Börsenschluss Dax prallt an 7000-Punkte-Marke ab

Der Gipfelsturm währte nur kurz. Der Dax hat am Mittwochmorgen erstmals seit Jahren wieder 7000 Punkte übertroffen, drehte allerdings schnell wieder ins Minus. Größte Verlierer waren die Aktien von RWE, ThyssenKrupp und DaimlerChrysler.

Frankfurt am Main - Der Leitindex Dax  hat am Mittwoch erstmals seit November 2000 wieder die Marke von 7000 Punkten genommen. Allerdings konnte das wichtigste deutsche Börsenbarometer diese Marke nicht verteidigen und ging mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 6942 Zähler aus dem Handel. Der MDax  verlor 0,4 Prozent auf 10.163 Punkte und der TecDax  0,7 Prozent auf 857 Punkte.

Für viele Anleger sei das Erreichen der 7000-Punkte-Marke das Signal für kleinere Gewinnmitnahmen gewesen, sagte Stratege Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Nachdem der Dax seit Jahresbeginn ohne Korrektur mehr als 6 Prozent gewonnen hatte, seien nun insbesondere einige schwer gewichtete Titel wie RWE und DaimlerChrysler "heiß gelaufen" und besonders anfällig für Gewinnmitnahmen. Am Nachmittag hätten schwache Konjunkturdaten aus den USA den Druck auf Aktien noch erhöht.

Weiteren Auftrieb verhinderten die im frühen Handel an der New Yorker Wall Street leichter tendierenden Kurse. So verlor der Dow Jones  bis 17.45 Uhr MEZ 0,5 Prozent auf 12.727 Punkte und der Nasdaq Composite  0,1 Prozent auf 2510 Zähler.

Der Euro  notierte am Abend etwas schwächer bei 1,3129 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,3145 Dollar festgestellt hatte. Die US-Verbraucherpreise, die höher als erwartet ausgefallen waren, übten etwas Druck auf die Gemeinschaftswährung aus, urteilten Devisenhändler.

Stärkster Verlierer im Dax waren RWE-Aktien , die 3,4 Prozent auf 78,35 Euro einbüßten. Die Anleger sind offenbar verunsichert über die Entscheidung des Aufsichtsrates, den Stahlunternehmer Jürgen Großmann zum Nachfolger von Vorstandschef Harry Roels zu benennen. DaimlerChrysler-Titel  gaben 2,8 Prozent auf 53,94 Euro ab. ThyssenKrupp-Aktien  verbilligten sich nach dem Bußgeldbescheid der EU-Kommission um 1,1 Prozent auf 38,96 Euro.

Gefragt waren hingegen Wertpapiere der Deutschen Börse , die vor der nachbörslichen Bekanntgabe ihrer Bilanzzahlen am Abend 2,8 Prozent auf 167,88 Euro zulegten. Aktien von Fresenius Medical Care  stiegen einen Tag vor der Veröffentlichung von Geschäftszahlen 1,3 Prozent auf 113,00 Euro. Aus dem gleichen Grund dürften Allianz-Titel  0,9 Prozent auf 156,55 Euro zugelegt haben.

In der zweiten Reihe verloren Aktien der Aareal Bank  nach Geschäftszahlen knapp 3 Prozent auf 37,39 Euro. Die Daten sind nach Einschätzung eines Analysten operativ leicht enttäuschend ausgefallen. Parallel zur Dax-Tochter Fresenius Medical Care legte der Mutterkonzern Fresenius  am Tag vor der Bilanzvorlage ebenfalls 1,9 Prozent auf 58,33 Euro zu. An der Spitze des MDax  gewannen Vossloh-Aktien  5,43 Prozent auf 67,57 Euro. Ein Auftrag von Mitsui Rail Capital Europe (MRCE) über sieben Diesellokomotiven hat dem Papier einen Schub auf ein neues Rekordhoch gegeben.

Im TecDax  gaben ErSol-Aktien  nach Zahlen um 4,5 Prozent auf 55,50 Euro nach. Titel der Software AG rutschten nach der Rallye vom Vortag um 3,1 Prozent auf 61,05 Euro ins Minus. Schwächer notierten zudem die Solarwerte. Stärkster Gewinner war hingegen Wirecard  mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 8,98 Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und dpa-afx

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