Börsenschluss Dax bremst trotz Volkswagen

Der Dax hat am Dienstag seine Gewinne vom Vortag teilweise wieder abgegeben. Gegen den Trend deutlich zulegen konnten allerdings die Aktien von Volkswagen mit einem deutlichen Plus von 8 Prozent.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat am Dienstag trotz kräftiger Gewinne bei der Aktie des Autoherstellers Volkswagen leicht nachgegeben. Der deutsche Leitindex verlor bis zum Ende des elektronischen Handels 0,06 Prozent auf 6983 Punkte, nachdem er zuvor unter 6590 Zähler abgerutscht war.

Der zuletzt starke MDax  büßte 0,19 Prozent auf 10.196 Punkte ein. Der TecDax  hingegen legte 0,41 Prozent auf 862 Zähler zu.

Druck auf die Kurse kam zwischenzeitlich von einem schwachen Auftakt der Wall Street. In New York starteten die Börsen wegen eines Feiertages am Montag mit einem Tag Verzögerung in die neue Handelswoche.

Mit weitem Abstand führten Volkswagen  die Dax-Gewinnerliste mit einem Aufschlag von fast 8 Prozent auf 94,94 Euro an. Der Wolfsburger Konzern steigerte den operativen Gewinn 2006 um mehr als 50 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 2,75 Milliarden Euro übrig. Für das laufende Jahr sagte das Unternehmen einen operativen Gewinnzuwachs voraus.

"Die Zahlen sind sehr gut, operatives Ergebnis und Nettoergebnis lagen über unseren Erwartungen", sagte Analyst Marc-Rene Tonn von MM Warburg. "Der Ausblick ist auch gut." Im Gefolge der VW-Aktie legten auch die Anteilsscheine von Großaktionär Porsche  um 2,66 Prozent zu. Papiere des Autozulieferers Continental  verteuerten sich nach einem positiven Analystenkommentar um 1,8 Prozent auf 101,05 Euro. Die Branchenexperten von Citigroup hoben das Kursziel für die Conti-Aktie auf 120 von 100 Euro an. Auf der Verliererseite standen dagegen die Aktien von DaimlerChrysler und BMW .

Die Papiere von DaimlerChrysler  fielen um bis zu 2 Prozent. "Man muss einfach sehen, woher die Aktie kommt. Da nimmt man gerne mal ein paar Gewinne mit", sagte ein Händler. Die Aktien des Autobauers haben seit vergangenen Mittwoch rund 15 Prozent gewonnen, nachdem DaimlerChrysler eine Trennung von Chrysler nicht mehr ausgeschlossen hatte. Anteilsscheine von BMW gaben um 1,9 Prozent nach. Die Analysten von Morgan Stanley hatten die Aktien des Autokonzerns heruntergestuft.

"Tui ein Spielball der Elemente"

"Tui ein Spielball der Elemente"

Leichte Kursverluste von zeitweise 0,6 Prozent verzeichneten die Aktien von Lufthansa , obwohl die Fluggesellschaft am Montag kurz vor Börsenschluss mit 800 Millionen Euro den höchsten Gewinn ihrer Geschichte ausgewiesen hatte. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Überschuss von 550 Millionen Euro gerechnet. Die Lufthansa will ihren Aktionären eine um 20 auf 70 Cent erhöhte Dividende zahlen. Börsianer sprachen von einem guten Ergebnis, verwiesen aber auch darauf, dass die Lufthansa-Aktien zuletzt gestiegen seien. "Jetzt ist eine gute Gelegenheit Gewinne einzustreichen", sagte ein Händler.

Papiere des Touristikkonzerns Tui  verbilligten sich um bis zu 2,5 Prozent auf 18,25 Euro. "Tui ist wegen Spekuklationen um die Zukunft des Unternehmens und um Firmenchef Frenzel ein Spielball der Elemente. Mal hoch, mal runter - seriöserweise darf man hier nicht mehr mitspielen", sagte ein Händler.

Die Aktien von RWE  litten unter anhaltenden Spekulationen um die Zukunft des Vorstandschefs Harry Roels und gaben 1,5 Prozent nach.

Im Technologieindex TecDax  schnellten Papiere der Software AG  um bis zu 20 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen peilt binnen fünf Jahren beim Umsatz die Milliardengrenze an. Nordex  setzten ihren Höhenflug fort und stiegen um 3 Prozent. Die Papiere profitierten nach Aussagen von Händlern von der starken Nachfrage nach Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters

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