Börsenschluss Freitag der 13. paradox

Der gefürchtete Freitag der 13. zeigte sich heute mal anders: An Deutschlands Börse ging es deutlich voran, alle wichtigen Indizes notierten im grünen Bereich - und so erreichte der Frankfurter Aktienleitindex Dax heute das höchste Kursniveau des Jahres. Besonders gefragt waren die Aktien von SAP und Nordex.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich heute mit kräftigen Kursgewinnen ins Wochenende verabschiedet. Der Aktienleitindex Dax  stieg um 0,95 Prozent auf 7210,63 Zähler und erreichte somit das höchste Kursniveau des Jahres. Der MDax  verbesserte sich zudem um 0,56 Prozent auf 10.584,30 Punkte und der Technologieindex TecDax  kam 0,88 Prozent auf 876,23 Zähler voran.

"Im Moment haben die Anleger etwas Zeit zum Luft holen, nachdem der Dax zuvor so schnell und so deutlich zugelegt hatte", sagte ein Händler. "Der Markt hat weiterhin Aufwärtspotenzial." Für zusätzlichen Auftrieb am Markt sorgten am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA. Das Außenhandelsdefizit der weltgrößten Volkswirtschaft fiel im März niedriger aus als erwartet. Die Erzeugerpreise blieben im März zum Vormonat unverändert, Analysten hatten mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet.

Aktien des Softwarekonzerns SAP  um knapp 4 Prozent auf 35,75 Euro nach oben. "Die Analysten von Merrill Lynch setzen für SAP ein Kursziel von 57,50 Euro. Das ist schon eine Marke, die Eindruck macht", sagte ein Händler. Gefragt waren nach einem Analystenkommentar auch die Papiere der Deutschen Börse , die sich um 1,3 Prozent auf 176,67 Euro verteuerten. Die Experten von Credit Suisse  hoben ihr Kursziel für die Papiere des Börsenbetreibers auf 193 von 176 Euro an.

Schwächster Dax-Wert war dagegen die Infineon-Aktie , die mit minus 1,53 Prozent auf 11,60 Euro unter den schwachen Quartalszahlen von Samsung  litt. Der südkoreanische Elektronikkonzern war im ersten Quartal von schwächeren DRAM-Preise und einer schwächer als erwartet ausgefallenen DRAM-Nachfrage belastet worden. Eine Erholung der Preise für DRAM-Chips erwartet das Unternehmen erst in der Mitte des zweiten Quartals.

In der zweiten Börsenreihe sorgten unter anderem die Titel der Wacker Chemie  für Aufmerksamkeit bei den Anlegern. Die Aktie legte um 1,22 Prozent auf 135,79 Euro zu. Analysten der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley  hatten die Geschäftsaussichten der Gesellschaft zuvor günstiger bewertet als in den vergangenen Wochen.

Die im TecDax legte die Nordex-Aktie  an der Index-Spitze zeitweise um 8,3 Prozent auf 27,50 Euro zu. Der Windkraftanlagenbauer hat einen Großauftrag vom Finanzinvestor Babcock & Brown erhalten und soll Windturbinen mit einer Leistung von bis zu 640 Megawatt liefern. Dies ist nach Unternehmensangaben der größte Einzelauftrag in der Nordex-Geschichte. Der Auftragswert liegt nach Einschätzung von Branchenkreisen bei mehr als 650 Millionen Euro, sollten alle Optionen gezogen werden.

Der Euro-Kurs  stieg heute gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Gemeinschaftswährung kletterte am Freitagnachmittag auf 1,3544 Dollar und nicht mehr weit entfernt vom bisherigen Allzeithoch von 1,3667 Dollar, das der Euro im Dezember 2004 erreicht hatte. Hintergrund des Anstiegs ist die Erwartung der Finanzmärkte, dass die Europäische Zentralbank im Juni erneut die Zinsen erhöhen wird und dass dies nicht der letzte Zinsschritt im Euroraum in diesem Jahr sein wird.

In New York prägten nachlassende Zinsängste auf der einen und ein Rückgang des Verbrauchervertrauens auf der anderen Seite die Stimmung am Aktienmarkt. Der Dow-Jones-Industrial-Index  notierte im frühen Handel praktisch unverändert bei 12.563 Punkten. Der japanische Aktienmarkt schloss dagegen schwächer. Der Nikkei-225-Index  verlor 1,01 Prozent auf 17.363,95 Zähler. Verkauft wurden vor allem Stahl-, Auto- und Bankwerte.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters