Börsenschluss Dax nimmt 7500er-Hürde

Der Dax hat am Freitag die 7500-Punkte-Marke deutlich überschritten und ein neues Siebenjahreshoch erreicht. Die größten Gewinner sind Tui, BMW und DaimlerChrysler. Zu den Verlierern zählen Papiere von Siemens und der Deutschen Börse.

Frankfurt am Main - Die Anleger haben sich zum Wochenschluss mit Aktien eingedeckt und den Dax  erstmals seit sieben Jahren wieder über die Marke von 7500 Zählern getrieben. In den Spitze kletterte der Leitindex auf 7526,5 Punkte und notierte damit so hoch wie seit Mai 2000 nicht mehr. Den Handel beendete der Dax 0,5 Prozent im Plus bei 7516,7 Stellen.

"Der Markt will einfach nur nach oben", sagte ein Händler. Dabei trübte auch der schwache US-Arbeitsmarktbericht die Laune der Anleger nicht. Im April wurden in den USA weniger neue Stellen geschaffen als erwartet. Allerdings stiegen die Stundenlöhne weniger stark an als von Experten prognostiziert.

Übernahmespekulationen trieben die Aktien von Tui  um 5,8 Prozent nach oben. "Es gibt Spekulationen, dass die Herz-Geschwister zusammen mit der Oetker-Gruppe für Tui bieten wollen", sagte ein Händler. Bereits in der Vergangenheit waren Gerüchte aufgekommen, dass die früheren Tchibo-Eigentümer Daniela und Günter Herz über ihre Beteiligungsfirma Mayfair bei Tui einsteigen könnten. Sowohl Mayfair wie auch Oetker dementierten.

In der Gunst der Anleger stand auch der Automobilsektor. Händlern zufolge wird die Tarifeinigung in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg positiv gesehen. Die Papiere von BMW  verteuerten sich um 3,5 Prozent. "Die Aussagen zum Ausblick waren recht positiv; die Investmenthäuser haben mit entsprechenden Kommentaren darauf reagiert", sagte ein Händler. BMW hatte am Donnerstag trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal seine Ziele für das Gesamtjahr bestätigt. Gefragt waren auch DaimlerChrysler , die 2,8 Prozent gewannen.

Dividendenabschläge drücken Einzelwerte

Dividendenabschläge drücken Einzelwerte

Die Aktie von Altana  lag wegen des riesigen Dividendenabschlags von 34,80 Euro mehr als 50 Prozent im Minus bei 19,80 Euro. Ohne Dividendenabschlag würde das Papier deutlich im Plus notieren. Am Donnerstag war der Kurs des Spezialchemiekonzerns in der Schlussauktion noch um rund zehn Prozent eingebrochen.

Börsianern zufolge hatten Investoren vor der Dividendenzahlung Anteile verkauft, um Steuern zu sparen. "Jetzt müssen sich viele wieder eindecken", sagte ein Händler. "Die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau für viele auch wieder attraktiv", ergänzte ein anderer Börsianer.

Ex Dividende wurden im Dax auch die Papiere der Deutschen Telekom  und von Eon  gehandelt, die mit Abschlägen von 4,85 beziehungsweise 2,7 Prozent auf der Verliererseite zu finden waren. Der Telekom droht zudem ein Streik. Im Konflikt um die Ausgliederung von 50.000 Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften hatte Verdi ein nachgebessertes Angebot des Telekomriesen abgelehnt und die Urabstimmung empfohlen.

Gewinnmitnahmen drückten die Titel der Münchener Rück  1 Prozent ins Minus. Die Aktien hatten am Morgen noch leicht zugelegt, nachdem der Rückversicherer angekündigt hatte, bis 2010 seinen Aktionären acht Milliarden Euro über Aktienrückkäufe und Dividenden zu zahlen.

Die Papiere des Technologiekonzerns Siemens  verloren ebenfalls 1 Prozent. Das Anfang April gegründete Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) will weltweit etwa 9000 Stellen streichen, um so wettbewerbsfähiger zu werden.

Trotz eines Rekordgewinns im operativen Geschäft im ersten Quartal konnte die Deutsche Börse  die Anleger nicht überzeugen. Die Papiere des Börsenbetreibers gaben 2,1 Prozent nach.

Bei den Nebenwerten im MDax  trieben Übernahmespekulationen die Aktien von Hochtief  3,3 Prozent nach oben. Nach Aussage von Händlern spekulieren die Anleger darauf, dass der russische Industrielle Oleg Deripaska seinen dreiprozentigen Anteil an dem Baukonzern weiter aufstockt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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