Märkte Dax kommt nicht aus dem roten Bereich

Nervosität an der Börse: Die Kurse aller 30 Dax-Konzerne sind in die Verlustzone gerutscht, nur wenige MDax- und TecDax-Firmen halten sich besser. Die Wertpapierbörse in Frankfurt am Main kann sich nicht gegen die schwache Börsentendenz weltweit stemmen. Die Liste der Kursverlierer führen Stahltitel an.

Frankfurt am Main - Die wichtigsten deutschen Börsenindizes lagen am Montag Nachmittag weiter deutlich in der Verlustzone. Der Dax  verlor bis zum Nachmittag 1,6 Prozent auf 6496 Zähler. Der MDax  gab um 2,8 Prozent auf 9263 Punkte nach. Der TecDax  büßte 3,5 Prozent auf 768,34 Punkte ein.

Händlern zufolge setzt sich die jüngste Talfahrt der Märkte fort. " Auch wenn es nach den drastischen Kursrückgängen der vergangenen Tage bald eine technische Gegenreaktion nach oben geben dürfte, ist der Abwärtstrend noch nicht beendet", sagte ein Marktteilnehmer. Die Märkte seien sehr schwankungsanfällig.

Eon-Aktien hielten sich mit minus 0,93 Prozent auf 95,50 Euro gegenüber dem Markt vergleichsweise gut. Nach dem überraschenden Einstieg des italienischen Energieriesen Enel  beim spanischen Stromversorger Endesa  planen die Düsseldorfer laut "SPIEGEL" angeblich, sich eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent an Enel zu sichern. Zuletzt gab die italienische Regierung bekannt, sie wolle Eon bei einem Einstieg bei Enel keine Steine in den Weg legen.

Im Bann der japanischen Stahltitel

Positiv beeinflussten Gerüchte, wonach die beiden Großaktionäre von Endesa, Acconia und Enel, eine Zerschlagung des spanischen Versorgers planten, sagte ein Börsianer. Damit würde für Eon ein Konkurrent aus dem Weg geräumt.

Stahlwerte gehörten zu den größten Verlierern. Die Aktie von ThyssenKrupp  gab am Dax-Ende 3,84 Prozent auf 35,59 Euro ab. Für das Papier der MDax-notierten Salzgitter ging es um 3,58 Prozent auf 90,25 Euro nach unten. Die Titel von Klöckner & Co.  Co verloren trotz einer positiven Studie 5,44 Prozent auf 35,83 Euro. Händler verwiesen auf Japan, wo die Stahltitel herbe Verluste erlitten hatten.

Die Henkel-Aktie gab nach einem negativen Analysten-Kommentar 3,22 Prozent auf 102,17 Euro ab. Die Quartalszahlen seien von niedriger Qualität gewesen, schrieb Merrill Lynch in einer Studie. Zudem sei die Bruttomarge außergewöhnlich schwach gewesen.

Stada-Aktien erholten sich nach der Vorlage von Zahlen von ihrem Tagestief bei 40,29 Euro und verzeichneten als einer der wenigen Werte ein deutliches Plus von 1,33 Prozent auf 43,55 Euro. Der Generika-Hersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert und eine kräftige Dividendenerhöhung angekündigt.

Keiner der 30 Dax-Werte verbuchte Montag Kursgewinne. Bis 15.20 Uhr verringerte sich das Dax-Minus auf rund 1,5 Prozent. Neben ThyssenKrupp, Henkel  und Lufthansa  bog auch MAN  auf die Verliererstraße ein - 3,8 Prozent auf 77,60 Euro verloren die Aktien bis zum Nachmittag.

Unterstützung erst bei 6200 Punkten?

Viele Börsenexperten zeigten sich skeptisch. "Wir rechnen in der neuen Börsenwoche mit einer anhaltenden Korrektur", sagt beispielsweise Michael Köhler von der Landesbank Baden-Württemberg. Und die Landesbank Berlin ergänzt: "Beim Dax halten wir in den kommenden Wochen einen Rückfall bis zur Unterstützung um 6200 Punkte für durchaus möglich."

Einzig im TecDax verbuchen Freenet- und Mobilcom-Anleger leichte Gewinne von 0,5 sowie 0,15 Prozent, die Anteilsscheine aller anderen Firmen in den beiden Auswahlindizes MDax sowie TecDax der Frankfurter Börse stehen in den roten Zahlen.

Asiens tiefrote Vorgaben

Asiens tiefrote Vorgaben

Die Aktienmärkte in Asien waren erneut mit Kursverlusten in die neue Woche gestartet. Der Nikkei-Aktienindex  in Tokio fiel am Montag deutlich unter die Marke von 17.000 Punkten und damit auf den tiefsten Stand in diesem Jahr. Das 225 Werte umfassende Börsenbarometer schloss 3,34 Prozent im Minus bei 16.642 Punkten. Es war der größte prozentuale Tagesverlust seit neun Monaten. Der breiter gefasste Topix verlor 3,42 Prozent auf 1662 Zähler.

Ähnlich sah es an den anderen Börsenplätzen aus: In Südkorea ging es 2,7 Prozent bergab und in Hongkong knapp drei Prozent. Taiwan verlor 3,74 und Singapur gar 4,5 Prozent. "Es scheint irgendetwas Schlimmes zu passieren, aber es gibt keinen eindeutigen Grund. Das Unwissen macht die Lage schlimmer und so verkaufen die Leute einfach nur noch", sagte Lim Chang Gue von Samsung Investment Trust in Seoul.

In Schanghai gab der chinesische SSE Composite 3,5 Prozent nach. Der dortige Kurssturz am Dienstag hatte für Verunsicherung bei den Anlegern weltweit gesorgt und zu den größten Verlusten seit 2001 geführt. "Heute wird es wehtun", hatte Shinji Igarashi von Chuo Securities die Entwicklung in Asien vorhergesagt. "Es gibt wirklich überhaupt keine Gründe, zu kaufen."

Harte Zeiten für Devisenspekulanten

Für die Verluste wurden erneut auch Carry Trades verantwortlich gemacht. Dabei leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und legen die Mittel in Hochzinswährungen wie Euro oder Dollar an. "Hedge-Fonds-Manager und Spekulanten, die Aktien mit Geld aus Carry Trades gekauft haben, müssen ihre Aktien jetzt verkaufen, um ihre Währungspositionen zu schließen", sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities.

Kaum anders das Bild auf dem wichtigsten Aktienmarkt der Welt in New York. Dortige Leitindex Dow-Jones-Industrial-Index  hatte am Freitag ein weiteres Prozent verloren, die Nasdaq 1,5 Prozent. Im Wochenverlauf büßte Amerikas Paradeaktienindex somit 4,2 und die Nasdaq 5,85 Prozent ein. Das war die schwärzeste Woche in den USA seit rund vier Jahren.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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