Börsenschluss Dax auf ruhiger Bahn

Nach einer Woche mit heftigen Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten haben die Anleger in Deutschland am Mittwoch wieder zaghaft Aktien gekauft. Der Dax schloss leicht im Plus, nachdem er bereits am Dienstag zugelegt hatte.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes sind am Mittwoch freundlich aus dem Handel gegangen. Der Leitindex Dax  schloss 0,34 Prozent höher bei 6617,75 Punkten. Der MDax  legte um 1,37 Prozent auf 9608,57 Zähler zu. Der TecDax  gewann 1,04 Prozent auf 801,52 Punkte. Händlern zufolge stützte vor allem die starke Entwicklung einzelner Werte den Markt. Die wenig bewegten US-Börsen konnten dem deutschen Markt keine Impulse geben.

"Die meisten Anleger glauben immer noch, dass es eine große zweite Welle nach unten geben wird. Deswegen zögern viele noch", urteilte Händler Markus Scharhag von Merck Finck. Händler Ascan Iredi von der Postbank sagte: "Die Erleichterung, dass der Absturz vorerst beendet scheint, stützt den Markt."

Ein Plus von 3,4 Prozent auf 17,88 Euro verzeichneten die Aktien von Tui . Sie profitierten Händlern zufolge vom Einstieg des ägyptischen Touristikunternehmers Hamed El Chiaty. Der Investor kündigte außerdem weitere Käufe von Anteilen des Reisekonzerns an. Volkswagen-Aktien  legten 2,5 Prozent zu. Europas größter Autokonzern stockte seinen Anteil an Scania  weiter auf. VW ist sowohl bei Scania als auch bei MAN Großaktionär und bemüht sich um eine Dreierallianz im Lastwagenbau. MAN rechnet fest mit diesem Bündnis. MAN-Aktien  zogen 3,1 Prozent an.

Branchenfantasie beflügelt auch Metro

Gefragt waren auch die Aktien von Eon , die von einer kräftigen Gewinnsteigerung des Energieversorgers im vergangenen Jahr profitierten. "Außerdem gibt es einige Anleger, die für den Fall eines Scheiterns der geplanten Übernahme von Endesa  auf eine Sonderdividende hoffen", sagte ein Händler. Eon zahlt für 2006 je Aktie 3,35 Euro. Die meisten Analysten hatten mit einer höheren Ausschüttung gerechnet. Die Eon-Aktien kletterten um 1,3 Prozent.

Auf der Dax-Gewinnerliste standen auch die Aktien des Handelskonzerns Metro , die sich um gut 1 Prozent verteuerten. Börsianer verwiesen auf den Einstieg des französischen Milliardärs Bernard Arnault und eines US-Finanzinvestors bei dem französischen Konkurrenten Carrefour . "Damit ist die Fantasie in der Branche zurück und davon kann auch Metro profitieren", sagte ein Händler.

Anleger lassen Adidas links liegen

Zu den Dax-Verlierern zählten die Titel von Adidas , nachdem der Sportartikelhersteller Jahreszahlen vorgelegt hatte. "Das operative Ergebnis und auch der Überschuss im vierten Quartal liegen schon deutlich unter den Erwartungen", sagte ein Händler. Adidas gaben in der Spitze um 2,5 Prozent nach und schlossen 0,3 Prozent im Minus. Ein negativer Analystenkommentar drückte die Aktien von Henkel  0,9 Prozent ins Minus.

Im MDax zählten die Aktien von Bilfinger Berger  mit einem Aufschlag von 4 Prozent zu den größten Gewinnern. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach der britische Baukonzern Balfour Beatty ein Auge auf den deutschen Konkurrenten geworfen haben soll. Bilfinger wollte dies nicht kommentieren. Die Papiere von Fraport  setzten ihre Abwärtsbewegung fort und fielen um 3,5 Prozent. "Aus der Aktie ist erstmal die Luft raus. Viele Anleger sind nach wie vor enttäuscht vom verhaltenen Ausblick, den das Fraport-Management am Dienstag gegeben hat", sagte ein Händler. Die Aktien von Kontron  kletterten im TecDax um 5 Prozent, nachdem der Hersteller von Kleincomputern eine Erhöhung der Dividende angekündigt hatte.

Der EuroStoxx 50  gewann 0,29 Prozent auf 4021,97 Zähler. Für die Leitindizes in Paris und London ging es in einer ähnlichen Größenordnung nach oben. Der US-Leitindex Dow Jones  zeigte sich dagegen zum Börsenschluss in Europa mit leichten Abschlägen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,94 (Vortag: 3,93) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 116,81 Punkte. Der Bund Future gewann 0,12 Prozent auf 116,69 Punkte. Der Kurs des Euro  stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3135 (Dienstag: 1,3100) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7613 (0,7634) Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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