Börsenschluss Höchster Dax-Stand seit sechs Jahren

Zügig übersprang der Leitindex in Frankfurt die Marke von 6700 Punkten und steigerte die Gewinne bis auf 6755 Punkte - ein Sechsjahreshoch. Gute US-Daten, hohe Kurse bei Deutsche-Börse-Aktien, Commerzbank und DaimlerChrysler brachten die Anleger in Kauflaune. Auch der "kleine Verfallstermin" bei den Optionen spielte eine Rolle.

Frankfurt am Main - Positive US-Konjunkturdaten sowie der Verfall von Aktien- und Index-Optionen haben dem Dax  am Freitag den höchsten Stand seit Februar 2001 beschert. Das deutsche Börsenbarometer übersprang am Nachmittag erneut die 6700-Punkte-Marke und stieg bis auf 6754,55 Punkte - ein Plus von 0,86 Prozent.

Mit plus 0,86 Prozent auf 6747,17 Punkten ging der Dax aus dem Handel. Im Wochenverlauf markierte er damit ein Plus von 0,7 Prozent.

Der MDax  rückte um 1,09 Prozent auf 9653,99 Zähler vor, der TecDax  sank hingegen um 0,26 Prozent auf 791,18 Zähler. In den USA hat sich das Konsumklima nach Angaben der Universität von Michigan im Januar deutlich stärker als erwartet aufgehellt.

"Die Konjunkturdaten aus den USA haben nur eine untergeordnete Rolle für den kräftigen Anstieg im Dax gespielt. Das sieht man auch daran, dass die US-Börsen auf die Daten zum Verbrauchervertrauen kaum reagiert haben", sagte ein Händler in Frankfurt. "Eindeutig ist der Dax vom kleinen Verfallstermin an der Derivatebörse Eurex getrieben worden und die 6700 Punkte waren hier eine entscheidende Marke", sagte er. An diesem Freitag sind europaweit unter anderem Optionen auf Aktien und Aktienindizes verfallen.

SAP, Infineon und Epcos in der kleinen Verlierergruppe

Gestützt wurde der Dax von Kursgewinnen bei den Aktien der Deutschen Börse und von DaimlerChrysler . Vor allem die Aktien des Chipherstellers Infineon litten allerdings an diesem Tag unter der Enttäuschung über Big Blue. "IBM  hat Probleme mit dem Hardware-Geschäft, das belastet Infineon ", sagte ein Händler. Infineon fielen um 3,8 Prozent auf 10,67 Euro. SAP  sanken um 0,60 Prozent auf 37,83 Euro, Epcos fielen im TecDAX um 0,86 Prozent auf 13,79 Euro.

Spekulationen auf eine Aufspaltung der Deutschen Börse trieben die Aktien des Börsenbetreibers um bis zu drei Prozent auf ein Rekordhoch von 164,30 Euro. "Es gibt Gerüchte, wonach der Konzern in drei Teile aufgeteilt werden soll", begründete ein Händler den erneuten Run auf die Titel. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, nach der gescheiterten Übernahme der Euronext  erwäge der Konzern, seine Managementstruktur in drei Teile aufzuteilen: Aktien, Derivate und Abwicklung.

Zudem soll angeblich der Hedgefonds TCI, der bereits mehr als 10 Prozent an der Deutschen Börse hält, seine Beteiligung weiter aufgestockt haben. Gerüchte darüber kursieren am Markt, nachdem TCI seit dem 9. Januar sukzessive seinen Anteil an der Konkurrenzbörse Euronext reduziert hat. In dieser Zeit ist der Aktienkurs der Deutschen Börse um rund 16 Prozent gestiegen.

Gerüchte über DaimlerChrysler

Gerüchte über Commerzbank und DaimlerChrysler

Ebenfalls sehr fest waren die Titel der Commerzbank , die um 4,48 Prozent auf 32,89 Euro zulegten. Händler verwiesen auf ihres Erachtens "unglaubwürdige Gerüchte" aus London, wonach die US-Bank Merrill Lynch  in der kommenden Woche 38 Euro je Commerzbank-Aktie bieten wolle. Auch DaimlerChrysler profitierten von Gerüchten und stiegen um 3,87 Prozent auf 48,82 Euro. Angeblich kaufe Renault Nissan -Anteile, hieß es am Markt. Auch dies wurde als "kaum wahrscheinlich" beurteilt.

Eine Empfehlung von Morgan Stanley trieb die Aktien von DaimlerChrysler zusätzlich, die 3,87 Prozent auf 48,82 Euro zulegten. Im Vorfeld der Bekanntgabe eines Sanierungsplans für Chrysler schossen die Spekulationen über einen möglichen Verkauf der verlustträchtigen US-Tochter ins Kraut. "Daimler könnte einen Ausstieg erwägen", mutmaßen die Analysten von UBS . Konzernchef Dieter Zetsche hatte am Vorabend bei der Vorstellung der neuen C-Klasse in Stuttgart angekündigt, in näherer Zukunft einen Plan zur Chrysler-Sanierung vorzustellen.

Die Aktien von ThyssenKrupp  konnten derweil nicht von den anlässlich der Hauptversammlung vorgelegten Quartalszahlen profitieren. Vielmehr lösten die Zahlen Gewinnmitnahmen aus. "Schließlich sind die Aktien im vergangenen Jahr super gelaufen, da sind Gewinnmitnahmen in einem schwächeren Markt nur normal", erklärte ein Händler. ThyssenKrupp fielen um bis zu 1,3 Prozent. Die im MDax notierten Aktien von Hochtief und Bilfinger Berger profitierten von verschiedenen Analystenempfehlungen. Hochtief  stiegen um bis zu 4,3 Prozent, Bilfinger Berger  um bis zu 2,6 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters, vwd

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