Börsenschluss Dax verteidigt 6900 Punkte

Die deutschen Börsen sind mit Gewinnen ins Wochenende gegangen. Der Dax kletterte zwischenzeitlich sogar auf 6929 Zähler, gab dann aber wieder etwas nach und notierte zum Börsenschluss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 6911 Punkten.

Frankfurt am Main - Gestützt auf Kursgewinne bei DaimlerChrysler  hat der Dax  zum Wochenausklang noch einmal zugelegt. Der Leitindex schloss am Freitag 0,5 Prozent im Plus bei 6911 Zählern. "Es ist positiv, dass sich der Dax über der Marke von 6900 Punkten etabliert. Die 7000 Punkte bleiben im Visier", sagte ein Händler.

Davon geht auch Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing aus: "Ich nehme an, dass der Dax nächste Woche die 7000-Punkte-Marke nehmen wird." Postbank-Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein ist etwas vorsichtiger: "Der Dax könnte über die 7000 lugen, ob er die Marke nachhaltig bricht, hängt aber vom Umfeld ab."

Auch bei Aktien aus der zweiten Börsenreihe griffen die Anleger am letzten Handelstag der Woche zu. Der MDax  kletterte um 0,4 Prozent auf 9998 Stellen. Der Nebenwerteindex schloss damit nur knapp unter der 10.000-Punkte-Marke, die er am Donnerstag erstmals geknackt hatte. Der Technologieindex TecDax  stieg um 0,8 Prozent auf 849 Zähler.

Gekauft wurden zum Wochenausklang vor allem die Aktien von DaimlerChyrsler, die sich um 3,2 Prozent auf 49,55 Euro verteuerten. Für den Kursanstieg machten Börsianer vor allem eine Kaufempfehlung der Citigroup verantwortlich. Zudem erhoffen sie sich, dass DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Mittwoch Klarheit darüber schaffen wird, wie die Restrukturierung bei Chrysler vorangetrieben werden soll.

Positiv nahmen Börsianer auch die Reduzierung des DaimlerChrysler-Anteils an EADS  auf. Für die Abgabe von 7,5 Prozent an dem krisengeschüttelten Luftfahrt- und Rüstungskonzern erhielt der Autobauer von privaten und öffentlichen Investoren 1,5 Milliarden Euro. Die im MDax gelisteten EADS-Titel schlossen 1,6 Prozent im Minus.

Im Sog von DaimlerChrysler gewannen VW  und BMW  1,6 beziehungsweise 2,0 Prozent. Nach Aussage von Händlern haben die Autowerte sich zuletzt schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt und hätten daher Nachholbedarf.

Nach einer langen Durststrecke standen auch die Aktien des Softwarekonzerns SAP  wieder in der Gunst der Anleger und stiegen um 0,9 Prozent auf 35,89 Euro. Auslöser war Börsianern zufolge ein Aktienkauf des SAP-Finanzchefs. "Das ist zwar keine große Geschichte, aber ein Signal", sagte ein Händler. Zudem verwies ein Börsianer auf positive Aussagen von SAP-Konkurrenten Oracle , wonach eine Abschwächung des Branchenwachstums nicht absehbar sei.

Die rote Laterne im Dax hielt Infineon  mit einem Kursabschlag von 1,3 Prozent auf zwölf Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie des Chipherstellers in den vorangegangenen beiden Handelstagen rund 12 Prozent gewonnen hatte.

Im TecDax ragten die Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex  mit einem Plus von 8,8 Prozent auf 20,54 Euro heraus. Die Titel stiegen in Reaktion auf einen Bieterwettstreit um den Konkurrenten Repower . Der indische Windturbinenhersteller Suzlon machte den Repower-Aktionären eine Übernahmeofferte über gut eine Milliarde Euro und bietet damit 20 Prozent mehr als der französische Atomkonzern Areva. Repower-Aktien waren zeitweise vom Handel ausgesetzt und stiegen dann um 28 Prozent auf 144 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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