Märkte Zug nach oben

Der Dax hat am Mittwochnachmittag den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. DaimlerChrysler-Titel zogen wegen der Sanierungspläne bei der US-Tochter den deutschen Leitindex nach oben. Der Nebenwerteindex MDax stieg auf ein neues Allzeithoch.

Frankfurt am Main - Mit kräftigen Kursgewinnen hat die Börse die Ankündigung von DaimlerChrysler  gefeiert, bei der Sanierung von Chrysler auch eine Trennung von der defizitären US-Tochter nicht auszuschließen. Bei hohem Umsatz kletterte der Aktienkurs des Autobauers um 5,7 Prozent auf 52,08 Euro. Dies schob den Dax  bis zum Nachmittag um 0,6 Prozent auf 6935 Punkte in die Höhe und damit auf das höchste Niveau seit November 2000. "Wir sind unterwegs in Richtung 7000 Punkte", freute sich ein Händler. Mit 10.130 Punkten erreichte der Nebenwerteindex MDax  ein Rekordhoch. Hier feierten die Börsianer erneut die Baubranche.

Umsatzspitzenreiter im Dax waren die Aktien von DaimlerChrysler, von denen bis zum Nachmittag rund 25 Millionen den Besitzer wechselten, rund ein Viertel des Gesamtumsatzes im Dax. Die Aktie notiert zudem auf einem Kursniveau, das sie zuletzt im Juni 2002 hatte. Im Dax waren DaimlerChrysler für gut die Hälfte der rund 40 Plus-Punkte verantwortlich. "Ein Verkauf von Chrysler wäre positiv für DaimlerChrysler", begründete ein Börsianer den Run auf die Aktien.

Auch die übrigen Autowerte legten deutlich zu. Volkswagen-Titel  stiegen um 2,6 Prozent, nachdem der Machtkampf zwischen den beiden Großaktionären - dem Land Niedersachsen und Porsche - offenbar zugunsten des Sportwagenbauers beendet ist. Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff (CDU) kündigte auf einer Betriebsversammlung an, beide Aktionäre zögen künftig am selben Strang. Porsche-Aktien , die in keinem Index sind, legten zwei Prozent zu.

ThyssenKrupp auf Allzeithoch

Größter Gewinner bei den Standardwerten waren die Aktien von ThyssenKrupp , die angetrieben von einer Reihe von Analystenempfehlungen bis zu 6,5 Prozent auf 38,75 Euro zulegten und damit auf einem Rekordhoch notierten. "Arcelor Mittal  hat außerdem die Preise für Flachstahl erhöht, und davon profitiert auch ThyssenKrupp", erklärte ein Händler.

Ein Rekordgewinntrieb die Aktien der Commerzbank  in der Spitze um 3,3 Prozent in die Höhe. Die Frankfurter Bank versprach ihren Aktionären eine deutlich höhere Dividende und schraubte die Jahresziele für 2007 leicht nach oben. Bis zum Nachmittag bröckelte der Kurs allerdings etwas ab. Bei erneut ungewöhnlich hohen Umsätzen setzten Tui  ihren Aufwärtstrend fort und stiegen um bis zu 4,3 Prozent auf 18,55 Euro. Händler verweisen auf diverse Spekulationen rund um die Zukunft des Touristikkonzerns. In Branchenkreisen hieß es, Hedgefonds seien angesichts des zuletzt schon gestiegenen Kurses derzeit gezwungen, Aktien zu kaufen.

Hochtief und Bilfinger bescheren MDax 20 Pluspunkte

Unterstützt von einem Gewinnsprung bei Leighton, der australischen Tochter von Hochtief , setzten im MDax  die Aktien des deutschen Branchenführers den Höhenflug der vergangenen Wochen fort und stiegen um bis zu 4,6 Prozent. "Neben den bombastischen Zahlen gestern gibt es immer noch Übernahme- und Zerschlagungsgerüchte im Markt", sagte ein Händler. Als Interessent an Hochtief wurde die australische Macquarie Bank  ins Gespräch gebracht. Die am Vortag favorisierten Bilfinger Berger  legten erneut bis zu 5 Prozent zu. Beide Konzerne hatten am Vortag die Anleger mit ihren Bilanzen überzeugt. Größter Gewinner im MDax waren nach einer Kaufempfehlung die Titel des Stahlhändlers Klöckner & Co.  mit einem Aufschlag von 6,3 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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