Wochenausblick Über die 7000 schunkeln

Während sich einige Teile Deutschlands in diesen Tagen ganz dem Karneval hingeben, stehen die Börsianer vor einer Woche mit diversen Bilanzzahlen großer Konzerne. Feierlaune und gute Ergebnisse könnten den Dax gemeinsam über die 7000-Punkte-Grenze tragen.

Frankfurt am Main - "Der Aktienmarkt ist durchaus noch im Aufwind und die Flut an Quartalszahlen sollte die Kurse weiter steigen lassen", sagt Aktienstratege Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Mit den Bilanzen etlicher Großunternehmen aus Dax  und MDax  erreicht die Berichtssaison ihren Höhepunkt.

"Der Markt will die 7000-Punkte testen, und knapp fünfzig Punkte sind in dem Umfeld keine wirklich große Hürde", meint Markus Reinwand von der Helaba. In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und 0,7 Prozent auf 6957 Punkte gewonnen. Damit notiert er auf dem höchsten Niveau seit sechs Jahren. Allein in den vergangenen sechs Monaten hat der Dax 1200 Zähler zugelegt.

Experten rechnen damit, dass die Rally nach der Bilanzsaison zumindest vorübergehend eine Pause machen könnte. "Beim Anblick von Dax und Co. kann man langsam das Gefühl bekommen, dass die Feierlaune an der Börse doch bald in einem ausgeprägten Kater enden muss", warnt Aktienstratege Frank Schallenberger von der LBBW vor dem Beginn der Fastenzeit. Reinwand schätzt, dass eine Korrektur bis auf 6800 Punkte möglich ist. Auf mittlere Sicht prognostiziert Naumer, dass es "eher schlaglochartig" weiter nach oben gehen wird.

Faschingsresistent legt Puma  am Rosenmontag die Zahlen für 2006 vor. Trotz eines guten Geschäfts im Sog der Fußball-WM dürfte der fränkische Sportartikelhersteller wegen hoher Marketingausgaben und Investitionen in neue Produkte einen Gewinnrückgang ausweisen. Ebenfalls Anfang der Woche wird mit Geschäftszahlen von VW gerechnet.

Am Mittwoch berichtet die Deutsche Börse , tags darauf folgen vier Dax-Werte mit ihren Bilanzen: der Versicherer Allianz , der Chemieriese BASF , der Autozulieferer Continental  und Fresenius Medical Care . "Der Auftakt der deutschen Berichtssaison war recht ausgeglichen, und die aktuellen Gewinnerwartungen erscheinen mir nicht überhöht, sondern sehr realistisch", sagt Naumer.

Die krisengeschüttelte EADS-Tochter Airbus will am Dienstag in Toulouse Details zum Sanierungsprogramm bekannt geben. Gewerkschaften befürchten, dass bis zu 8000 der 23.000 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden könnten. Auslöser der Airbus-Krise waren technische Probleme beim neuen Superjumbo A380.

Auf konjunktureller Seite dürfte die Zinsentscheidung der japanischen Notenbank zunächst in den Fokus der Anleger rücken. Analysten erwarten am Mittwoch mehrheitlich eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte auf dann 0,5 Prozent. Im Sommer 2006 hatte die Bank of Japan ihre jahrelange Null-Zins-Politik beendet.

In den USA wird am Rosenmontag der President's Day gefeiert und die Börse bleibt geschlossen.

Von Kristi Knolle, reuters

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