Börsenschluss Weiter bergauf

Deutschlands Anleger haben mit ihren Wertpapierinvestments heute im Schnitt Kursgewinne erzielt. Die wichtigsten Aktienindizes der Frankfurter Börse legten allesamt leicht zu. Besonders gut lief der Handelstag für Tui-Aktionäre.

Frankfurt am Main - Die meisten deutschen Aktien sind am Dienstag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. "Es war ein recht ruhiger Handel, lediglich die Einzeltitel mit Nachrichten oder Zahlen kamen in Bewegung. Aber die Generalrichtung zeigt moderat nach oben", sagte ein Händler.

Für die insgesamt gute Laune am Aktienmarkt sorgten zahlreiche gute Konjunkturindikatoren, darunter das deutsche Bruttoinlandsprodukt für 2006. Anstelle des erwarteten Anstiegs um 2,5 Prozent war es im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent geklettert. Auch die Industrieproduktion im Dezember 2006 sowie der ZEW-Index für die aktuelle konjunkturelle Lage im Februar stiegen stärker als erwartet.

Der Frankfurter Standardwerteindex Dax  schloss dann heute mit einem Plus von 0,52 Prozent auf 6895,34 Zähler. Der MDax  der mittelgroßen Werte stieg um 0,84 Prozent auf 10.026,44 Punkte. Und der Technologieindex TecDax  legte um 0,12 Prozent auf 847,59 Zähler zu.

Aktien von Tui  gewannen heute so viel an Wert hinzu, wie kein anderer Titel in Deutschlands bedeutendstem Aktienbarometer. Die Tui-Papiere legten an der Dax-Spitze um 3,79 Prozent auf 17,78 Euro zu. Händler glaubten den Grund für die Kurserholung ausmachen zu können: Analysten von BNP Paribas  würden den Anteilsscheinen plötzlich eine überdurchschnittlich gute Kursentwicklung zutrauen. Das habe dem Tui-Kurs Auftrieb gegeben.

Ebenfalls gut entwickelte sich heute der Kurs der Volkswagen-Papiere . Sie gewannen 1,14 Prozent auf 86,10 Euro, nachdem sich das Ende des so genannten Volkswagen-Gesetzes abzeichnet. Ein Gutachter des Europäischen Gerichtshofes urteilte über die besondere Stimmrechtsbegrenzung der Aktionäre des Unternehmens, dass sie den freien Kapitalverkehr in der Europäischen Union behindere.

Am Dax-Ende verloren unterdessen Linde-Aktien  1,36 Prozent auf 78,60 Euro. "Am Markt herrscht einige Zurückhaltung, weil sowohl die Allianz  als auch die Deutsche Bank  ihren Anteil an dem Gasehersteller in Zukunft senken will", sagte ein Börsianer. Die Aktien erholten sich im späten Handel leicht von ihrem Tagestief - am Markt gab es vage Gerüchte über ein Interesse des russischen Investors Oleg Deri-Paska an Linde.

Ölpreis fällt auf breiter Front

Ölpreis fällt auf breiter Front

Unter den Aktien der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen stach heute die Kursentwicklung der Bilfinger-Berger-Titel  hervor. Ihr Preis stieg um 6,8 Prozent auf 65,47 Euro. Zuvor hatte das Unternehmen gute Geschäftszahlen präsentiert.

Dagegen gaben Premiere-Anteilsscheine  3,16 Prozent auf 16,85 Euro ab und erholten sich damit nur wenig von ihren zwischenzeitlich noch höheren Verlusten - der Prmiere-Aktienkurs war zeitweise bis auf 15,68 Euro gefallen.

Vorstandschef Georg Kofler hatte zuvor den Verkauf seiner 11,6-prozentigen Beteiligung an dem Bezahlsender angekündigt. Einem Händler zufolge lastet die Nachricht schwer auf dem Kurs der zuletzt kräftig gestiegenen Premiere-Aktien. Das Unternehmen stehe und falle mit Kofler.

Der Ölpreis ist heute ebenfalls gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Auslieferung im März kostete zwischenzeitlich 57,67 Dollar und damit 13 Cent weniger als zum Handelsschluss am Montag, als der Ölpreis um etwa zwei Dollar nachgegeben hatte.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich zuletzt um 27 Cent auf 56,33 Dollar. Händler begründeten die Preisrückgänge unter anderem mit Vorhersagen über milderes Winterwetter im Nordosten der USA.

Gesunken ist auch der Preis für Opec-Rohöl. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats in Wien lag der so genannte Korbpreis für einen Barrel bei 53,94 Dollar. Das waren 1,05 Dollar weniger als zum Wochenschluss am vergangenen Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis elf wichtiger Ölsorten des Kartells.

Der Euro  notierte dagegen am Abend erneut fester bei 1,3022 Dollar, und damit exakt auf dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom Mittag.

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