Börsenschluss Banken füttern den Dax

Kaum erwähnt die Citigroup, man sehe sich Banken in Deutschland sehr genau an, schon steigen die Kurse von Commerz- und Postbank um mehr als zwei Prozent. Auf dem niedrigsten Stand seit sechs Monaten landete dagegen der Michigan-Index zum Verbrauchervertrauen in den USA. Unbeirrt davon schloss der Dax jenseits von 6900 Punkten.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag mit leichten Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. Der Leitindex Dax  schloss 0,29 Prozent höher bei 6917,03 Zählern - in der Spitze hatte er sich mit 6966 Punkten wieder der 7000-Punkte-Marke genähert. Im Wochenvergleich betrug das Plus bescheidene 0,26 Prozent. Der MDax  der mittelgroßen Werte gewann 0,39 Prozent auf 10201,23 Punkte, und für den Technologiewerte-Index TecDax  ging es um 0,45 Prozent auf 846,79 Punkte nach oben.

Marktteilnehmer sprachen angesichts des Quartalsendes auch von Window-Dressing-Maßnahmen - Fondsmanager kaufen noch einmal besonders die Aktien, die sie in ihren gemanagten Fonds haben, um die Kurse und damit auch die Wertentwicklung des eigenen Fonds positiv zu beeinflussen. Allerdings bestehe nun die Gefahr, dass es zu schnell nach oben gehe, was Ängsten vor einer Zinserhöhung neue Nahrung geben könnte.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes ist im März denn auch auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gesunken. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan fiel nach endgültigen Berechnungen von Freitag auf 88,4 von 91,3 Punkten im Vormonat. Vor allem Sorgen über steigende Preise und langsamere Lohnzuwächse dämpften die Stimmung der Verbraucher. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 88,5 Punkten gerechnet.

United Internet führt Gewinnerliste an

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Bankenwerte kletterten dennoch an die Spitze des Dax in Frankfurt. Händler verwiesen auf ein Interview mit der Citigroup , das erneut Übernahmespekulationen für den Sektor angefacht habe. Die US-Bank sehe sich den deutschen Markt sehr genau an, hieß es. Die Aktien der Postbank  führten mit plus 2,18 Prozent auf 65,27 Euro die Gewinnerliste an. Titel der Commerzbank  gewannen 2,16 Prozent auf 33,12 Euro.

Bei den Technologiewerten setzten sich die Aktien von United Internet  nach einem positiven Ausblick auf 2007 mit plus 5,82 Prozent auf 14,55 Euro an die Indexspitze. Der Internetdienstleister peilt für das laufende Geschäftsjahr einen deutlichen Ergebnisschub an.

Solar-Liebling Conergy enttäuscht

Solar-Liebling Conergy enttäuscht

Mit Abstand schwächster Wert war Conergy . Das Papier verlor 6,46 Prozent auf 54,00 Euro. "Insbesondere die Dividende hat den Markt enttäuscht", sagte ein Händler. Der Solarkonzern will für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 wegen hoher Belastungen durch den Bau eines Solarzellen-Werkes auf eine Erhöhung der Dividendenzahlung verzichteten und 10 Cent je Aktie zahlen. Die Markterwartungen hätten bei rund 0,22 Euro gelegen, sagte der Händler.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50  schloss kaum verändert mit plus 0,02 Prozent bei 4181,03 Zählern. Für die Börse in Paris ging es leicht nach oben, während der Londoner Leitindex FTSE 100  zum Wochenausklang leichte Abschläge hinnehmen musste. In New York gab der Dow Jones  zum Handelsschluss in Europa ebenfalls nach, gegen 18.40 Uhr MEZ wies er einen Verlust von 0,2 Prozent aus und notierte bei 12.324 Punkten. Der Nasdaq Composite  lag mit 0,1 Prozent in der Verlustzone, notierte bei 2415 Zählern.

Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3318 (Donnerstag: 1,3352) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7509 (0,7490) Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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