Börsenschluss T-Aktie machte das Rennen

Zum Wochenende ist der Dax knapp unter der Marke von 7000 Punkten aus dem Handel gegangen. Vor allem Kursgewinne der Schwergewichte Deutsche Telekom und RWE verhalfen dem Index zu einem Plus. Im MDax profitierten MLP-Titel erneut von Gerüchten.

Frankfurt - Der Dax  hat sich am Freitag mit einem leichten Plus ins Wochenende gerettet. Der Leitindex schloss 0,27 Prozent höher bei 6993 Punkten, nachdem er über weite Strecken des Tages kaum verändert notiert hatte. Damit lag der Index weiter unter der Marke von 7000 Zählern, die er vor einigen Tagen zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren übertroffen hatte. Der MDax  legte um 0,61 Prozent auf 10.235 Zähler zu, während der TecDax  0,14 Prozent auf 862 Punkte verlor.

"Ich bin der Meinung, dass der Dax  noch weiter laufen wird", sagte ein Händler. "Die Unternehmenszahlen sind gut und liegen oft über den Erwartungen, daher ist der Markt noch nicht zu teuer." Der überraschende Rückgang des Ifo-Index im Februar trübte die Stimmung am Markt nur wenig. "Deutschland steht keine dramatische Konjunkturabkühlung bevor", erklärte Volkswirt Jürgen Michels von der Citigroup.

Der Ölpreis rückte am Freitag wieder etwas stärker in den Vordergrund. Unter anderem die Angst vor zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA trieb an den Öl-Terminmärkten den Preis für ein Fass Öl wieder auf mehr als 61 Dollar.

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien des Index-Schwergewichts Deutsche Telekom  mit einem Aufschlag von 2,53 Prozent auf 13,79 Euro. Händler begründeten das Plus unter anderem mit dem Inkrafttreten des Telekommunikationsgesetz zum VDSL-Netz am Samstag. Nach Ansicht von EU-Kommission und Telekom-Konkurrenten wird dadurch die Deutsche Telekom bevorzugt. Ein Börsianer merkte zudem an: "Die Anleger suchen nach Aktien, die noch nicht so gut gelaufen sind. Und davon profitiert die T-Aktie auch." Die Aktien des Bonner Konzerns haben seit Jahresbeginn 2,8 Prozent verloren, während der Dax knapp 6 Prozent gewonnen hat.

Mit einem Plus von 1,45 Prozent standen die Papiere von RWE  weit oben auf der Einkaufsliste der Anleger. Zwei Tage nach der Ankündigung des Abschieds von Konzernchef Harry Roels wies der Energiekonzern einen leicht über den Schätzungen von Analysten liegenden Umsatz- und Gewinnanstieg aus.

Aktien der Deutschen Börse wieder gefragt

Zeitweise um bis zu 2,40 Prozent legten die Aktien der Deutschen Börse  zu. "Das ist zum einen eine technische Erholung und zum anderen die Meldung, wonach Atticus eine Abspaltung von Clearstream will", sagte ein Händler. Der US-Hedge-Fonds Atticus will zwar keine Loslösung von Clearstream aus dem Konzernverbund, hat sich aber für eine rechtliche Verselbstständigung der Abwicklungstochter unter dem Dach der Börse stark gemacht, wie der Hedgefonds am Freitag präzisierte. Mit einem Anteil von knapp 12 Prozent ist Atticus einer der größten Aktionäre des Börsenbetreibers. Die Aktien der Deutschen Börse schlossen 0,75 Prozent höher auf genau 163 Euro.

Positive Analystenkommentare gaben den Aktien des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care  (FMC) und denen des Mutterkonzerns Fresenius  kräftig Auftrieb. Die FMC-Aktien legten im Dax  2,09 Prozent zu, die Fresenius-Titel kletterten im Nebenwerteindex MDax  um 2,15 Prozent.

Die ebenfalls im MDax notierten Aktien von Klöckner & Co.  kletterten um 5,62 Prozent auf 40,57 Euro und standen damit an der Spitze des Nebenwerte-Index. Analysten der Deutschen Bank hatten zuvor ihr Kursziel für die Titel des Stahl- und Metallhändlers von 33 auf 50 Euro erhöht hat. Die Empfehlung bleibt "Buy".

MLP  zogen um 3,22 Prozent auf 18,28 Euro an. Zeitweilig hatte das Kursplus sogar rund 5 Prozent betragen. Ein Händler sprach von wieder aufgeflammten Gerüchten um ein Interesse der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) an dem Finanzdienstleister. Dies treibe die Aktie nach der jüngsten Kurskonsolidierung wieder nach oben.

Im TecDax  setzten die Titel von Aixtron  ihren Höhenflug fort und stiegen um gut 10 Prozent. Händler erklärten das Interesse an den Aktien des Chip-Anlagenbauers mit den am Vortag bekannt gegebenen Aufträgen aus China.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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