Tagesausblick Gutes aus USA, Schlechtes von SAP

Viele Aktien auf dem Frankfurter Börsenparkett dürften am Freitag einen Teil der kräftigen Vortagesgewinne trotz guter Vorgaben aus den USA und Asien wieder abgeben. Eine Mitschuld an der negativen Stimmung trägt SAP.

Frankfurt am Main - "Die schwachen SAP-Zahlen überschatten die ordentlichen Vorgaben aus Übersee", sagte ein Händler. IG Index berechnete den Dax  am Morgen bei 6680 Zählern. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex 1,84 Prozent auf 6687,30 Punkte gewonnen. Der US-Leitindex Dow Jones hatte nach Xetra-Börsenschluss rund neun Punkte verloren, letztlich aber gut behauptet geschlossen. Die Börse in Tokio ging fest aus der Sitzung.

Der TecDax  legte am Donnerstag 1,6 Prozent auf 771 Zähler zu und der MDax  verbesserte sich um 1,7 Prozent auf 9492 Punkte.

Beflügelt von deutlichen Kursgewinnen bei US-Technologiewerten haben die US-Börsen am Donnerstag deutliche Kursgewinne verzeichnet.

Gestiegener Optimismus sowohl für die Entwicklung der Unternehmen als auch der Konjunktur hätten die Stimmung wieder aufgehellt, sagten Händler. Der überraschend starke Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe habe Konjunkturoptimismus geschürt. Im Verlauf habe der Markt dann auch wieder auf den weiter fallenden Ölpreis reagiert.

Gegen den Trend brachen allerdings SAP-Aktien nach Zahlen im US-Handel ein. Das Walldorfer Unternehmen steigerte seinen Produktumsatz 2006 um lediglich 11 Prozent auf 6,64 Milliarden Euro, wobei der darin enthaltene Lizenzumsatz um ebenfalls 11 Prozent auf 3,10 Milliarden Euro kletterte, wie SAP am späten Donnerstagabend unter Berufung auf vorläufige Daten mitteilte. SAP hatte für den Produktumsatz ein Plus von 13 Prozent bis 15 Prozent und für den Lizenzumsatz einen Zuwachs zwischen 15 Prozent und 17 Prozent in Aussicht gestellt und nach dem dritten Quartal eingeschränkt, dass die Spannen wohl nicht nach oben ausgereizt würden.

Nikkei und Euro steigen

Die Börse in Tokio schloss am Freitag mit deutlichen Kursgewinnen. Der Dollar stieg zum Yen auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Zum Euro legte er zeitweise auf ein Sechs-Wochen-Hoch zu.

Grund für den Dollar-Anstieg war, dass Anleger mit längerfristig hohen Zinsen in den USA rechneten. Der Ölpreis, der in diesem Jahr wegen des milden Winters in Europa und den USA um 15 Prozent gefallen ist, legte wieder etwas zu, hielt sich aber deutlich unter 52 Dollar je Barrel. Weiterhin lasteten das milde Winterwetter und weltweit hohe Lagerbestände auf dem Ölpreis, sagten Händler in Singapur. In Tokio schloss der Nikkei-Index nach zwei Tagen mit Verlusten 1,3 Prozent im Plus bei 17.057 Punkten.

Der Euro ist am Freitagmorgen wieder leicht gestiegen, nachdem er im späten Handel am Donnerstag unter 1,29 Dollar gefallen war. Die Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im Anschluss an die EZB-Zinsentscheidung waren zurückhaltend ausgefallen und hatten am Vortag den Euro belastet.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp