Börsenschluss Dax erholt, SAP gefragt

Nach einem schwankungsreichen Tag schließt der deutsche Aktienindex leicht erholt über der Marke von 6600 Zählern. Deutlich nach oben ging es für SAP und Linde, die von zwei Studien gestützt wurden.

Frankfurt am Main - Nach einem kurzen Schwächeanfall am Nachmittag schloss der Dax  den Handelstag mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent ab und schloss bei 6607 Zählern. Der MDAX schloss mit minus 0,1 Prozent auf 9389 Punkte.

Für den TecDax  ging es um 0,1 Prozent nach oben. Der wieder höhere Ölpreis galt in den USA als Belastungsfaktor, der sich zwischenzeitlich auch in Deutschland auswirkte, wie Händler sagten.

Schwankungsanfällige Märkte sind nach Ansicht von Robert Halver künftig keine Ausnahmesituation. Der Marktstratege von Vontobel rechnet zwar mit insgesamt weiter steigenden Kursen. "Der Preis ist aber eine größere Volatilität", sagt Halver. Gründe dafür seien ein ohnehin schon hohes Kursniveau der Märkte, ein sich seiner Meinung nach verlangsamendes Gewinnwachstum der Unternehmen und der Fortbestand geopolitischer Risiken.

SAP und Linde gefragt

Die Aktien von SAP  schlossen mit plus 3,38 Prozent auf 42,20 Euro an der DAX-Spitze. Eine positive Studie der Deutschen Bank  wirkte als Antriebsmotor. Händler nannten zudem charttechnische Gründe. Sie verwiesen zudem auf Anleger, die sich möglicherweise bereits mit der Aktie eindeckten, da die Bekanntgabe der Zahlen kurz bevorsteht und - wie in den vorherigen Quartalen - vorläufige Zahlen bereits vorab erwartet würden.

Aktien von Linde  stiegen im Laufe des Handelstages um 3,25 Prozent auf 80,15 Euro. Auch hier profitierten die Titel von einer positiven Studie - von Goldman Sachs . Die Bank hat die Beobachtung für Linde  -Titel wieder aufgenommen und sie zum Kauf empfohlen ("Conviction Buy List").

Gewinnmitnahmen drücken Lufthansa

Schwächster Wert waren Lufthansa  -Titel, die mit einem Minus von 1,96 Prozent auf 22,03 Euro schlossen. Händler sprachen von dem Einsetzen einer leichten Korrektur nach einer "Rally" in den vergangenen Monaten und vor allem Tagen. "Das sind klare Gewinnmitnahmen", hieß es von mehreren Börsianern. Dafür seien unter anderem der niedrige Ölpreis und Analystenhochstufungen verantwortlich gewesen. Dadurch seien die Titel "überkauft" gewesen.

Autowerte wie Porsche , Volkswagen , BMW  oder DaimlerChrysler  präsentierten sich nach Aussagen während der Automesse in Detroit und einigen Goldman-Sachs-Studien uneinheitlich. Porsche legten nach einer Hochstufung 3,19 Prozent auf 1.017,49 Euro zu, VW gaben die frühen Gewinne nach Bekanntgabe eines Absatzrekords ab und verloren zuletzt 1,10 Prozent auf 85,34 Euro. Einige Analysten sind vorsichtig im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Absatzes im laufenden Jahr. Auch DaimlerChrysler  und BMW  schlossen im Minus.

Starke Schwankungen bei EON

Eon -Papiere drehten nach Marktgerüchten über eine Gewinnwarnung zeitweise ins Minus. Die Titel erholten sich aber wieder und stiegen zuletzt um 0,56 Prozent auf 97,80 Euro. Mehrere Börsianer hatten die Spekulation als unrealistisch eingestuft. 2006 sei ein sehr gutes Jahr für E.ON gewesen, hieß es. Möglicherweise habe es Missverständnisse bei einer Präsentation in New York gegeben. Dort hatte E.ON-Chef Wulf Bernotat die Prognose für das abgelaufen Geschäftsjahr bekräftigt.

manager-magazin.de mit dpa

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