Börsenschluss Dax sackt unter 6600 Punkte

Nachdem der Dax zum Jahresauftakt Rekordhöhen erklommen hatte, beendet er die Woche mit spürbaren Verlusten. Insbesondere die Titel der Energieversorger Eon und RWE rutschten ins Minus. Gegen den Trend behaupteten sich vor allem Aktien von Volkswagen und Lufthansa.

Frankfurt am Main - Hohe Kursverluste bei den Versorgerwerten haben den deutschen Leitindex Dax  am Freitag belastet. Überraschend positive US-Arbeitsmarktdaten wirkten sich indes nicht nachhaltig aus. Das Börsenbarometer beendete den Handel mit einem Verlust von 1,22 Prozent auf 6593,09 Punkte. Der MDax  mittelgroßer Werte verlor 0,88 Prozent auf 9403,34 Zähler. Der TecDax  gab um 0,35 Prozent auf 763,31 Punkte nach.

"Der unerwartet starke US-Arbeitsmarktbericht hat dem Markt kaum geholfen. Vermutlich befürchten nun viele Anleger, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen nun doch nicht so schnell wie erhofft senken wird", sagte ein Händler. Die amerikanische Wirtschaft hat im Dezember mehr neue Stellen geschaffen als erwartet.

Aktien von Volkswagen  sprangen am späten Nachmittag um zeitweise bis zu 4 Prozent an schlossen 2,52 Prozent fester auf 86,29 Euro. Am Markt herrschte Unsicherheit über die Gründe des abrupten Kursanstiegs. "Es wird in großen Blöcken gekauft, immer 50.000er Stücke - dieses Phänomen hatten wir bereits im November zwei Mal", sagte ein Händler.

Spekulationen darüber, wer hinten den Käufen stand, gab es viele: Einige sprachen von Hedgefonds; andere vermuteten, Porsche  habe seinen Anteil ausgeweitet. Ein Porsche-Sprecher sagte dagegen der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, der VW-Großaktionär habe keine weiteren VW-Aktien am Markt erworben. Er bekräftigte zugleich, Porsche plane nicht die vollständige Übernahme des Wolfsburger Automobilkonzerns.

Die schwer gewichteten Versorgerwerte standen erneut unter Druck. Eon-Titel  gaben am Dax-Ende 4,36 Prozent auf 97,26 Euro ab. RWE  verloren 3,93 Prozent auf 80,50 Euro. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will nach einem Pressebericht die Marktmacht der europäischen Energiekonzerne beschränken. Händler sprachen zudem von Umschichtungen von Versorger- in Telekomwerte. Die am Vortag gefragten Aktien der Deutschen Telekom  kosteten prozentual unverändert Prozent 14,45 Euro.

Lufthansa-Aktien  stiegen um 2,32 Prozent auf 22,47 Euro. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar und den niedrigen Ölpreis. Zugleich ist der drohende Streik bei den deutschen Fluglotsen vorerst abgewendet, da nun die Kontrahenten nun in die Schlichtung gehen.

In den USA gab der Dow Jones  um 0,45 Prozent auf 12.425,09 Zähler nach. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100  verlor 0,55 Prozent auf 1783,00 Punkte. Der EuroStoxx  50 verlor 1,16 Prozent auf 4129,35 Punkte.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dow jones

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