Börsenschluss Flatterige Nervosität

Unsicherheit prägte das Bild heute an der Börse. Nach den starken Kursschwankungen der vergangenen Wochen suchte der Dax nach Orientierung, die Kurse gingen wie auf der Achterbahn rauf und runter. Dabei allerdings blieb es dann: Deutschlands bedeutendstes Börsenbarometer steht zum Handelsschluss deutlich in den roten Zahlen.

Frankfurt am Main - Achterbahnfahrt an der deutschen Börse: Bei geringen Umsätzen verlor der Dax  zu Handelsbeginn zunächst 0,5 Prozent auf 6683 Punkte, zog dann aber wieder auf sein Vortagesschlussniveau von 6715 Punkte an - um schließlich um 1,36 Prozent auf 6623,99 Zähler zurückzufallen. Auch der MDax  der mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften büßt deutlich an Wert ein, und zwar um 0,73 Prozent auf 9657,75 Punkte. Und der Technologieindex TecDax  verliert sogar 2,20 Prozent auf 816,68 Indexstellen.

"Niemand weiß so recht, wohin die Reise jetzt geht, alle warten ab", erklärte ein Händler. "Keiner will im Moment den Kopf zu weit aus dem Fenster strecken."

Der ZEW-Konjunkturindex, der die Stimmung der Finanzmarktprofis misst, fiel etwas besser als erwartet aus und stützte die Kurse. Doch von einem echten Trend wollte niemand sprechen.

An der Dax-Spitze kletterten Altana-Aktien  um 2,13 Prozent auf 46,97 Euro. Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag des Vorstands zugestimmt, den Gewinn aus dem Verkauf von Altana Pharma zur Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 33,00 Euro zu verwenden. Zudem werde für 2006 eine um 18 Prozent höhere Dividende von 1,30 Euro und eine Bonusausschüttung von 0,50 Euro gezahlt. "Sowohl die Höhe der Sonderdividende als auch die erhöhte Ausschüttung und die Bonuszahlung überraschen positiv", sagte ein Händler.

Unterdessen standen Finanzwerte unter Druck. Anteilsscheine der Commerzbank  verloren 2,86 Prozent auf 30,86 Euro, Titel der Hypo Real Estate  fielen um 1,45 Prozent auf 46,10 Euro. Händler verwiesen auf die drohende Zahlungsunfähigkeit der US-Hypothekenbank New Century Financial  als Belastungsfaktor. Dies schüre am Markt Ängste, dass die Turbulenzen am Hypothekenmarkt auf weitere Sektoren übergreifen könnten.

Papiere der Deutschen Bank  konnten vor diesem Hintergrund nicht von den starken Zahlen von US-Konkurrent Goldman Sachs  profitieren und gaben 1,93 Prozent auf 96,46 Euro ab. Die US-Investmentbank hat im ersten Quartal mit einem Rekordergebnis die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Gute Geschäftsdaten heute wirkungslos

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Im MDax  drehten MTU-Aero-Engines-Titel  mit 0,95 Prozent auf 39,62 Euro ins Minus. Dabei hat der Triebwerkshersteller Marktteilnehmern zufolge im Großen und Ganzen gute Zahlen vorgelegt. Sowohl die Umsätze als auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen seien höher als erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Auch der Ausblick sei "in Ordnung". Enttäuscht habe hingegen der Nachsteuergewinn.

Ersol-Aktien  hielten sich mit minus 1,05 Prozent auf 54,82 Euro in einem sehr schwachen TecDax  relativ stabil. Der Solarzellenhersteller hat einen Großauftrag in Höhe von rund 30 Millionen Euro an Land gezogen. Die zur Gruppe gehörende Tochter Aimexsolar werde im Laufe des Jahres Solar-Module mit einer Leistung von zusammen etwa 10 Megawatt nach Spanien liefern.

In den USA eröffnete die Wall Street nach enttäuschenden Konjunkturdaten und Turbulenzen bei US-Hypothekenbanken deutlich schwächer. In den ersten Handelsstunden gab der Dow-Jones-Industrial-Aktienindex  0,45 Prozent auf 12.260 Zähler nach.

In Japan bestimmten Gewinnmitnahmen das Bild. Der Nikkei-225-Index  verlor bis Handelsschluss 0,65 Prozent auf 17.178,84 Punkte. Der Euro legte gegenüber dem Dollar zu. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3218 Dollar festgesetzt, nach 1,3156 Dollar am Vortag.

manager-magazin. de mit Material von reuters

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