegte sich im gesamten Tagesverlauf in einer Spanne von lediglich 30 Punkten. Der MDax  legte um 0,37 Prozent auf 10 849,84 Punkte zu, Der TecDax  gab hingegen um 0,06 Prozent auf 873,39 Punkte nach. In den ersten Handelsstunden erreichten der Dow Jones  und der Nasdaq Composite  Zuwächse von 0,3 und 0,2 Prozent.

Der wichtigste Aktienmarkt Europa in London blieb wegen eines Bankfeiertags geschlossen, entsprechend gab es weniger Impulse als üblich. Nur Altana-Aktien  verzeichneten gegen den Trend rege Nachfrage. Die Titel des Spezialchemiekonzerns stiegen zeitweise um mehr als 13 Prozent auf knapp 22,40 Euro.

"Das Geschäft insgesamt läuft sehr ruhig. Man merkt, dass in London Feiertag ist und dort nicht gehandelt wird", sagte ein Händler. Zudem sei der Höhepunkt der Berichtssaison allmählich überschritten, so dass weniger Kursfantasie im Markt sei.

"Altana fällt heute allerdings aus dem Rahmen, offensichtlich hatten sich einige da gründlich verschätzt", sagte der Händler. Börsianer führten die hohe Nachfrage vor allem auf institutionelle Investoren zurück. Am Freitag, dem Tag der Ausschüttung, hatten die Altana-Aktien unter Herausrechnung des Dividendenabschlags von 34,80 Euro bereits mehr als 60 Prozent zugelegt. Händlern zufolge hatten vor allem ausländische Investoren die Titel vor der Dividendenzahlung verkauft, um Steuern zu sparen. Danach deckten sie sich wieder mit den Papieren ein.

Gewinnmitnahmen bei Tui

Das 33 Milliarden Dollar schwere Angebot des Aluminiumkonzerns Alcoa für Alcan beflügelte Aktien aus dem Stahlsektor. Obwohl nicht direkt der Aluminium-Branche zuzuordnen, legten Aktien wie ThyssenKrupp  oder Salzgitter  um bis zu 2,6 Prozent zu. "Der Markt springt zurzeit auf jedes M&A-Thema. Jetzt ist gerade Stahl an der Reihe", sagte ein Frankfurter Händler.

Auf den Einkaufslisten der Anleger standen auch die Anteilsscheine der Deutschen Börse , die in der Spitze rund 1,5 Prozent zulegten. Händler sprachen von einem günstigen Einstiegsniveau nach den jüngsten Kursverlusten. "Sicherlich ist da auch eine gewisse Erleichterung im Spiel, dass jetzt erst einmal kein Gegenangebot für die ISE absehbar ist." Am Freitag hatte die US-Technologiebörse Nasdaq mitgeteilt, nicht an der US-Derivatebörse ISE interessiert zu sein. Der Frankfurter Börsenbetreiber will die ISE für zwei Milliarden Euro übernehmen. Gesucht waren auch Hypo Real Estate  und Münchener Rück .

Abwärts ging es für die Aktie des Touristik- und Schifffahrtskonzern Tui , dessen Aktien 1,3 Prozent auf 21,30 Euro nachgaben. "Da scheinen jetzt endlich einige zu kapieren, dass weder Herz noch Oetker interessiert sind", sagte ein Händler. Am Freitag hatten Spekulationen kursiert, wonach die früheren Tchibo-Eigner Daniela und Günter Herz über ihre Beteiligungsfirma Mayfair zusammen mit der Oetker-Gruppe für den Touristik- und Schifffahrtskonzern bieten wollten. Die Titel hatten daraufhin bis zu fünf Prozent gewonnen. Henkel  litten unter Gewinnmitnahmen, Aktien von DaimlerChrysler  gaben nach schwachen Absatzzahlen um 1,45 Prozent auf 60,23 Euro nach und übernahmen die rote Laterne im Dax.

BAE Systems mit Milliardenzukauf

BAE Systems kauft für vier Milliarden ein

Im Nebenwerteindex MDax trieb ein charttechnischer Ausbruch die Titel des Karlsruher Anlagenbauers IWKA  zwischenzeitlich um bis zu 6,4 Prozent auf 24,75 Euro. "Wir haben um 24,30 Euro einen historischen Ausbruch gesehen über ein Level, das wir seit 17 Jahren nicht geknackt haben", sagte Marktanalyst Thomas Nagel von Equinet. Dann seien elektronisch Anschlusskäufe generiert worden. Der Anlagenbauer legt am Dienstag seine Quartalszahlen vor. Die Mehrheit der Analysten prognostiziert eine Rückkehr in die Gewinnzone.

Europas führender Rüstungskonzern BAE Systems  plant einen großen Zukauf und baut seine Stellung auf dem lukrativen US-Markt weiter aus. Das britische Unternehmen, das bereits jetzt etwa 40 Prozent seines Umsatzes in den USA erwirtschaftet, übernimmt den Hersteller für Militärfahrzeuge und Panzerungen, Armor Holdings, für 4,1 Milliarden Dollar.

"Umgehend positive Auswirkung auf den Gewinn"

Es ist bereits der zweite große Zukauf in den USA innerhalb der vergangenen zwei Jahre. 2005 hatte BAE den US-Panzerhersteller United Defense für 4,2 Milliarden Dollar übernommen. Seitdem profitiert BAE stärker von den US-Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak.

Wie beide Firmen am Montag mitteilten, wird das Geschäft voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen sein. BAE erhofft sich dadurch eine Steigerung seines US-Umsatzes um mehr als drei Milliarden Dollar. Auch auf den Gewinn werde sich die Übernahme umgehend positiv auswirken, erklärte BAE.

Der Kaufpreis von 88 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von sieben Prozent zum Armor-Schlusskurs vom Freitag. Er schließt auch Schulden in Höhe von 388 Millionen Dollar mit ein. Finanzieren will BAE die Übernahme unter anderem durch den Verkauf neuer Aktien.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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