Börsenschluss Die Bären setzten sich durch

Im Vorfeld neuer Bilanzdaten in der nächsten Woche haben die Anleger am Freitag Kasse gemacht. Der Dax ging mit Verlusten aus dem Handel. Gerüchte trieben Metro-Aktien an, BMW-Titel profitierten von guten Umsatzzahlen. SAP-Anteilsscheine gaben weiter nach.

Frankfurt - Der Dax  fiel um 0,44 Prozent auf 6690 Punkte und verlor damit im Wochenvergleich 0,8 Prozent. Gewinnmitnahmen drückten den MDax  um 0,77 Prozent auf 9642 Punkte. Der Technologie-Index TecDax  ging mit einem Verlust von 0,20 Prozent auf rund 803 Zähler aus dem Handel.

Die in dieser Woche vorgelegten Zwischenberichte gaben Börsianern zufolge dem Markt noch keinen eindeutigen Hinweis auf die weitere Entwicklung der Unternehmensgewinne. "Derzeit gibt es einen Kampf zwischen den optimistischen Bullen und den pessimistischen Bären", sagte ein Händler. Siemens  und SAP  hätten in dieser Woche das gemischte Bild treffend widergegeben: Siemens habe überzeugt, während SAP enttäuschte. In der kommenden Woche wird unter anderem die Deutsche Bank  ihren Zwischenbericht veröffentlichen.

Am Freitag standen die Aktien der Metro  im Rampenlicht. Die Titel des Einzelhandelskonzerns, zu dem die Kaufhof-Kette zählt, gewannen 2,49 Prozent auf 53,50 Euro und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Händler begründeten das Kaufinteresse der Anleger mit Spekulationen auf eine Aufspaltung des Konzerns, die durch einen Artikel in der Lebensmittelzeitung ausgelöst wurden. Metro-Aufsichtsratschef Eckhard Cordes beteuerte am Rande des Weltwirtschaftsforum in Davos, die Großaktionäre wollten auch langfristig bei der Metro engagiert bleiben. "Ich bin mir trotz des Dementis sicher, dass bei Metro was im Busch ist", erklärte ein Händler die Kursbewegung.

Lufthansa-Aktie erholt - BMW-Titel gesucht

Als zweitbester Dax-Wert empfahlen sich nach dem Kursrutsch vom Vortag Lufthansa  mit einem Plus von 1,88 Prozent auf 21,15 Euro. Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlung, obwohl die Fluggesellschaft für das Passagiergeschäft im laufenden Jahr niedrigere Wachstumsraten angekündigt hatte.

Aktien von BMW  verteuerten sich um 1,22 Prozent auf 46,55 Euro. Der Autohersteller bleibt nach einem Umsatz- und Absatzrekord im vergangenen Jahr auch 2007 auf der Überholspur. Die Erlöse seien 2006 um 5 Prozent auf 49 Milliarden Euro geklettert, teilte das Unternehmen mit. Beim Gewinn vor Steuern werde unverändert mit einem Rekordwert von vier Milliarden (Vorjahr: knapp 3,3 Mrd) Euro gerechnet.

Aktien von Porsche , die in keinem Index gelistet sind, gerieten dagegen trotz einer Verfünffachung des Porsche-Gewinns im ersten Halbjahr 2006/07 unter Druck und verloren 1,8 Prozent auf 991,59 Euro.

Was nun, Deutsche Börse?

SAP-Aktien weiter auf Talfahrt

Die Anteilsscheine von Infineon  - der Chiphersteller legt am Montag seinen Zwischenbericht vor - stiegen um knapp 1 Prozent. Aktien von Siemens  wurden am Tag nach der Hauptversammlung exDividende von 1,45 Euro gehandelt und schlossen mit 81,00 Euro um 1,9 Prozent niedriger. Per saldo haben die Siemens-Aktien, die in den vergangenen Jahren im Dax  zu den Mauerblümchen zählten, diese Woche aber einen Sprung nach oben gemacht: Fast 4 Prozent hat die Aktie dazugewonnen, was Händler vor allem auf die Geschäftszahlen und Neuigkeiten zum Konzernumbau zurückführten.

Aktien von SAP  gaben dagegen auch am Freitag nach und verloren 1 Prozent auf 35,62 Euro, womit sich das Wochenminus auf fast 6 Prozent belief. Der Hersteller von Unternehmenssoftware hatte die Anleger in dieser Woche mit seinem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bitter enttäuscht.

Als Dax-Schlusslicht verloren Aktien der Deutschen Börse 2,29 Prozent auf 159,36 Euro. Händler verwiesen auf Berichte, dass der US-Börsenbetreiber Nyse Group  kurz vor der Einigung mit der Tokioter Börse über einen Zusammenschluss stehe. "In diesem Fall wäre die Deutsche Börse mit ihren Japan-Plänen wieder außen vor", sagte ein Händler.

Kurssturz bei Grenkeleasing

Mit einem verhaltenen Ausblick schockte der IT-Vermieter Grenkeleasing  die Anleger. Die im Kleinwerteindex SDax  gelisteten Aktien setzten die am Vortag begonnene Talfahrt fort und brachen um 12,4 Prozent auf 34,16 Euro ein.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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