Börsenschluss 6900 Punkte in Sicht

Der Dax hat am Freitag eine Woche mit Gewinnen von knapp 200 Punkten durch ein kurzes Überschreiten der Marke von 6900 Zählern gekrönt. So hoch stand der Index zuletzt Ende 2000. Für die Fortsetzung der Rally sorgten Kursgewinne bei den Versorgeraktien.

Frankfurt am Main - Der Dax  hat am Freitag Kursgewinne verzeichnet und zwischenzeitlich die Marke von 6900 Punkten überschritten. Dieses Niveau hatte der Leitindex zuletzt im November 2000 erreicht. Bis Börsenschluss gab der Index einen Teil der Gewinne ab und ging mit einem Plus von 0,50 Prozent auf 6886 Punkte aus dem Handel. Das Tageshoch hatte zuvor bei 6905 Punkten gelegen. Im Wochenvergleich verbuchte der Dax ein Plus von 2,92 Prozent oder 195 Punkten - so kräftig hatte der Leitindex innerhalb einer Woche zuletzt im Juli 2006 zugelegt.

Der MDax  gewann 0,15 Prozent auf 9918 Punkte. Für den TecDax  ging es um 0,51 Prozent auf 832 Punkte nach oben. Marktteilnehmer verwiesen auf US-Konjunkturdaten als Antriebsmotor. So sind in den USA die Auftrageingänge der Industrie im Dezember stärker als erwartet gestiegen. Auch vom Arbeitsmarkt kamen zumindest auf den zweiten Blick positive Daten. Zwar ist die Arbeitslosenquote im Januar überraschend gestiegen, die Daten für die zwei Vormonate wurden aber nach oben korrigiert.

Aktien von Eon  stiegen in Anbetracht der immer konkreter werdenden Übernahme des spanischen Wettbewerbers Endesa  im Laufe des Tages auf ein Rekordhoch von 111,00 Euro. Zum Börsenschluss verzeichneten die Titel des Versorgers an der Dax-Spitze noch ein Plus von 3,63 Prozent auf 109,43 Euro. Die Gesellschaft reichte am Freitag ihr Angebot für Endesa bei der spanischen Börsenaufsicht ein. Der Rivale Gas Natural  war am Vortag aus dem Bietergefecht ausgestiegen.

Metro-Aktien  stiegen um 2,96 Prozent auf 53,99 Euro. Händler verwiesen auf Übernahmefantasie im Einzelhandelssektor: Der britische Einzelhändler Sainsbury  ist ins Visier einer Gruppe von Finanzinvestoren geraten. Die Hedge-Fonds CVC, KKR und Blackstone hatten bestätigt, sich das britische Unternehmen näher anzusehen. "Das Interesse der Privat-Equity-Investoren bringt europaweit Schwung in den Sektor", sagte ein Händler.

Titel der Deutschen Börse  legten um 0,95 Prozent auf 163,94 Euro zu. Das Handelsvolumen am Aktien- und Derivatemarkt der Börse ist im Januar kräftig gestiegen.

Im TecDax  standen die Aktien von Epcos  nach der Vorlage von Zahlen am Vortag weiter unter Druck und verloren 3,72 Prozent auf 12,68 Euro. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel für die Titel von 12,50 auf 12 Euro gesenkt und mit "Sell" bestätigt. Nach drei aufeinander folgenden Quartalen mit positiven Überraschungen sei die jüngste Margenentwicklung enttäuschend, hieß es.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 4,10 (Donnerstag: 4,07) Prozent. Der Rentenindex REX sank um 0,15 Prozent auf 115,89 Punkte. Der Bund Future legte um 0,27 Prozent auf 115,27 Punkte zu. Der Kurs des Euro blieb gleich. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ den Kurs bei 1,3020 Dollar. Der Dollar kostete damit unverändert 0,7680 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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