Börsenschluss Siemens bremst Dax-Verluste

Trotz starker Entwicklung der Siemens-Aktie schloss der Dax im Minus. Händler verwiesen auf negative Vorgaben aus den USA. Zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex zählen Lufthansa und Bayer.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach US-Konjunkturzahlen mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Börsianer verwiesen darauf, dass die Verkäufe bestehender Häuser im Dezember stärker gefallen sind als erwartet. Der Leitindex Dax  schloss nach einem uneinheitlichen Verlauf mit minus 0,43 Prozent auf 6719,58 Punkte. Der MDax  gab um 0,12 Prozent auf 9717,85 Punkte nach. Der TecDax  verlor 0,14 Prozent auf 804,45 Punkte.

"Wir hängen derzeit hier in Deutschland extrem von der Entwicklung an den amerikanischen Börsen ab", sagte Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. "Zwar reagieren wir auf Konjunkturdaten und nehmen auch Unternehmensmeldungen wahr, aber die USA geben den Takt vor." Der überraschende Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex verstimmte die Anleger Händlern zufolge ebenso wie die Kursverluste an der Wall Street.

Angetrieben von überraschend starken Zahlen und dem geplanten Börsengang der Automobilzuliefersparte VDO setzte sich die Siemens-Aktie  mit einem Plus von 5,95 Prozent auf 82,60 Euro an die Dax-Spitze - bei einem Stand von 83,32 Euro hatte das Papier im Verlauf den höchsten Stand seit Juni 2001 erreicht. Der Siemens-Marktwert stieg im Vergleich zum Vortag um rund fünf Milliarden auf knapp 74 Milliarden Euro. Am Markt waren die Zahlen auf durchweg positive Resonanz gestoßen. Aktien des Zulieferers Continental , der nach eigenen Angaben Interesse an VDO hat, fielen um 1,55 Prozent auf 91,95 Euro.

Lufthansa-Aktien  rutschten mit minus 5,64 Prozent auf 20,76 Euro ab und damit ans Dax-Ende. Die Fluggesellschaft erwartet im laufenden Geschäftsjahr keine signifikante Steigerung der Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft und setzt stattdessen auf Kostensenkungen. Dies habe Finanzvorstand Stephan Gemkow bei einer Investorenkonferenz in Frankfurt gesagt, bestätigte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur dpa-afx.

Hochtief ist MDax-Spitzenreiter

Hochtief ist MDax-Spitzenreiter

Bayer-Titel  verbilligten sich nach negativen Nachrichten um 2,33 Prozent auf 43,19 Euro. Der Pharma- und Chemiekonzern wird drei laufende klinische Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit seines blutstillenden Medikaments Trasylol nicht fortsetzen. Der Grund seien kürzlich in den USA zugelassene Änderungen der Produktinformationen zu dem Medikament, teilte Bayer mit.

Hochtief-Aktien  schlossen als MDax-Spitzenreiter mit plus 7,26 Prozent auf 61,89 Euro und damit auf einem Rekordhoch. Die australische Macquarie Bank  will einem Pressebericht zufolge die größte deutsche Baugesellschaft kaufen und zerschlagen. Wie das manager magazin in seiner Februar-Ausgabe (26. Januar) berichtet, sondierten die Australier derzeit den Markt nach Käufern für Teile des Branchenführers. Zudem kursierte ein Gerücht an der Börse, wonach Macquarie 75 Euro je Hochtief-Aktie bieten wollen. "Wir haben keine Kenntnisse darüber", sagte ein Hochtief-Sprecher.

Dagegen gaben Patrizia Immobilien  nach einer negativen Studie um 3,71 Prozent auf 21,52 Euro nach. Die Analysten der Citigroup  hatten die Papiere in einer Ersteinschätzung mit der Empfehlung "Sell" eingestuft. Das Kursziel legten sie in der Studie bei 17 Euro fest. Patrizia sei von der Qualität her ein gutes Geschäft, das von der Aktienseite allerdings preislich zu hoch bewertet sei, hieß es.

Im TecDax  stiegen die Papiere von AT&S  nach der Bilanzvorlage um 1,44 Prozent auf 19,03 Euro. Die Quartalszahlen des europäischen Leiterplattenherstellers enthielten laut Händlern wenig Neues - allerdings auch keine weitere negative Überraschung. Dies sei wohl der Grund für das Kursplus.

manager-magazin.de mit dpa-afx und reuters

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